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Schlimmer Verdacht gegen 74-jährige Frau

42 Jahre nach Tod des Kindes Schlimmer Verdacht gegen 74-jährige Frau

Es sah aus wie eine Kohlenmonoxid-Vergiftung: Im November 1974 starb der achtjährige Mario F. aus Schwedt (Uckermark) im Schlaf. Seine Mutter, Erna F., sprach von einem „Unfall“. Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt, dass es Mord war. Erna F. muss sich deshalb ab Mittwoch vor dem Landgericht Neuruppin verantworten.

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Das Landgericht in Neuruppin.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin/Schwedt. Fast 42 Jahre nach dem Tod eines achtjährigen Jungen in der damaligen DDR muss sich dessen Mutter wegen Mordes ab Mittwoch vor dem Landgericht Neuruppin verantworten. Der jetzt 74-jährigen Erna F. wird vorgeworfen, ihren Sohn Mario in der Nacht vom 4. zum 5. November 1974 in Schwedt (Uckermark) mit Kohlenmonoxid aus dem Gasherd im Schlaf getötet zu haben. Der Grund: Sie sei mit der Erziehung des Kindes überfordert gewesen. Es soll private und finanzielle Probleme gegeben haben. Erna F. sprach in der Vernehmung durch die Polizei von einem „Unfall“. Sie habe Mario tot im Bett gefunden. Die Staatsanwaltschaft geht jedoch von einer vorsätzlichen und heimtückischen Tat aus. Die damals 33-jährige Mutter soll ihr schlafendes Kind in der Küche abgelegt und den Hahn vom Herd aufgedreht haben.

Bei einer Obduktion wurde in den Atemwegen des Jungen Kohlenmonoxid nachgewiesen, allerdings fiel nie ein Verdacht auf Erna F. Sie war 1987 aus der DDR ausgereist, derzeit lebt sie im niedersächsischen Göttingen. Die Wende in dem Fall kam Anfang August 2009, als bei der Staatsanwaltschaft Hannover eine anonyme Strafanzeige einging. Die Person, die bis jetzt nicht ermittelt werden konnte, warf Erna F. vor, ihren Sohn umgebracht zu haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) übernahm den Fall und rollte das Geschehen in der Schwedter Plattenbauwohnung wieder auf. Trotz dürftiger Aktenlage aus DDR-Zeit sind sich die Ankläger sicher, dass Erna F. die Täterin ist. Der Vater des Jungen, Adolf F. (75), sagte der Berliner Zeitung „B.Z.“, er finde es „gut, dass dieser Fall jetzt aufgearbeitet wird“. Nach DDR-Strafrecht wäre Mord nach 25 Jahren verjährt. Mit der Wiedervereinigung wurde festgelegt, dass auch in der DDR begangene Morde nicht verjähren.

Für den Prozess sind vier Verhandlungstage angesetzt. Als Zeugen geladen sind unter anderem ein Notarzt, ein Gas-Techniker und ein Rechtsmediziner.

Von Volkmar Krause

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