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Seit der Buga kommen mehr Gäste

Tourismusbilanz Seit der Buga kommen mehr Gäste

Viele waren skeptisch, ob eine Bundesgartenschau im Havelland an insgesamt fünf Standorten und in zwei Bundesländern funktionieren kann. Am Ende der Buga 2015 stand dann auch ein Millionen-Defizit - dennoch habe es sich gelohnt, betonen die Macher.

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Die „Steppengleiter“ bieten in Stölln (Havelland) auf dem dortigen Buga-Gelände im Fliegerpark Platz für zusätzliche Pflanzen.

Quelle: dpa

Brandenburg/Havel/Rathenow/Havelberg. Die Bundesgartenschau 2015 hat im Havelland einen Schuldenberg in Höhe von rund 12 Millionen Euro hinterlassen. Denn zu der sechsmonatigen Schau kamen nur gut 1 Million, statt der erwarteten 1,5 Millionen Besucher. Dennoch zeigen sich die Verantwortlichen an den großen Standorten ein Jahr nach dem Ende der Schau (11. Oktober) zufrieden.

„Von Januar bis Juni 2016 verzeichneten wir 95.193 Übernachtungen, das ist ein Plus von 15,3 Prozent zum gleichen Zeitraum 2014“, sagt die Oberbürgermeisterin von Brandenburg/Havel, Dietlind Tiemann (CDU), die auch Vorsitzende des Buga-Zweckverbandes ist. Wie Tiemann freuen sich auch die großen Buga-Standorte Rathenow und Havelberg (Sachsen-Anhalt) über deutlich mehr Gäste.

Der Sprecher der Stadt Brandenburg/Havel, Jan Penkawa, betont, der geprüfte Jahresabschluss des Zweckverbandes liege noch nicht vor. Deswegen könnten noch keine Angaben zum Anteil der Stadt gemacht werden. Zuletzt hatte Tiemann aber im Februar erklärt, das Minus liege insgesamt bei zwölf Millionen Euro.

Die Vorteile für die Region und die Stadt seien jedoch deutlich, betont Tiemann auf Anfrage. „Der Tourismus ist damit ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserer Stadt, von dem viele Menschen direkt und auch indirekt profitieren“, sagt sie. „Dazu kommt, dass die Brandenburgerinnen und Brandenburger immer mehr stolz sind auf ihre Stadt und diese gerne auch Gästen zeigen.“

Auch angesichts eines Schuldenanteils von 2,6 Millionen Euro für Rathenow äußert sich Stadtsprecher Jörg Zietemann ebenfalls überzeugt von der Buga. „Die Menschen nehmen ihre Stadt jetzt als viel freundlicher wahr, und wir hatten in diesem Sommer auch sichtlich mehr Besucher als in den Vorjahren.“ Insbesondere Radtouristen, Wanderer aber auch viele Freizeitskipper aus ganz Deutschland hätten die Stadt an der Havel entdeckt. Damit habe die Buga für Rathenow den gleichen Effekt gehabt wie die Landesgartenschau 2006. „Diesmal hatte es aber noch ganz andere Dimensionen“, betont Zietemann. „Ohne die Buga wären doch niemals eine Million Gäste ins Havelland gekommen.“

Die Millionenschulden werde die Stadt voraussichtlich mit einem Kredit schultern müssen, sagt der Sprecher. „Bei einem Jahresetat von knapp 40 Millionen Euro schütteln wir das nicht so mal eben aus der Portokasse.“ Aber für Bürger und Gäste sei mit der gärtnerischen Gestaltung des Weinberggeländes und des Optikparks ein erheblicher Zugewinn entstanden, betont Zietemann.

Auch Havelberg, die einzige Buga-Stadt in Sachsen-Anhalt, bereut ihre Teilnahme keineswegs. „Ich würde es immer wieder machen“, sagt Bürgermeister Bernd Poloski (parteilos). Und nicht nur er denke so: „Das absolute Gros der Bevölkerung sagt, das war eines der schönsten Jahre, die wir hier gehabt haben.“ Die Menschen seien bis heute stolz, dass sich Havelberg so verändert habe, das Selbstbewusstsein sei gewachsen. Weit über Havelberg hinaus habe die Region profitiert. Havelberg selbst verzeichne in diesem Jahr rund 25 Prozent mehr Besucher als in den Jahren 2013 und 2014.

Das finanzielle Defizit, das nach der Buga entstanden war, weil weniger Besucher kamen als erwartet, sei durch Mehreinnahmen mehr als kompensiert worden. Allein 2015 habe das Plus bei den Gewerbesteuereinnahmen bei 350.000 Euro gelegen, rechnet Poloski vor. Auch bei der Einkommensteuer habe es einen deutlichen Zuwachs gegeben. Das Land habe das Engagement der kleinen Stadt schließlich auch gewürdigt und einen Zuschuss von 400.000 Euro beigesteuert.

Von Dörthe Hein und Klaus Peters

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