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Brandenburg Senioren am Steuer: Hart an der Grenze
Brandenburg Senioren am Steuer: Hart an der Grenze
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23:14 25.06.2015
Sicherheit durch Training. Besonders gefragt sind Einparkübungen, da das Wenden des Kopfes vielen Senioren aufgrund massiver Bewegungseinschränkungen schwerfällt. Quelle: Fotos: Dpa
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Potsdam

Der Wagen schlingert nach der Vollbremsung über die nasse Gummimatte, das Fahrzeug bricht nach rechts und links aus. „Zu hektische Lenkbewegungen“, kommentiert Klaus Bergmann, Organisator der Fahrsicherheitstraining bei der Verkehrswacht Potsdam. Fahrer Thomas Röhrig hatte einen ganz anderen Eindruck. „Ich habe wohl zu spät gegengelenkt“, meint der 52-Jährige nach seinem ersten Bremsversuch auf alten Transportbändern aus dem Braunkohletagebau, auf denen das Autofahren auf glatten Straßen trainiert wird. „Es ist gut, hier mal die Grenzen kennenzulernen“, sagt Röhrig. „Dazu hat man im Alltagsverkehr wenig Möglichkeiten.“

So wie Röhrig geht es auch seinen Mitstreitern an diesem Vormittag beim „Fahrtraining 50 plus“ auf dem Gelände der Verkehrswacht. Rainer Sommerfeld nutzt die Gelegenheit, den technischen Fortschritt mal richtig auszutesten. „Mein erstes Auto war ein Trabant, dann kam ein Wartburg und ein Opel Kadett“, sagt der 61-Jährige. „Jetzt bin ich bei einem Zafira.“

„Bei älteren Teilnehmern so etwa ab 70 Jahren kommen neben der zunehmenden Reaktionszeit oft auch Bewegungseinschränkungen hinzu“, sagt Bergmann. Das Wenden des Kopfes beim Rückwärts-Einparken wird zum Problem. Dann wird „Spiegelfahren“ geübt: „Über die Außen- und den Innenspiegel sehe ich mehr, als wenn ich mich umdrehe“, erläutert der Experte. Das Training geht bis zu einer Rückwärtsfahrt durch die Slalomstrecke.

Zum 2. Brandenburger Aktionstag für die „Generation 65 plus“ ist am Donnerstag auch die Polizei auf dem Gelände der Verkehrswacht. Der Aktionstag wurde 2014 ersonnen, nachdem die Polizei wachsende Unfallzahlen mit Beteiligung älterer Verkehrsteilnehmer registrieren musste. „Wir klären auch darüber auf, dass regelmäßige Gesundheitschecks beim Hausarzt wichtig sind und dass man auf Medikamente achten soll, die müde machen“, sagt Mario Heinemann, Sprecher des Brandenburger Polizeipräsidiums.

Die 67-jährige Monika Polonis interessiert sich besonders für Fortbildungen in der Theorie. „Es gibt so viele neue Regeln und Verkehrsschilder“, sagt sie. „Zum Beispiel weiß ich nie, wie lange eine Tempo-30-Zone gilt, weil das oft nicht durch ein weiteres Schild aufgehoben wird.“ Auch das Einparken will die Potsdamerin üben.

Neben Seh- und Hörtests und den Einpark-Übungen gibt es zum Aktionstag auch einen Übungsbus für den neuesten Trend: Das Sicherheitstraining mit dem Rollator, meist für die Generation 80 plus. „Das bieten wir seit zwei Jahren an und bekommen zunehmend Zulauf“, sagt Bergmann. Da geht es um die richtige Einstellung der Laufhilfe, das Einsteigen mit dem Rollator in einen Bus oder das Überwinden einer Bordsteinkante. „Das geht am besten rückwärts“, weiß Bergmann.

Von Klaus Peters

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