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Mehdorn: Jets können ohne Lärmschutz starten

BER-Chef will Südbahn vorübergehend in Betrieb nehmen Mehdorn: Jets können ohne Lärmschutz starten

Flughafenchef Hartmut Mehdorn will die Südbahn des BER Anfang Juli notfalls auch ohne Schallschutz für die rund 4200 betroffenen Anwohner in Betrieb nehmen. Das stellte er am Montag in der Fluglärmkommission in Schönefeld (Dahme-Spreewald) klar.

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In rund 14.000 Wohnungen muss beim Schallschutz nachgebessert werden.

Quelle: dpa

Schönefeld.  „Herr Mehdorn hat sehr deutlich ausgeführt, dass er fest dazu entschlossen ist – unabhängig davon, ob der Lärmschutz bis dahin realisiert ist oder nicht“, sagte Kommis sionschef Gerhard Steintjes nach der nicht-öffentlichen Sitzung. Die Anrainer-Gemeinden forderten die zuständige Genehmigungsbehörde daraufhin zum Einschreiten auf: Die Betriebserlaubnis für die Südbahn dürfe erst erteilt werden, wenn der gerichtlich verbriefte Schallschutz gewährleistet ist. Das könnte Mehdorns Pläne für den Testbetrieb des BER durchkreuzen.

Der Flughafenchef will die in die Jahre gekommene Nordbahn des BER, die derzeit noch zum alten Flughafen Schönefeld gehört, ab 1. Juli sanieren. Dazu muss der Flugbetrieb vorübergehend von der neuen Südbahn des BER abgewickelt werden. Vier Monate soll die Sanierung der Piste etwa dauern. In dieser Zeit will Mehdorn auch den Testbetrieb im Nordflügel des BER anlaufen lassen.

Doch vier Monate vor dem beabsichtigten Start verläuft die Umsetzung des Schallschutzes schleppend. „Die betroffenen 4200 Haushalte haben noch gar keinen Lärmschutz erhalten“, sagte Steintjes. Erst in 150 Haushalten waren Ingenieure zur Ermittlung des Anspruches vor Ort. Bis Mai sollen alle Schallschutzbescheide verschickt werden. Sie sind Voraussetzung dafür, dass Handwerker mit dem Einbau von Schutzfenstern, Dämmplatten und Lüftern beauftragt werden können.

Für zusätzlichen Streit sorgt das plötzliche Schweigen der Genehmigungsbehörde. Wolfgang Fried, Leiter der Gemeinsamen Oberen Luftfahrtbehörde, hatte im November noch betont, der Lärmschutz müsse bis zur Inbetriebnahme der Südbahn umgesetzt sein. Nun ruderte er nach Angaben von Teilnehmern zurück und sagte, sein Haus werde darüber erst entscheiden, wenn der entsprechende Nutzungsantrag der Flughafengesellschaft vorliege. „Jetzt ist die Katze aus dem Sack“, sagte Bernd Speer (parteilos), Bürgermeister von Eichwalde (Dahme-Spreewald).

Der Antrag zur Inbetriebnahme der Südpiste liegt laut Brandenburger Verkehrsministerium ebenfalls noch nicht vor. Mehdorn reagierte nach der Sitzung nur knapp auf die Frage, ob der 1. Juli noch zu schaffen sei: „Ja, wenn wir uns alle Mühe geben“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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Im Streit um den Schallschutz haben Anwohner des neuen Hauptstadtflughafens in letzter Instanz Recht bekommen. Demnach darf Fluglärm die normale Gesprächslautstärke von 55 Dezibel in den 14.000 betroffenen Wohnungen um den Airport in Schönefeld (Dahme-Spreewald) tagsüber nicht überschreiten. Die Kosten für den Schallschutz werden deshalb vier bis fünfmal so hoch liegen wie ursprünglich geplant.

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