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Brandenburg Sexueller Übergriff bei Kassenärztlicher Vereinigung?
Brandenburg Sexueller Übergriff bei Kassenärztlicher Vereinigung?
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00:20 03.02.2018
Die KVBB mit Sitz in Potsdam muss in einem Arbeitsgericht-Verfahren beweisen, dass sie ausreichend getan hat, um einen angeblichen Missbrauchsvorfall aufzuklären. Quelle: ZB
Potsdam

Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) versteht sich als Dienstleister für 4280 Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten. Ein Organ, das diejenigen vertritt, die anderen helfen. Jetzt sind hier Vorwürfe sexueller Übergriffe laut geworden.

Konkret hatte eine Angestellte im Mai 2017 in einem Fall Anzeige erstattet, weil sie ihrem Vorgesetzten vorwirft, sie im Büro zum Oralverkehr gezwungen zu haben. Die Tat soll sich am 31. Januar vergangenen Jahres ereignet haben. Nach MAZ-Informationen hatte die Klägerin zuvor eine zwei Jahre andauernde Affäre mit ihrem Vorgesetzten.

Angestellte fordert Schmerzensgeld von ihrem Arbeitgeber

Die Staatsanwaltschaft Potsdam sah die Vorwürfe als nicht bestätigt an und teilte auf Anfrage mit, das Verfahren sei „mangels hinreichenden Tatverdachts“ eingestellt worden. Allerdings sieht sich nun die KVBB mit Vorwürfen konfrontiert. Vor dem Arbeitsgericht Potsdam klagt die Angestellte gegen ihren Arbeitgeber wegen Mobbings: Die Sekretärin fordert 75 000 Euro Schmerzensgeld von der KVBB, weil sie sich nach den angeblichen Missbrauchsvorwürfen nicht ausreichend durch ihren Arbeitgeber unterstützt sieht.

Mehrere Monate war sie arbeitsunfähig. Nach ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz im November 2017 sei sie in eine andere Abteilung versetzt worden, um ihrem mutmaßlichen Peiniger, nicht mehr begegnen zu müssen. Da es sich nicht um ihre Wunschabteilung handelte, habe sie dies als „Degradierung“ empfunden, ebenso eine Eingliederungsmaßnahme und eine Untersuchung beim medizinischen Dienst.

KVBB: „Alles getan, um Vorfall aufzuklären“

Die KVBB beruft sich auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungsergebnisse und bestreitet die Vorwürfe. Niemand sei gegen seinen Willen an einen anderen Arbeitsplatz versetzt worden, man habe gemeinsam mit der Angestellten Lösungen gesucht. „Wir sehen kein schadensersatzpflichtiges Versagen der KVBB“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Holger Rostek. In Zeiten, wo die #me too-Debatte immer weitere Kreise zieht, nehme man die Anschuldigungen sehr ernst. „Wir haben alles getan, um den Vorfall aufzuklären und ihn objektiv zu bewerten“, sagt KVBB-Vorstandschef Peter Noack.

400 Mitarbeiter beschäftigt die KVBB. Um zu klären, ob es sich bei dem Missbrauchsvorwurf um einen Einzelfall handelte und ob es womöglich weitere Betroffene gibt, hat die KVBB im September 2017 eine externe „Vertrauenskommission“ eingerichtet, zu der eine Ärztin, ein Arbeitsrechtler sowie die frühere rbb-Intendantin Dagmar Reim gehörte. KVBB-Beschäftigte hätten so die Möglichkeit erhalten, vertraulich über Vorfälle zu reden. Das Ergebnis: Von den 30 Befragten, habe sich niemand sexuell belästigt oder gemobbt gefühlt, so Noack. Heraus kam aber: Führungskräfte müssen besser geschult werden.

Was passiert mit dem beschuldigten Manager?

Wie es mit dem Manager weitergeht, der die Missbrauchsvorwürfe gegen seine Sekretärin bestreitet, steht nun fest. Er war im November freigestellt worden und scheidet „einvernehmlich“ zum 31. März aus dem Betrieb aus. Am 12. April urteilen die Arbeitsrichter, ob die KVBB Schadenersatz an die Klägerin zahlen muss.

Von Diana Bade

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