Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Schüler wollen Smartphones im Unterricht
Brandenburg Schüler wollen Smartphones im Unterricht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:31 25.01.2018
Smartphones sollen, wenn es nach den Schülern geht, auch im Unterricht benutzt werden können. Quelle: ADRIANNA ELK PHOTOGRAPHY
Potsdam

Brandenburgs Schülerrat setzt sich für die Abschaffung des Handyverbots in allen Schulen des Landes ein. „Es müssen Möglichkeiten gefunden werden, wie und in welchem Maß digitale Medien besser in den Unterricht eingebunden werden“, sagte Landesschülersprecher Maurice Heilmann gestern der MAZ. Es fehle vielerorts an Konzepten im Umgang mit digitalen Lernmaterialien. Auch mangele es oft an technischen Voraussetzungen. „Was nützt es den Leuten, wenn es an ihrer Schule drei Computerkabinette gibt, aber das Netz nicht schnell genug ist“, so Heilmann. Die Schüler wollen künftig mobile Geräte wie Smartphones oder Tablets beim Lernen nutzen.

An den märkischen Schulen gibt es zwar kein vom Land auferlegtes generelles Handyverbot – inwieweit Telefone und andere digitale Geräte im Klassenzimmer benutzt werden können, ist den Schulen überlassen. Häufig ist die Benutzung der Geräte jedoch untersagt. Die Begründung lautet in der Regel, dass die Technik ablenke.

Zentrale Vorgaben vom Bildungsministerium gefordert

Auch aus Sicht der Lehrergewerkschaft muss die Digitalisierung in den Schulen voranschreiten. Der Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Günther Fuchs, sieht dabei das Bildungsministerium in der Pflicht: „Um an den Schulen vor Ort Entscheidungen zu treffen, muss es eine Vorgabe seitens des Ministeriums geben, wie die Geräte genutzt werden“, sagte Fuchs. Dabei seien jedoch vor allem datenschutzrechtliche Fragen zu klären.

Das zuständige Ministerium teilte auf Anfrage mit, zum jetzigen Zeitpunkt „keine Notwendigkeit für zentrale Vorgaben“ zu sehen. Sollten aber private Handys eines Tages im Unterricht genutzt werden dürfen, seien Haftungsfragen und Fragen des Datenschutzes zu klären, so Ministeriumssprecher Ralph Kotsch.

Digitaloffensive in Brandenburg mit Pilotprojekt

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte erst kürzlich eine Digitaloffensive gestartet. Dazu sollen im Nachtragshaushalt für das kommende Jahr zwei Millionen Euro eingesetzt werden. Schulen können sich um Investitionen in Computertechnik und WLAN bewerben. Lern- wie Lehrmaterialien sollen in einer „Schulcloud“ verfügbar gemacht werden.

Bundesweit läuft derzeit ein Schul-Cloud-Pilotprojekt mit dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam, an dem auch ein Gymnasium aus Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) beteiligt ist. Damit wird die nötige Infrastruktur für digitale Lernmaterialien geschaffen. Ziel ist es laut HPI-Direktor Christoph Meinel, dass in allen Fächern und in jedem Klassenraum mit digitalen Medien gearbeitet werden kann „wie mit einem Schulbuch“. Mithilfe digitaler Lerninhalte könne man zielgerichteter auf die Fähigkeiten der einzelnen Schüler eingehen. „Wie digitale Inhalte aussehen müssen, ob sie wirkungsvoll sind und wann sie am sinnvollsten in welchem Umfang eingesetzt werden – das müssen wir erst noch lernen“, so Meinel.

Nicht an allen Schulen haben Handys Netz-Empfang

Landeselternsprecherin Ulrike Schwenter sieht hierbei Pädagogen und Erziehungsberechtigte in der Pflicht. „Lehrer müssen sich fortbilden, aber auch die Eltern.“ Dass mobile Endgeräte als Lernmittel eingesetzt werden, hält sie für sinnvoll. Allerdings dürfe kein Schüler durch seinen Wohnort benachteiligt sein. „Nicht an allen Schulen haben die Handys Empfang“, sagte Schwenter. Ein Breitbandausbau an Brandenburgs Schulen sei daher notwendig.

Von Christin Iffert

Im Brandenburger Landtag herrscht Raumnot. Nun soll der Rechnungshof ausziehen, damit die Fraktionen mehr Platz bekommen.

21.04.2018

Der Brandenburger Landtag überträgt seit neuestem die Sitzungen von Ausschüssen ins Internet. Was als Zeichen der Offenheit gedacht ist, sorgt bereits bei der Premiere für Ärger. Die Datenschutzbeauftragte wurde nicht gefragt, Ausschüsse wurden vor vollendete Tatsachen gestellt. Jetzt wird nachgesteuert. Damit werden vielleicht auch die Haushaltsverhandlungen öffentlich.

24.01.2018

Wer Reisegepäck nachträglich zu seinem Flug dazu buchen will, muss bei Easyjet mit versteckten Preiserhöhungen rechnen. Nachdem Fluggäste sich über die irreführenden Angaben der Airline beschwerten, hat die Verbraucherzentrale Brandenburg nun Klage eingereicht.

24.01.2018