Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg „Sie hören von uns!“
Brandenburg „Sie hören von uns!“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:00 04.02.2013
Kandidatin Stina Levvel aus Norwegen. Quelle: MAZ/Gratzke
BERLIN/RHEINSBERG

Davor ein unscheinbarer Mikrofonständer. An den treten im Laufe dieses Morgens 76 Opernsänger, alle Anfang oder Mitte 20, und stellen sich einer zehnköpfigen Jury vor. Ihr Ziel ist es, im Sommer auf der Bühne der Kammeroper Schloss Rheinsberg zu stehen und in der Operette „Der Zigeunerbaron“ oder in „Hoffmanns Erzählungen“ mit von der Partie zu sein. Oder in einer anderen Oper zu singen, die auf dem Spielplan steht.

Gestartet wurde der im Oktober 2012 international ausgeschriebene Wettbewerb bereits am vorletzten Sonnabend. Insgesamt präsentieren sich 460 Sänger aus 45 Ländern. Am Ende werden es nur 40 Bewerber schaffen.

Kammeropern-Chef Siegfried Matthus und Festivalmanager Rainer Schwarz kommen fast als Letzte an diesem Morgen und setzen sich zu den Kollegen an die lange Tischreihe gleich hinter dem Mikrofonständer. Etwas abseits in einer Ecke ist eine Kamera aufgebaut. Jeder Teilnehmer wird gefilmt, damit sich die Jury später mögliche Wackelkandidaten noch einmal angucken kann. Entweder hop oder top.

Den Anfang macht Nuska Rojko aus Slowenien mit der Nummer 165. Die Mezzosopranistin singt „Bereite dich Zion“ von Bach. Der Klavierbegleiter nickt ihr zu, die ersten Töne erklingen. Die Kandidaten singen im Schnitt zehn Minuten. Am liebsten ist es der Jury, wenn sie Stücke aus dem „Zigeunerbaron“ und „Hoffmanns Erzählungen“ vorbereitet haben. Dann können die Experten schneller feststellen, zu wem welcher Charakter passt oder eben nicht.

Die Norwegerin Stina Levvel hat dieses Mal „hoffentlich alles richtig gemacht“, sagt sie und singt die Arie des Zigeunermädchens Saffi. „Im Dezember habe ich angefangen zu üben. Vor zwei Wochen erst intensiv“, sagt die große Blondine im roten luftigen Kleid. Für Stina Levvel ist es der dritte Versuch. Zurzeit studiert sie Gesang in Leipzig.

Auch Nina Clausen aus Dänemark hat ein Stück aus dem Repertoire des Festivals mitgebracht. Sie singt die Antonia aus „Hoffmanns Erzählungen“. Bisher arbeitet sie als freie Opernsängerin, ein festes Engagement hat sie nicht – wie viele andere in diesem Wettbewerb auch. Sie kommen zum Teil gerade frisch von den Hochschulen und sehen in dem Festivalsommer eine gute Chance, sich weiterzubilden – vor allem die Stimme, um dann an einem Haus verpflichtet zu werden.

Die Konkurrenz ist groß. Das weiß auch Stina Levvel. „Wenn man hierher kommt und wartet, bis man aufgerufen wird, hört man die Mitbewerber durch die geschlossene Tür singen. Das macht dann schon etwas Angst“, gesteht sie in flüssigem Deutsch.

„Danke! Habt ihr alles gehört?“, fragt Siegfried Matthus, erhebt sich vom Stuhl und geht auf den Kandidaten zu. Seine Kollegen nicken. Matthus streckt die Hand zum Abschied hin. Das wird er an diesem Tag und am folgenden noch etliche Male tun. Sowie jeden Teilnehmer mit dem Satz „Sie hören von uns!“ entlassen. Kaum fällt die Tür ins Schloss, kündigt er den nächsten Bewerber an. Alle Jurymitglieder machen sich Notizen und warten auf den Nächsten. (Von Anne Stephanie Gratzke)

Das Vorsingen Die Teilnehmer des Wettbewerbes dürfen nicht älter als 32 Jahre sein. Wer nicht persönlich zum Vorsingen in die Deutsche Oper Berlin kommen kann, schickt entweder eine CD als Hörprobe der Jury oder eine DVD, auf der ein Auftritt aufgezeichnet ist.

Selbst wenn die Kandidaten sich am Tag des Vorsingens verspäten sollten, werden sie nicht vom Wettbewerb ausgeschlossen. Jeder hat die Chance, sich zu präsentieren.

Die Jury ist nicht jedes Jahr gleich besetzt – je nachdem, welcher Dirigent oder welcher Regisseur eine Operette auf die Bühne der Kammerspiele im Sommer bringt.

Die Titelpartie in „Hoffmanns Erzählungen“ singt der belgische Tenor Glenn Desmedt. Die Rolle der Muse/Niklausse bekam die ungarische Mezzosopranistin Dorottya Lang, der Dappertutto wird der mexikanische Bariton Jorge Martinez sein.

Im „Barbier von Sevilla“ singt Ludmilla Lokajtschuk (Sopran) die Rosina. asg

Brandenburg Berliner fühlen sich durch Alkoholexzesse gestört / Trinkverbot in Brandenburger Kommunen bewährt sich - Das öffentliche Besäufnis

Krach und Müll zu Bier und Wein: Alkoholexzesse auf öffentlichen Plätzen in Berlin bereiten nach Ansicht der Gewerkschaft der Polizei zunehmend Probleme. Besonders Anwohner fühlten sich gestört durch Lärm, Schmutz und Dreck, sagte eine Sprecherin.

04.02.2013
Brandenburg 1,6 Millionen Euro für die Gemeinnützigkeit - Richterlicher Geldsegen

Brandenburgs Richter und Staatsanwälte nutzen ihr Amt oftmals, um der Region Gutes zu tun. Die Chance dafür bietet sich den Juristen beispielsweise bei Strafverfahren, die gegen eine Geldauflage eingestellt werden.

04.02.2013
Brandenburg So mancher Dammbruch bei Teichen geht auf das Konto von Bibern / Brandenburgs Fischer fordern Managementplan nach Wolfsbeispiel - Ärger mit den emsigen Nagern

Die emsige Arbeit der Biber an Brandenburgs Gewässern freut Naturschützer und ärgert manchmal Betreiber von Fischteichen. Einerseits verbessern Biber den Wasserhaushalt, indem sie Wasser in Gräben und Bächen aufstauen.

04.02.2013