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Schulstart: Diese Regeln sind überlebenswichtig

ABC-Schützen Schulstart: Diese Regeln sind überlebenswichtig

ABC-Schützen sind kleiner und unerfahrener als die meisten anderen Verkehrsteilnehmer. Auch tagsüber das Licht einschalten und stets bremsbereit fahren, rät die Polizei zum Schulstart Autofahrern und kündigt verstärkt Kontrollen an. Auch Radler sind im Visier. Die Eltern sind besonders gefordert, sie sollten die folgenden Tipps kennen – mitunter könnten sie Leben retten.

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Achtung Autofahrer: Ab Montag gehören neue ABC-Schützen zum Straßenbild.

Quelle: dpa

Potsdam. Am kommenden Montag, den 5. September 2016, geht für alle Schüler in Brandenburg die schöne Ferienzeit zu Ende und viele Brandenburger beenden ihren Sommerurlaub. Das bedeutet dann auch: ABC-Schützen werden das Bild im Straßenverkehr prägen, der Berufsverkehr nimmt wieder zu. Die Polizeidirektion West bittet daher alle Verkehrsteilnehmer sich auf diese besondere Situation einzustellen. Zum Schulstart legt die Polizei Auto- und Rad- und anderen Fahrern sowie Eltern die folgenden Regeln und Hinweise ans Herz.

Kinder unterschätzen oft Gefahren – was Autofahrer kalkulieren sollten

Insbesondere Fahrzeugführer müssen sich auf ein kindentsprechendes Verhalten der ABC-Schützen einstellen. Damit gemeint sind das eingeschränkte Sichtfeld und die geringe Körpergröße der Schulanfänger, wodurch sie von anderen Verkehrsteilnehmern leicht übersehen werden können. Die Polizei mahnt: „Aufgrund ihres Entwicklungsstandes sind Grundschüler den komplexen Situationen des Straßenverkehrs nicht gewachsen, unterschätzen Gefahrensituationen und sind oftmals in ihren Reaktionen unberechenbar.“ Das erfordere von älteren Verkerhsteilnehmern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme von jedem.

Diese Schulwegunfälle passierten 2015

Nach statistischen Angaben der Polizeidirektion West ereigneten sich die folgenden Verkehrsunfälle von Kindern und Jugendlichen im Jahr 2015, die sich auf dem Weg zur oder von der Schule befanden:

Im Gebiet der Polizeidirektion West insgesamt : 143 Unfälle (124 Verletzte)

Polizeiinspektion Potsdam : 67 Unfälle (60 Verletzte)

Polizeiinspektion Brandenburg
/Havel : 18 Unfälle (13 Verletzte)

Polizeiinspektion Havelland : 32 Unfälle (27 Verletzte)

Polizeiinspektion Teltow-Fläming : 24 Unfälle (24 Verletzte)

Im Jahr 2015 wurde keine Person bei Schulwegunfällen im Bereich der Polizeidirektion West tödlich verletzt.

Deshalb sollten alle Fahrzeugführer an Schulen und Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs den Fuß vom Gas nehmen und stets defensiv und bremsbereit fahren . An Bussen mit eingeschalteter Warnblinkanlage, die an einer Haltestelle stehen, darf nur vorsichtig und mit Schrittgeschwindigkeit vorbeigefahren werden – auch auf der Gegenfahrbahn.

In Nordrhein-Westfalen sind die Ferien schon zu Ende – zum Schulstart übte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD)  Anfang vergangener Woch

In Nordrhein-Westfalen sind die Ferien schon zu Ende – zum Schulstart übte Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) Anfang vergangener Woche gemeinsam mit Erstklässlern, wie man Zebrastreifen überquert.

Quelle: dpa

Für mehr Sicherheit sorgt auch das Fahren mit eingeschaltetem Licht am Tage . Kinder nehmen dadurch herannahende Fahrzeuge schneller wahr und können so Entfernungen besser einschätzen. Insbesondere an Fußgängerüberwegen ist das von großem Vorteil. Auch helfen hier eindeutige Zeichen der Fahrzeugführer , dass sie die querende Person am Fußgängerüberweg wahrgenommen haben und anhalten.

