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Schulen erwarten 3000 Flüchtlingskinder

Zusätzliche Lehrer für Integration Schulen erwarten 3000 Flüchtlingskinder

Sie sprechen oft kein Deutsch, sind traumatisiert: Flüchtlingskinder, die in Deutschland ankommen, haben es nicht leicht. Brandenburgs Schulen wollen mit speziell ausgebildeten Lehrern die Integration im Klassenzimmer erleichtern.

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Ein Flüchtlingsjunge in einer Schule in Bad Belzig.

Quelle: Foto: Kaufmann

Potsdam.    Den Kindern von Golzow haben Flüchtlinge den Unterricht gerettet. Die Grundschule in Märkisch-Oderland hätte geschlossen werden müssen, weil es zu wenige Anmeldungen gab. Durch zwei syrische Kinder ist wie berichtet die notwendige Klassenstärke erreicht worden: Am Samstag werden auch in Golzow Erstklässler eingeschult.

Insgesamt rechnet Bildungsminister Günter Baaske (SPD) im neuen Schuljahr mit rund 3000 Kindern aus Krisenregionen, die in märkischen Schulen integriert werden müssen – das sind etwa 1,2 Prozent der Schülerschaft. Im vergangenen Schuljahr waren es rund 1700 Kinder. Mit dem Anstieg der Gesamtflüchtlingszahl steigt auch die Zahl minderjähriger Asylbewerber – und damit die Herausforderung für die Schulen.

Die Gewerkschaft warnt vor einer Überforderung der Schulen

Bereits im Januar hatten die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) und die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) Alarm geschlagen: Brandenburg sei nicht gut darauf vorbereitet, Flüchtlingskinder zu bilden. Es fehle nicht nur an Deutschlehrern, sondern auch an Schulpsychologen, Sozialarbeitern und Therapeuten.

Viele Lehrer kümmerten sich engagiert darum, die Kinder zu integrieren, sagt Elke Montanari, Professorin für Deutsch als Zweitsprache an der Universität Hildesheim. Die meisten machten dies aber zusätzlich zu ihrer sonstigen Arbeit. An manchen Schulen würden Schüler zudem direkt in Regelklassen geschickt, weil die Kapazitäten für Sprachlernklassen nicht ausreichten. „Sie verstehen nichts, die Motivation sinkt, und Chancen werden verschenkt.“

50 Deutschlehrer kommen an die Schulen

Das Land stelle nun im neuen Schuljahr 124 zusätzliche Stellen für den Unterricht mit Flüchtlingen bereit, sagte Baaske am Donnerstag. „Das wird aber vermutlich nicht reichen.“ In der ersten Schulwoche werde eine Umfrage an den Schulen gemacht, um die tatsächliche Zahl ausländischer Schüler zu ermitteln. Dann werde er mit Finanzminister Christian Görke (Linke) über weitere Stellen verhandeln. In der Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt, wo Kinder freiwillig Kurse besuchen können, werden 22 statt bisher zehn Lehrer eingesetzt. Am Landesinstitut für Schule und Medien (Lisum) seien zudem 50 Lehrer in Deutsch als Zweitsprache ausgebildet worden. Die Pädagogen seien auch geschult, Traumatisierungen zu erkennen, so Baaske. Die Lehrer könnten nicht selbst therapieren, aber Hilfsangebote vermitteln.

Die Schulpflicht beginnt für Kinder, sobald sie von der Erstaufnahmestelle in eine Kommune ziehen. Die Forderung von Thüringens SPD-Chef Andreas Bausewein, Kinder nicht zur Schule zu lassen solange deren Asylverfahren offen ist, hatte Baaske zurückgewiesen.

Von Marion Kaufmann

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