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Sechs Menschen sterben bei Crash auf A10

Woidke nach Unfall betroffen Sechs Menschen sterben bei Crash auf A10

Wieder hat es auf der Autobahn 10 gekracht. Der Fahrer eines bulgarischen Kleintransporters ist mit seinem Wagen auf ein Stauende gefahren - direkt auf einen Sattelschlepper. Sechs Menschen - drei Männer und drei Frauen - sind bei dem schweren Crash gestorben.

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Quelle: dpa

Schwanebeck/Potsdam. Es ist eine schreckliche Nachricht so kurz vor dem Wochenende: Ein Kleintransporter mit acht Bulgaren prallt im Norden von Berlin auf der Autobahn A10 ungebremst an einem Stauende auf einen Sattelschlepper. Drei Männer und drei Frauen sind auf der Stelle tot. Der Fahrer und ein weiterer Reisender überleben schwer verletzt. Sie werden mit Hubschraubern in Spezialkliniken geflogen und noch am Abend operiert. Ihr Leben hängt an einem seidenen Faden.

Es ist Freitagnachmittag, als ein bulgarischer Kleintransporter mit acht Autoinsassen an einem Stauende auf einen Sattelzug auffährt. Der Aufprall ist heftig. Sechs Menschen sterben noch am Unfallort. Zwei weitere werden schwer verletzt. Nach dem Unfall war die A 10 stundenlang gesperrt.

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Ein erschütterndes Bild bietet sich den Rettungskräften als sie am Freitagnachmittag, kurz nach 15 Uhr, in der prallen Sonne auf dem Autobahndreieck Barnim anrücken. Der vordere Teil des Kleintransporters ist völlig zerfetzt und hat sich fast bis zur Hälfte unter den Lastwagen geschoben. Bis zur Unkenntlichkeit verformte Fahrzeugteile und Habseligkeiten der Insassen liegen verstreut auf der Fahrbahn. Später werden die Feuerwehrleute die Taschen und Kleider der Opfer einsammeln und in große Plastiksäcke packen.

Rückstau wegen Liegenbleiber

Der Fahrer überlebt den Unfall möglicherweise, weil er den Wagen nicht ganz frontal auf das Heck des Lkw fahren lässt, sondern das Steuer wohl in letzter Sekunde noch herumreißt. Doch die Reaktion kommt zu spät. Der Transporter verkeilt sich im linken Ende des Sattelschleppers aus dem Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt. Viel mehr kann die Autobahnpolizei am Abend zu dem Unglück aber nicht sagen. Vielleicht war der Fahrer abgelenkt oder müde, auch ein technischer Defekt ist möglich.

 

Eins aber ist gewiss: „2,5 Kilometer vor der Unfallstelle auf Berliner Territorium hat es in einem Baustellenbereich des nördlichen Berliner Rings einen Liegenbleiber gegeben. Deshalb hat sich ein Rückstau gebildet“, sagt Thomas Nöring, Leiter der Autobahnpolizei der Polizeidirektion Ost. Sachverständige sollen die Ursache klären.

Weiterer Unfall am Stauende

Nur eine Stunde später kommt es am Ende der kilometerlangen Autoschlange, der sich hinter der Unfallstelle gebildet hat, zu einem weiteren Auffahrunfall mit vier Fahrzeugen. Die Feuerwehr bringt zwei weitere Schwerverletzte in Krankenhäuser.

Wer genau im Kleinbus unterwegs war, konnte die Polizei wenige Stunden nach dem Unglück nicht sagen. Es könnte sich um Arbeiter, Erntehelfer oder Touristen handeln. Spekulationen, wonach eine der toten Frauen schwanger gewesen sein soll, kann der Leiter der Autobahnpolizei am Abend nicht bestätigen.

In Deutschland leben seit Jahren viele Bulgaren. Seit 2014 können sie ohne Einschränkungen in Deutschland arbeiten. Sieben Jahre nach dem Beitritt von Bulgarien und Rumänien zur Europäischen Union (EU) gilt für sie die vollständige Arbeitnehmerfreizügigkeit. Das Statistische Bundesamt rechnete zu Jahresbeginn deshalb mit einem verstärkten Zuzug.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich tief betroffen über das Unglück. „Ich bin erschüttert. Mein Mitgefühl gehört den Hinterbliebenen der Opfer, meine Anteilnahme den Verletzten“, sagte Woidke gestern. Innenstaatssekretär Matthias Kahl (SPD) ließ sich von der Einsatzleitung informieren. Noch am Abend wollte er den Botschafter der Republik Bulgarien in Deutschland über das tragische Unglück informieren. Die Einsatzkräfte hätten ihr Bestes gegeben, um die Verletzten zu retten, so Kahl.

Schwere Unfälle auf der A10

Schwere Unfälle auf Autobahnen mit vielen Schwerverletzten oder Toten sorgen immer wieder für Schlagzeilen. Wir haben einige Beispiele:

November 2014: Ein polnischer Bus kommt auf dem südlichen Berliner Ring in Brandenburg von der Fahrbahn ab, fährt in eine Böschung und kippt um. Elf Menschen werden schwer verletzt.

Juli 2014: Auf der A10 sterben zwei Männer nahe Potsdam. Ein 49 Jahre alter Falschfahrer war frontal in das Auto eines 57-Jährigen gerast. Eine Frau hatte zuvor gerade noch ausweichen können.

September 2012: Ein Lastwagen prallt auf dem Berliner Ring auf einen Bus mit Schülern aus Polen. Zwei LKW-Fahrer sterben. 

Von Marion Kaufmann/MAZonine/dpa

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Wie konnte es dazu kommen? Bei einem Horrorunfall auf der A10 sterben sechs Menschen, ein weiterer kämpft noch immer um sein Leben. Der einzige, der relatives Glück hatte, ist der Fahrer des verunglückten Kleintransporters. Doch der hüllt sich in Schweigen - und ist bereits wieder in seinem Heimatland Bulgarien. Die Polizei bemüht sich weiter, den Unfallhergang zu klären.

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