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Brandenburg Sex-Übergriffe im Heim? DRK beurlaubt Leiter
Brandenburg Sex-Übergriffe im Heim? DRK beurlaubt Leiter
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14:37 20.07.2016
Flüchtlingshelfer des DRK. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sieht sich erneut Vorwürfen ausgesetzt, in einer seiner Flüchtlingseinrichtungen sei es zu sexuellen Übergriffen und anderen Missständen gekommen. Diesmal geht es um angebliche Vorkommnisse in der Flüchtlingserstaufnahme in der Potsdamer Heinrich-Mann-Allee.

„Sexuelle Handlungen mit weiblichen Schutzbefohlenen“

In einem anonymen Schreiben, das Mitarbeiter an die Führung des DRK-Landesverbandes sowie an den Präsidenten des Bundesverbands des DRK, Ex-Kanzleramtsminister Rudolf Seiters, geschickt haben, ist von „wiederholten sexuellen Handlungen“ eines Kollegen „mit weiblichen Schutzbefohlenen“ die Rede – also mit Flüchtlingen. Die Hausleitung habe Kenntnis davon gehabt; in dem Schreiben ist von „Billigung und Vertuschung“ die Rede. Auch werde es geduldet, dass Arbeitskollegen „sexuell belästigt“ und verhöhnt würden. Das Schriftstück liegt der MAZ vor.

Mitarbeiter weigerten sich, Waffenrazzia durchzuführen

Weiter prangern die Autoren des Briefs mangelnde Hygiene- und Seuchenvorsorge an und äußern Kritik an Sicherheitsstandards in der Einrichtung. So seien die Mitarbeiter beim Ausbruch von Tuberkulose und Krätze nicht genügend geschützt und informiert worden, lautet der Vorwurf. Schutzbekleidung – etwa zum Abziehen verschmutzter Bettwäsche – werde nicht gestellt. Der Einrichtungsleiter habe die Hausbetreuer außerdem anlässlich eines Verdachtsfalls angewiesen, die Schränke aller Flüchtlinge auf Waffen zu durchsuchen. Alle Hausbetreuer hätten sich laut Brief geweigert, denn diese gefährliche Aufgabe müsse die Polizei zu übernehmen.

DRK-Spitze leitet anonymen Brief an Staatsanwaltschaft weiter

Die DRK-Spitze teilte auf MAZ-Anfrage mit, der Einrichtungsleiter habe „kurzfristig Urlaub genommen“, damit die Vorwürfe untersucht werden könnten. Er werde bis zur Klärung der Anschuldigungen „nicht am Standort“ sein, so DRK-Sprecherin Iris Möker. Der des sexuellen Übergriffs beschuldigte Hausbetreuer sei bis auf weiteres krank geschrieben. Den Brief habe das DRK sofort an die Staatsanwaltschaft weiter geleitet „mit der Bitte, die Vorwürfe zu prüfen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen“, so Möker.

Nach Bekanntwerden des offenen Briefs am Freitag hatte die DRK-Leitung für Montag, 18. Juli, eine Mitarbeiterversammlung einberufen, außerdem suchte am Dienstag eine Supervisorin das Gespräch mit den Teams innerhalb der Einrichtung. „Wir haben gehandelt und nehmen die Vorwürfe sehr ernst“, sagte DRK-Sprecherin Möker.

Vergewaltigung in Eisenhüttenstadt: Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen zur angeblichen Vergewaltigung einer Kenianerin in der Erstaufnahmestelle Eisenhüttenstadt sind eingestellt worden.

Die DNA-Spuren der vermeintlichen Täter hätten nicht mit denen übereingestimmt, die an der Kenianerin gesichert wurden, sagte Staatsanwaltschaftsprecherin Ricarda Böhme. Der Anwalt der Kenianerin hat allerdings Widerspruch eingelegt. Drei Afghanen waren der Tat vom 2. Januar 2016 bezichtigt worden.

Bereits im Winter war das DRK in die Schlagzeilen geraten, weil in der Zentralen Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise eine Kenianerin von drei afghanischen Flüchtlingen angeblich vergewaltigt worden sein soll. Das Verfahren wurde aber, wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mitteilte, mangels Tatverdacht eingestellt.

Nach Vorfällen in Eisenhüttenstadt: DRK übte sich in Selbstkritik

Außerdem soll ein libanesischer Dolmetscher in der vom DRK betriebenen Einrichtung mehrere freiwillige Helferinnen sexuell genötigt und beleidigt haben. Vier Anzeigen liegen vor, das Verfahren läuft noch. Als Träger der meisten Landeseinrichtungen zur Aufnahme von Flüchtlingen hat das DRK in einem Bericht aus dem Juni harte Selbstkritik geübt und sich selbst schwere organisatorische Missstände bescheinigt.

Der Sprecher des zuständigen Innenministeriums, Ingo Decker äußerte, das Ministerium habe das DRK aufgefordert, bis Freitag einen ersten Bericht vorzulegen. Außerdem, so Decker, gehe das Ministerium davon aus, dass dem Leiter der Einrichtung und dem beschuldigten Hausbetreuer „bis zur Klärung der Vorwürfe der Zutritt zur Einrichtung verwehrt wird“. Sprecher Ingo Decker: „Wir werden die Vorwürfe sehr aufmerksam prüfen und, wenn geboten, Konsequenzen ziehen.“ Das Ministerium, dem die Flüchtlingseinrichtungen unterstehen, lege großen Wert auf die Einhaltung von Standards.

Von Ulrich Wangemann

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