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Brandenburg Immer mehr Angriffe gegen Asylunterkünfte
Brandenburg Immer mehr Angriffe gegen Asylunterkünfte
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10:55 23.10.2015
Ende August brannte in Nauen (Havelland) eine Schulturnhalle vollkommen aus, die zu einer Notunterkunft umfunktioniert werden sollte. Quelle: dpa
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Potsdam

Flüchtlinge geraten immer häufiger in das Visier rechtsextremer Straftäter. In Brandenburg registrierte das Innenministerium bis Ende September 35 Straftaten gegen Asylunterkünfte, darunter acht Gewaltdelikte, wie eine Sprecherin am Donnerstag auf MAZ-Anfrage mitteilte. 2014 waren es im gesamten Jahr noch 16 Fälle, im Vorjahr zehn.

Immer wieder geraten brandenburgische Orte wegen fremdenfeindlicher Übergriffe in die Schlagzeilen. Ende August verübten unbekannte Täter in Nauen (Havelland) einen Brandanschlag auf eine geplante Flüchtlingsnotunterkunft, die in einer städtischen Turnhalle eingerichtet werden sollte. Das 2007 erbaute Gebäude brannte vollständig aus. Die Polizei vermutet ein rechtsextremes Tatmotiv, von den Tätern fehlt bislang jede Spur.

Im gleichen Monat hatten Unbekannte eine Flüchtlingsunterkunft in Rathenow (Havelland) mit Eiern beworfen, wenige Tage zuvor war in Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald) in einer Gaststätte nahe einer Unterkunft ein Feuer ausgebrochen – es war Brandstiftung. In Zossen (Teltow-Fläming) ertappte die Polizei im Mai zufällig zwei ortsbekannte Neonazis dabei, wie sie an einer geplanten Flüchtlingsunterkunft ein Feuer legten.

Gemessen an der Bevölkerung zählt Brandenburg zu den Bundesländern mit den meisten Straftaten in diesem Bereich. Das Bundeskriminalamt warnt vor weiteren Gewalttaten gegen Asylbewerber, Flüchtlingshelfer und auch Politiker. Bundesweit zählte das BKA mit Stand vom 19. Oktober 576 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte, die meisten davon im August 2015.

Nordrhein-Westfalen führt die Statistik mit 121 Delikten an, gefolgt von Sachsen mit 57 Straftaten. Die Daten entstammen einem internen Lagebild, über das zuerst WDR, NDR und „Süddeutsche Zeitung“ berichtet hatten.


Die ursprüngliche Version dieses Artikels beinhaltete einen Beispielfall, bei dem nicht abschließend geklärt werden konnte, ob es sich tatsächlich um einen rechtsextrem motivierten Angriff handelte oder nicht. Das Beispiel wurde deshalb durch andere ersetzt.

Von Bastian Pauly

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