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Sensation: Eisbär-Zwillinge im Tierpark geboren

Nachwuchs in Berlin Sensation: Eisbär-Zwillinge im Tierpark geboren

Nach 22 Jahren gibt es erstmals wieder Eisbären-Nachwuchs im Tierpark Berlin: Am Donnerstag hat die Eisbärin Tonja Zwillinge zur Welt gebracht. Die Freude bei allen Tierpark-Mitarbeitern ist riesig. Trotzdem heißt es in den nächsten 14 Tagen Daumen drücken.

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Eisbärenmutter Tonja.

Quelle: Screenshot/Tierpark Berlin

Berlin. Fast zehn Jahre nach der Geburt von Berlins berühmtem Eisbären Knut gibt es in der Hauptstadt wieder Eisbären-Nachwuchs. Im Berliner Tierpark seien am Donnerstag Zwillinge geboren worden, teilte die Fördergemeinschaft von Tierpark und Zoo am Freitag mit. Die Pfleger hoffen, dass die Babys überleben. Die Sterblichkeit bei neugeborenen Eisbären liege bei rund 50 Prozent, hieß es.

Seit zwei Wochen hätten die Tierpfleger im Eisbärenrevier jeden Morgen einen prüfenden Blick auf den installierten Überwachungsmonitor geworfen, schreibt der Tierpark auf seiner Internetseite. Am Donnerstag dann die große Überraschung: Neben Mutter Tonja liegen zwei meerschweinchengroße Jungtiere. Der Nachwuchs kommt taub und blind auf die Welt.

Nur circa 30 Zentimeter sind Eisbärenbabys bei ihrer Geburt groß

Nur circa 30 Zentimeter sind Eisbärenbabys bei ihrer Geburt groß. Hier liegt die kleine Familie in ihrer Wurfbox.

Quelle: Screenshot/Tierpark Berlin

Nach 22 Jahren sei das der erste Eisbären-Nachwuchs im Tierpark Berlin, heißt es in der Mitteilung weiter. Eltern der Zwillinge sind die sechsjährige Tonja und der vierjährige Wolodja. Während Wolodja aktuell auf der Außenanlage im Tierpark für die Besucher zu sehen ist, befinden sich Mutter Tonja und ihr Nachwuchs in der Wurfbox.

„In den ersten 10 Tagen ist die Sterblichkeit bei neugeborenen Eisbären besonders hoch“, erklärt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem und fügt hinzu: „Zudem ist Tonja als Erstgebärende noch unerfahren. Im Tierpark wurden bisher bei allen erfolgreichen Aufzuchten zwei Jungtiere geboren, es wurde jedoch immer nur eins aufgezogen. Es gilt also die nächsten 14 Tage ganz fest die Daumen zu drücken. Schon die erfolgreiche Aufzucht eines Jungtiers wäre fantastisch.“

Freude über den Nachwuchs bei allen Tierpark-Mitarbeitern riesig

Auch wenn die Eisbärenzwillinge die kritische Phase noch nicht überwunden haben, ist die Begeisterung über den Nachwuchs bei den Tierpark-Mitarbeitern riesig. Die Geburt allein ist eine großartige Nachricht. Besonders freut sich der zuständige Kurator Florian Sicks über die doppelte Eisbären-Überraschung: „Bislang stimmen uns alle Zeichen sehr optimistisch. Tonja bleibt immer ganz nah an den Jungtieren und hält sie dicht an ihrem wärmenden Körper. Diese Geburt ist auch eine wichtige Bestätigung für die Arbeit der Tierpfleger. Ihr Umgang mit den Tieren ist so gut, dass sie ihnen völlig vertrauen.“

Wenn die Zwillinge groß sind, können sie auch so im Wasser toben

Wenn die Zwillinge groß sind, können sie auch so im Wasser toben.

Quelle: Screenshot/Tierpark Berlin

In den nächsten Tagen wird sich niemand der Wurfbox nähern. Absolute Ruhe für Mutter und Nachwuchs ist für den Erfolg der Aufzucht ein entscheidender Faktor. Tonja und Aika haben sich bis zum Herbst ausreichend Fettreserven zugelegt, von denen sie nun zehren können. Während der Ruhezeit werden die Eisbären nicht gefüttert.

Die junge Familie ist aktuell für die Tierparkgäste nicht zu sehen. Wie auch in der Natur verlassen die Mütter mit ihren Jungtieren erst im Frühjahr die Wurfhöhle.

Eisbären in Zoos

Gehege mitten in Europa statt Arktis: In 13 deutschen Zoos leben nach Angaben des Verbands der Zoologischen Gärten aktuell 28 Eisbären. Damit sei Deutschland die führende Eisbär-Nation in Europa, wo es insgesamt 116 Eisbären in Zoos gibt. Nachwuchs bei den putzigen Tieren ist ein Garant für steigenden Ticketverkauf, wie einst Eisbär Knut im Berliner Zoo zeigte.

Der Deutsche Tierschutzbund lehnt die Zoohaltung von Eisbären ab. Artgerecht sei dies kaum möglich: „Selbst die größten Außengehege sind nur winzige Gefängnisse“, heißt es unter Verweis auf den mehrere Tausend Quadratkilometer großen Aktionsradius der Tiere in der Natur.

Eisbären seien zudem eigentlich Einzelgänger - ausgenommen zur Paarungs- und Fortpflanzungszeit. Weiter kritisieren Tierschützer, dass bei der Zucht zwangsläufig nur auf einen kleinen Genpool zurückgegriffen werden könne. Damit werde Inzucht gefördert, was Erbkrankheiten zur Folge haben könne. Auch klimatisch passe es nicht.

Mehrlingsgeburten sind nach Angaben des Zoo-Verbands völlig normal, die Eisbären vermehrten sich auf natürlichem Wege: Ein bis drei Jungtiere könne eine Eisbärin zur Welt bringen. Bei Gehegen legten die Zoos zunehmend Wert auf verschiedene Bodenbeläge und vielfältige Beschäftigungsmöglichkeiten. Eisbären erreichten dort auch ein höheres Alter von bis zu 40 Jahren - in freier Wildbahn seien es 25.

Eisbären kommen nach Angaben des WWF unter anderem in Alaska, Grönland und Kanada vor. Der Bestand der gefährdeten Tiere weltweit wird noch auf 20 000 bis 25 000 geschätzt - Tendenz abnehmend. Den Raubtieren macht insbesondere der Klimawandel zu schaffen.

Der legendäre Eisbär Knut im Berliner Zoo begeisterte Besucher aus der ganzen Welt. Der 2006 geborene und per Hand aufgezogene Eisbär sorgte vor allem 2007 für einen großen Ansturm von Fans. Er starb vor mehr als fünf Jahren an einer Gehirnentzündung. Heute steht er ausgestopft im Berliner Naturkundemuseum.

Im Tierpark war Eisbär Felix die letzte erfolgreiche Eisbärengeburt. Seine Mutter Polly brachte ihn Ende 1994 auf die Welt. Er lebt heute in Italien.

Von dpa

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