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Brandenburg Schneider bestreitet vieles und erzählt mehr von sich
Brandenburg Schneider bestreitet vieles und erzählt mehr von sich
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12:59 29.11.2016
Maik Schneider Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Trotz zweier Befangenheitsanträge gegen einen Schöffen ist der Prozess gegen die Nauener Neonazi-Zelle um NPD-Politiker Maik Schneider am Dienstag vorerst fortgesetzt worden. Innerhalb der nächsten Woche soll über die Befangenheitsanträge entschieden werden. Möglicherweise muss der Schöffe dann ausgetauscht und der Prozess neu aufgerollt werden. Der Laienrichter hatte den Hauptangeklagten Schneider nach dessen Aussage am ersten Prozesstag am ersten Prozesstag emotional attackiert und Schneiders Glaubwürdigkeit in Frage gestellt. „Bilden Sie sich ein, dass einer den Quatsch glaubt, den sie hier von sich geben“, sagte der Schöffe.

Seit dem 24. November 2016 müssen sich vor dem Potsdamer Landgericht sechs Männer verantworten. Ihnen werden mehrere Straftaten vorgeworfen. Unter anderem ein Brandanschlag auf eine Turnhalle, in die Flüchtlinge einziehen sollten. Als Kopf der Gruppe gilt NPD-Politiker Maik Schneider.

Schneider widerspricht allem

Der Hauptangeklagte Schneider bekräftigte auch am zweiten Prozesstag seine Aussage vom Prozessauftakt. Er hatte sich in den ihm vorgeworfenen Punkten für unschuldig erklärt. Auch dem Hauptvorwurf, eine Turnhalle vorsätzlich in Brand gesetzt zu haben widersprach er. Es habe sich um einen Unfall gehandelt. Bei dem Brand entstand ein Millionenschaden. Am Dienstag sagte Schneider, er habe die Halle nicht abbrennen wollen, er wollte lediglich ein Zeichen setzen.

Wahl zwischen „Die Linke“ und „NPD“

Der 29-Jährige wurde außerdem zu seiner politischen Einstellung befragt. Dabei bezeichnete er sich als „Links-national“. Er hätte sich politisch engagiert, weil viele Parteien es bereits versucht hätten, etwas an den herrschenden Zuständen zu ändern. Keiner sei es gelungen, er habe sich daher entschieden, sich in einer kleineren Partei zu engagieren. Vielleicht könne die etwas ändern, sagte Schneider. Vor rund zehn Jahren trat er in die NPD ein. Damals seien wegen seiner sozialen Einstellung nur die „Linke“ oder die NPD in Frage gekommen.

Auch Dennis W. sagt aus

Am zweiten Prozesstag ist außerdem der Angeklagte Dennis W. vernommen worden. Er legte in einigen Punkten ein Geständnis ab. So habe er zum Beispiel das Türschloss zu einem Linken-Parteibüro verklebt. Motiv: Wut über seine damalige Situation. Er habe Mietschulden gehabt. Seine Vermieterin war die Linken-Politikerin Andrea Johlige.

W. gestand auch, das Auto eines Polen in Brand gesetzt zu haben. Er habe das Auto des Mannes angezündet, weil dieser in Nauen mehrere Kinder angesprochen haben soll. Auch Maik Schneider soll an dem Brandanschlag beteiligt gewesen sein. Seine Rolle bleibt nach W.’s Aussage unklar. W. sagte, dass er nicht wisse, ob er Schneider vor der Tat angerufen habe und ob dieser am Tatort war.

Eine dritte Tat bestritt W. Ihm wird zu Last gelegt, vor einem Supermarkt eine Bombe gezündet zu haben. Er habe lediglich einen Knall gehört und habe die Ermittlungen am Tatort gefilmt, sagt W.

Am frühen Nachmittag geht die Vernähme von W. weiter. Für Dienstag sind außerdem weitere Zeugenbefragungen vorgesehen. So sollen Personen aus dem Umfeld der Angeklagten aussagen.

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Am Dienstag wird der Prozess gegen die Nauener Neonazi-Zelle um NPD-Mann Maik Schneider fortgeführt. Möglicherweise geht der Prozess am Dienstag aber bereits zu Ende. Gegen einen Schöffen liegt ein Befangenheitsantrag vor. Der Schöffe konnte seinen Unmut nach einer Aussage Schneiders nicht für sich behalten.

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