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Sexueller Missbrauch: Flüchtling wird angeklagt

Glöwen Sexueller Missbrauch: Flüchtling wird angeklagt

Der Fall hatte für empörte Debatten und rechtsextreme Aufmärsche in der Prignitz gesorgt: Ein Asylbewerber aus Afghanistan hatte zwei Kinder sexuell missbraucht. Nun hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin schnell eine Anklage zustande gebracht. Aber der Mann bleibt auf freiem Fuß.

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Quelle: dpa

Glöwen. Ein 16 Jahre alte Flüchtling aus Afghanistan, der in Glöwen (Prignitz) Kinder sexuell missbraucht haben soll, muss vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft Neuruppin hat, wie Behörden-Chef Wilfried Lehmann am Dienstag erklärte, Anklage erhoben. Tatvorwurf: sexueller Missbrauch in zwei Fällen, sexuelle Nötigung in einem Fall. Die Akte geht damit ans Jugendschöffengericht Perleberg.

Der junge Mann bleibt vorerst auf freiem Fuß

Zugleich ist klar: Der Asylbewerber, der sich im Januar an die beiden 9 und 11 Jahre alten Jungen herangemacht haben soll, bleibt auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft zog ihre Haftbeschwerde beim Oberlandesgericht zurück. Damit hatte die Staatsanwaltschaft erreichen wollen, dass die Aussetzung des Haftbefehls gegen den minderjährigen Täter zurückgenommen wird. Denn das zuständige Amtsgericht hatte den jungen Mann trotz Protests der Ankläger gegen Auflagen auf freiem Fuß belassen. So muss er sich täglich auf der Polizeiwache melden und darf sich außerdem Kindern unter 15 Jahren nicht nähern. In Glöwen wohnt der Afghane auch nicht mehr.

Behörde sieht keine Wiederholungsgefahr

Der Leitende Oberstaatsanwalt Lehmann begründete den Rückzieher seiner Behörde so: Wiederholungsgefahr sei der ausschlaggebende Punkt gewesen, weshalb man den Verdächtigen in Haft habe sehen mögen. Seit den nur zwei Tage auseinander liegenden Taten sei nun aber ein Monat vergangen. In dieser Zeit seien keine neuen Taten hinzu gekommen. Das zeige: Die Auflagen seien wirksam.

Neonazis haben den Fall instrumentalisiert

Gleichwohl hat die Staatsanwaltschaft in nur einem Monat eine Anklage gezimmert, damit das Verfahren schnell vor einem Richter landet. Der Fall hatte für heftige Debatten im Norden Brandenburgs gesorgt, und zu mehreren Kundgebungen geführt, angemeldet von rechtsgerichteten Gruppen und der NPD. Neue Anmeldungen liegen nicht vor.

Von Ulrich Wangemann

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