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Schlechtestes Brutjahr für Störche seit 1964

Dauerregen sorgte für Massensterben bei Jungvögeln Schlechtestes Brutjahr für Störche seit 1964

Brandenburgs Storchenschützer schlagen Alarm. 2013 war das schlechteste Brutjahr seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1964. Und nicht nur das: Es droht eine weitere Abnahme der Population!

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Jungstörche im Nest.

Quelle: dpa

Bernd Ludwig, Landeskoordinator für den Weißstorchschutz beim Nabu, sagt: „Es fehlen zwar noch einige Ergebnisse aus Ostbrandenburg und aus Rathenow, aber die bisherigen Zahlen weisen darauf hin, dass es das bislang schlechteste Storchenjahr gewesen sein könnte.“

Storchenschützer gehen davon aus, dass die Jungenanzahl in Brandenburg weit unter dem Wert Zwei liegt. Zwei bedeutet, dass sämtliche Brutpaare in Brandenburg im Durchschnitt zwei Junge zur Reife gebracht haben. Das ist die Anzahl, die nötig ist, um den Bestand einer Population zu halten. Bringen die Paare nur ein Junges durch, schrumpft der Bestand.

Besonders extrem ist die Lage in Südbrandenburg. Wolfgang Köhler, Weißstorchbeauftragter der Region, spricht von einem „katastrophalen Jahr“. 158 brütende Paare brachten durchschnittlich 1,71 Junge durch. 187 Weißstorchenpaare flogen gar ohne Nachwuchs zurück in den Süden. Damit liegt die durchschnittliche Jungenzahl in Südbrandenburg lediglich bei 0,78 Jungstörchen pro Paar. Köhler macht besonders den Dauerregen im Juni für das große Jungensterben verantwortlich. Zu dieser Zeit waren die Jungen bereits vier bis sechs Wochen alt und konnten von ihren Eltern nicht mehr abgedeckt werden, der Nachwuchs starb an Lungenödemen, die durch Unterkühlung verursacht werden. Dies wurde im Landeslabor in Frankfurt (Oder) nachgewiesen.

Den Einbruch in Südbrandenburg und im Osten, wo ähnliche Wetterbedingungen herrschten, konnten auch nicht durch die erfolgreichere Aufzucht der Storchenpaare in der Prignitz ausgeglichen werden. Dort kamen die Brutpaare auf durchschnittlich 2,18 Jungtiere.
Der Nabu Brandenburg weist bereits seit Jahren auf die Bedrohung der Störche durch veränderte Klimabedingungen und vor allem durch die massiven Eingriffe der Landwirtschaft hin. In den von der EU geförderten Monokulturen wie Raps, Mais und Getreide fänden die Vögel kaum noch Nahrung.

Den Höchststand brütender Störche hatte Brandenburg im Jahr 2004 mit über 1400 Paaren erreicht. Im Jahr darauf gab es einen starken Einbruch des Bruterfolgs, von dem sich die Population bis heute nicht richtig erholt hat.

Von Rüdiger Braun

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