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Schönefeld: Neue Runde im Taxistreit

Brandenburg fürchtet Konkurrenz aus Berlin Schönefeld: Neue Runde im Taxistreit

Wenn der BER ans Netz geht, wollen die Berliner Taxifahrer ein Stück vom Flughafen-Geschäft abhaben. Doch dafür benötigen sie ein Laderecht, dass die Schönefelder Kollegen aber nicht abgeben wollen. Die Rede ist von einem Kampf zwischen David und Goliath.

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Taxistand am Flughafen Schönefeld (alt): Bislang dürfen Berliner Wagen hier nur abliefern, aber nicht abholen.

Quelle: dpa

Potsdam. Im neu entflammten Taxistreit zwischen Berlin und Brandenburg um das Geschäft am künftigen Flughafen BER in Schönefeld (Dahme-Spreewald) gehen die Schönefelder Taxifahrer in die Offensive. Sie wollen mit Taxi-Verbänden verhindern, dass Berliner Fuhrunternehmen sich am BER breitmachen und einen Großteil der ankommenden Passagiere einlädt. „Wir werden auf jeden Fall dafür sorgen, dass das nicht passiert“, sagte der Schönefelder Taxiunternehmer Özcan Ekinci der MAZ. Er ist erster Vorsitzender des Verbands „SXF Taxiverband BER“, in dem sich nach eigenen Angaben der Großteil der Schönfelder Taxiunternehmer organisiert. „Wir sind mit der jetzigen Regelung zufrieden. Warum soll sich daran etwas ändern?“

Taxifahrer Özcan Ekinci

Taxifahrer Özcan Ekinci.

Quelle: Gellner

Hintergrund des Streits ist der Koalitionsvertrag der neuen rot-rot-grünen Regierung von Berlin. Darin wird für Berliner Taxiunternehmer das Recht reklamiert, am Großflughafen Passagiere aufnehmen zu können. Dies ist Berliner Taxen derzeit verboten. Sie dürfen Passagiere in Schönefeld abladen, müssen aber leer nach Berlin zurück. Umgekehrt dürfen märkische Taxen keine Gäste in Berlin aufnehmen. Der Landkreis Dahme-Spreewald wurde von der Berliner Forderung überrascht, er lehnt sie als „einseitig“ ab. Im Moment sei man rechtlich auf der „sicheren Seite, weil wir so handeln, wie es sich der Gesetzgeber gedacht hat“, hieß es.

Vor Jahren platzte eine Einigung mit Berlin

Laut Personenbeförderungsgesetz müssen Taxen dort gemeldet sein und eine Konzession besitzen, wo sie Passagiere aufnehmen wollen. Vor drei Jahren war eine Vereinbarung um gegenseitige Laderechte an den Flughäfen Schönefeld und Tegel gescheitert. Berliner Taxifahrer hatten sich dagegen gewehrt, dass Brandenburger in Berlin Passagiere aufsammeln, die Brandenburger wiederum hatten eine Berliner Übermacht in Schönefeld befürchtet.

Nun fürchten die Schönefelder Fahrer, von den zahlenmäßig überlegenen Berliner Kollegen überrumpelt zu werden. „Es ist ein Kampf David gegen Goliath“, sagte Ersin Sibik, der zweite Verbandsvorsitzende aus Schönefeld. 3000 Berliner Taxen profitieren derzeit vom Tegel-Geschäft, am Schönefelder Flughafen sind es dagegen nur rund 330 Wagen.

„Wir wollen nicht in Berlin arbeiten, das ist Quatsch“

„Wenn es hart auf hart kommt, lautet unsere Bedingung: Wenn Berliner Taxen in Brandenburg am Flughafen laden möchten, müssen die eine Ortskundeprüfung für Brandenburg nachweisen“, sagte Sibik. Die Fahrer müssten also noch mal auf die Schulbank. Schönefelder Taxifahrer müssen bereits seit vier Jahren einen Ortskundenachweis für Berlin und Potsdam haben. „Das wissen viele Berliner aber gar nicht.“

Sollten sich die Berliner durchsetzen, fordern die Brandenburger ein generelles Laderecht für märkische Taxen in ganz Berlin. „Wir wollen ja gar nicht in Berlin arbeiten, das ist Quatsch“, beteuert Ekinci. „Der Flughafen reicht uns völlig aus, wenn sich nicht gerade illegale Berliner Lader am Flughafen breitmachen. Es sind die Berliner, die bei uns Gäste aufnehmen wollen.“

Reichen die Brandenburger Taxen aus?

Am BER drohten den Fahrern Wartezeiten von vier bis fünf Stunden, wenn sich Berliner und Brandenburger in die Taxischlange einreihen. Momentan müsse man als Fahrer am Schönefelder Airport etwa bis anderthalb bis zwei Stunden auf die nächste Tour warten. Wegen der langen Wartezeiten war vom Landkreis ein Konzessionsstopp eingeführt worden. Doch mit dem BER werden auch deutlich mehr Passagiere abgefertigt und mehr Taxen benötigt. Die Brandenburger Fahrer reichen hierfür gar nicht aus, heißt es von Berliner Seite.

Ein Gutachten, das der Landkreis in Auftrag gegeben hat, kommt jedoch zu dem Schluss, dass die Kapazitäten durchaus genügen. Bis der BER in Betrieb geht, sollen zusätzliche Konzessionen erteilt werden. „Wenn bis dahin etwa 200 Unternehmer ihre Lizenzen bekommen, gibt es kein Problem“, beteuert Özcan Ekinci. „Am besten wäre es für alle Beteiligten, wenn der Flughafen Tegel am Netz bliebe“, sagte er.

Von Torsten Gellner

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