Eltern sollten mit Kindern den Schulweg mehrmals abgehen und üben

Eine große Verantwortung und Vorbildfunktion haben aber auch die Eltern der Erstklässler. Sie sollten mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen ihre Kinder auf die typischen Gefahrensituationen des Straßenverkehrs vorbereiten. Dazu zählt den Schulweg mit den Kindern gemeinsam festzulegen und mehrmals abzugehen , um die realen Verkehrsbedingungen kennenzulernen und die sich daraus ergebenen Verhaltensweisen zu verinnerlichen. Dabei gilt: Der kürzeste Weg ist nicht immer der Sicherste.

Am besten lässt sich der Schulweg gemeinsam bewältigen

Am besten lässt sich der Schulweg gemeinsam bewältigen.

Quelle: dpa

Sollten Kinder mit dem Bus oder der Straßenbahn zur Schule fahren, rät die Polizei dazu, die wichtigsten Verhaltensregeln einzuüben:

1. Beim Warten an der Bushaltestelle nicht toben, streiten oder schubsen

2. Nicht vor oder hinter einem stehenden Bus über die Straße gehen

3. Beim Ein- und Aussteigen nicht drängeln oder schubsen und nicht unvermittelt aus dem Bus oder der Straßenbahn springen

4. Beim Stehen in Bussen immer festhalten, zum Beispiel an Griffen, Schlaufen oder Stangen

5. Auf Bussitzen, an denen ein Sicherheitsgurt vorhanden ist, muss dieser auch angelegt werden

Junge ABC-Schützen sollten nicht alleine mit dem Fahrrad zur Schule fahren . Hier empfiehlt es sich zu warten, bis ein entsprechendes Alter erreicht ist, etwa nach der schulischen Radfahrausbildung in der 4. Klasse. Die Kinder sollten erst das Rad sicher im Straßenverkehr beherrschen, damit sie den hohen Anforderungen ausreichend gewachsen sind.

Die Beamten der Polizeidirektion West werden in den nächsten Wochen die Schulwegsicherung verstärkt mit Verkehrskontrollen und präventiven Maßnahmen durchführen. Kontrolliert werden vor allem Geschwindigkeit, Einhaltung der Gurtpflicht und Kindersitze. Es wird „an alle Eltern appelliert, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, dass sie die gesetzliche aber auch moralische Verantwortung gegenüber ihren Kindern haben, was die Einhaltung der Gurtpflicht angeht“, so die Polizei.

Polizei kontrolliert Verhalten von Radfahrern, vor allem auf Gehwegen

Insbesondere in den städtischen Bereichen wird das verkehrsgerechte Verhalten von Fahrradfahrern kontrolliert. Gerade durch das verbotene Benutzen von Fußwegen durch Jugendliche und Erwachsene werden Gefahren in den Bereich gebracht, der den Schulkindern eigentlich als sicherer Verkehrsraum garantiert wird.

Aus psychologischer Sicht sollte der Schulstart mit einer positiven Note versehen werden, etwa einer Zuckertüte und einer Feier

Aus psychologischer Sicht sollte der Schulstart mit einer positiven Note versehen werden, etwa einer Zuckertüte und einer Feier.

Quelle: dpa

Motivieren statt Druck machen und Ängste vor der Schule schüren

Weitere Tipps für einen gelungenen Schulbeginn gibt der Medizinprofessor Veit Roessner von der Kinder- und Jugendpsychiatrie der Dresdner Uniklinik. Er rät Eltern, den Schulstart psychologisch nicht zu überfrachten. „Eine Feier, Schultüte, den Schulanfang besonders zu begehen, ist durchaus sinnvoll, damit das Kind in diese neuen Lebensphase stolz und motiviert startet“, sagt Roessner. Eltern sollten den Schulanfang mit einer positiven Note versehen und keinen Leistungsdruck aufbauen. „Sprüche wie „Bald beginnt der Ernst des Lebens“ kann man spaßhaft sagen – wenn es das Kind verkraftet.“ Aber manche Kinder könnten dadurch unnötigerweise Ängste entwickeln.

Das sollten Eltern vermeiden: Druck aufbauen und eigene Ängste auf das Kind übertragen. Dazu gehöre zum Beispiel, Kindern das mitzugeben, was man eigentlich selbst gern gemacht hätte – nach dem Motto: Mein Kind soll es einmal besser haben. Oder der Gedanke: Ich bin vielleicht nicht so besonders, aber mein Kind ist dafür auf jeden Fall hochbegabt.

Von MAZonline

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