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Schüler gegen Gewalt

Bewerbung um Landespräventionspreis Schüler gegen Gewalt

Der Weiße Ring bewirbt sich mit einem Schulprojekt in Neuseddin um den Landespräventionspreis.

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Das Landespolizeiorchester inszenierte „Emil und die Detektive“, die Schulkinder durften spontan mitmachen

Quelle: Josefine Kühnel

Neuseddin. Ein akutes Mobbingproblem hatte die Grundschule Friedrich List in Neuseddin (Potsdam-Mittelmark) laut Schuldirektorin Christiane Wladimiroff (57) nicht, als sie das Projekt „Gewaltfreie Schule“ vor einem Jahr in Zusammenarbeit mit der Polizei und dem Weißen Ring startete. „Ich wollte etwas für Toleranz und Akzeptanz und ein friedliches Miteinander der Kinder untereinander tun, bevor es anfängt zu brennen.“

Bewerbung um den Landespräventionspreis

Rund 50 Kinder im Alter zwischen 11 und 13 Jahren setzen sich dabei mit Strategien gegen Gewalt auseinander. Die Opferhilfsorganisation Weißer Ring bewirbt sich mit dem Schulprojekt in Neuseddin um den Landespräventionspreis. Zum Abschluss der ersten Stufe führten das Landespolizeiorchester und Schüler gemeinsam „Emil und die Detektive“ auf. Mit dabei war auch Bildungsministerin Britta Ernst (SPD). Sie warb für eine vernünftige Streitkultur. „Wir müssen lernen, uns zu streiten, ohne uns dabei weh zu tun.“ Schulleiterin Wladimiroff sagte, dass vielen Schülern inzwischen bewusst sei, dass nicht nur physische Gewalt verletze. Auch psychische Gewalt wie Beleidigungen und Ausgrenzung hätten erhebliche Folgen. Der achtjährige Felix Gorn, der in die dritte Klasse der Neuseddiner Schule geht, fühlt sich inzwischen wohler auf dem Pausenhof: „Ich finde schon, dass wir freundschaftlicher miteinander umgehen.“

Schulen ist guter Ruf häufig wichtiger als Gewaltprävention

Laut Peter Urban, Leiter der polizeilichen Prävention in Brandenburg, gibt es inzwischen 843 Partnerschaften von Schule, Polizei und dem Weißen Ring. Doch viele Schulen nutzen diese Angebote noch nicht. „Sie sind vorsichtig mit dem, was in die Öffentlichkeit gerät. Häufig werden Mobbingfälle unter Verschluss gehalten, um den guten Ruf der Schule nicht zu gefährden“, sagt Urban. Durch diese Geheimniskrämerei gebe es keine Zahlen, wie viele Schüler wirklich Opfer von Mobbing und Gewalt seien. Außerdem könne die Polizei nur einschreiten, wenn eine Anzeige erstattet werde. Jürgen Lüth, Landesvorsitzender des Weißen Rings, kündigte weitere Schulkooperationen an. Der Landespräventionspreis des Brandenburger Innenministeriums ist mit 5000 Euro dotiert. Der Weiße Ring kümmert sich vor allem um Menschen, die Opfer von Straftaten geworden sind.

Von Josefine Kühnel

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