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Sie haben das Rezept zum großen Glück

Eiserne Hochzeit in Falkensee Sie haben das Rezept zum großen Glück

Monika und Eugen Kundorf feiern im Kreise ihrer großen Familie in Falkensee ihre Eiserne Hochzeit. Beide lernten sich 1946 in einer Straßenbahn in Dresden kennen und zogen später ins Havelland um. Einen ganz wichtigen Tipp haben sie zum großen Glück.

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Monika (88) und Eugen Kundorf (93) heirateten im September 1952 und kamen 1960 nach Falkensee.

Quelle: Ben Wulf

Falkensee. Unerträglich heiß ist es am 20. Juli 1946 in Dresden. Viel zu heiß, um ein Konzert zu besuchen. Doch die Gesangsstudentin Monika Schramm hat keine Wahl. Zu Studienzwecken soll sie sich eine bekannte Sängerin anhören. Widerwillig quält sie sich in ihr feinstes Kleid und nimmt die Straßenbahn. Dort fragt sie unvermittelt ein junger Mann: „Mögen sie Pilze?“ und deutet auf einen gerade zugestiegenen Pilzverkäufer. Beiläufig nickt sie und wendet sich ab, auch wenn ihr der charmante, gut gekleidete Mann sympathisch ist. Da zufällig beide zum Konzerthaus wollen, gehen sie gemeinsam. Als Eugen Kundorf stellt er sich ihr vor. Eugen verzichtet auf seine Karten in der ersten Reihe und begleitet Monika auf den oberen Rang. „Ich habe geschwitzt wie ein Rindvieh! Alles für die Monika“, erinnert sich der 93-Jährige heute. Nach der Aufführung unterhalten sich beide noch lange auf einer Parkbank und küssen sich zum Abschied. Wieder zu Hause erklärt Monika ihrer Mutter: „Ich habe heute meinen Mann kennengelernt.“

Damit sollte sie recht behalten. Sechs Jahre später, am 27. September 1952, läuteten die Hochzeitsglocken. Die Zeit bis dahin war vor allem für Eugen nicht leicht, denn seine Freundin war eine bildhübsche Sängerin mit männlichen Schauspielpartnern und vielen Bewunderern. Hinzu kam, dass sich das frisch verliebte Paar wegen Monikas Anstellung am Theater in Görlitz und Eugens Elektrotechnik-Studium in Freiberg nicht häufig sehen konnte. „Aber wenn wir uns gesehen haben, war es immer wunderschön“, sagt Monika. So auch im Sommer 1951, als das Paar nach Berlin zu den Weltfestspielen für die Jugend fuhr. Aufgrund des Automangels in einem leeren, mit Stroh ausgelegten Viehtransporter.

Kinder statt Theater

Monikas Anstellung am Theater sollte bald enden, deshalb fragte sie Eugen, ob sie sich nun weiter bewerben solle. Eugen wollte seine schöne Monika ganz für sich haben, deshalb fasste er sich ein Herz und machte ihr einen Heiratsantrag, den sie annahm.

Heute, 71 Jahre später, sitzen die beiden in ihrer Zweizimmerwohnung in Finkenkrug, wo sie 1960 hinzogen, als Eugen eine Anstellung im Stahlwerk in Hennigsdorf bekam. Sie erinnern sich gern zurück. Zwei besondere Glücksfälle in ihrer Ehe waren die Geburten der beiden Kinder, Verita 1958 und Andreas 1960. „Das war so eine schöne Zeit mit den Kindern“, sagt Monika, die nach der Eheschließung ihr Soubrettendasein beendete und voll in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter aufging. Besonders die gemeinsamen Urlaubsfahrten an die Ostsee vergessen sie nicht. Und die hübsche selbst genähte Kleidung, denn Monika lernte das Schneiderhandwerk von ihrer Schwiegermutter, die ein eigenes erfolgreiches Modeatelier führte.

Es braucht Kompromisse zum Glück

In 65 Jahren Ehe gibt es Höhen und Tiefen. „Meinungsverschiedenheiten gehören dazu. Solange man weiß, dass dadurch nicht die ganze Verbindung hinterfragt wird“, sagt Eugen Kundorf. „Irgendwann muss einer nachgeben, das ist wichtig“, ergänzt Monika Kundorf. Was hingegen laut Eugen gar nicht gehe, sei Egoismus. „Man sollte nicht nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht sein, sondern Kompromisse eingehen können.“ Monika bemerkt außerdem, dass die Familie des Partners eine wichtige Rolle spiele: „Ich hatte das große Glück, von Eugens Mutter wie eine Tochter akzeptiert zu werden. Das hat Vieles einfacher gemacht.“

Die Liebe über so viele Jahre frisch zu halten – dabei half den beiden sicher das Tanzen. „Das war das Schönste überhaupt“, sagt Monika. Jedes Wochenende ging es in die Tanzlokale. Die waren nach dem Krieg 1945 in Dresden größtenteils ausgebombt, deshalb wurden viele Alternativen am Stadtrand und auf den Dörfern genutzt. „In den Gaststätten spielten kleine Kapellen, das war herrlich“, schwärmt die 88-Jährige. Auch an die gemeinsamen Reisen etwa nach Sotschi, Moskau, Odessa und später Mallorca oder die Dominikanische Republik werden beide immer denken.

Von Josefine Kühnel

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