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Siemens setzt auf Kompromissbereitschaft

Einsparungen bei Siemens Siemens setzt auf Kompromissbereitschaft

Die geplanten Einsparungen bei Siemens treiben die Beschäftigten auf die Barrikaden – auch in Berlin. Trotzdem hofft der Konzern auf eine Einigung mit ihnen und den Gewerkschaften. Die bekommen derweil Unterstützung von den Spitzen der Landesregierung.

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Ein Plakat mit der Aufschrift "Auch ich bin Siemens" hält eine Beschäftigte bei einem Protest gegen einen geplanten Stellenabbau in der Hand.

Quelle: dpa

Berlin. Der Siemens-Konzern setzt beim geplanten Abbau Tausender Jobs in Deutschland auf die Kompromissbereitschaft der Arbeitnehmervertreter. „Ich hoffe, dass die Gewerkschaft vom Protest zum Dialog finden wird und wir einen Interessenausgleich zustande bekommen“, sagte Personalchefin Janina Kugel dem „Tagesspiegel“.

Keine Kündigung, wenn...

Dieser solle erreicht werden „mit den üblichen Instrumenten: Abfindungen, Beschäftigungsgesellschaften, Weiterqualifizierungen, Frühpensionierungen, Altersteilzeit“. Seien genug Mitarbeiter bereit, diesen freiwilligen Maßnahmen zuzustimmen, „dann gibt es keinen Grund, betriebsbedingte Kündigungen auszusprechen“.

Der Elektrokonzern will wegen schlechter Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik weltweit rund 6900 Jobs streichen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Allein in Berlin sollen 870 Stellen wegfallen; betroffen sind das Dynamowerk und die Produktionsstätte für Gasturbinen. Die IG Metall hat für Montag eine Protestaktion angekündigt, bei der das Gasturbinenwerk in Moabit von einer Menschenkette „umarmt“ werden soll. Zu ihr wird auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) erwartet.

„Kapazitäten anzupassen“

Die Bundeshauptstadt werde das Kompetenzzentrum von Siemens für große Gasturbinen bleiben, betonte Kugel. Es seien aber die Kapazitäten anzupassen, weil die Nachfrage nicht ausreiche. Deshalb müssten in dem Bereich 300 Arbeitsplätze abgebaut werden. Das Dynamowerk wiederum sei schon länger nur zu 35 Prozent ausgelastet – zu wenig, um kostendeckend zu arbeiten. Bei mangelnder Auslastung müsse die Produktion gebündelt werden. „Was wir im Dynamowerk in Berlin machen, können wir künftig auch in Mülheim/Ruhr machen.“

Siemens hatte bereits erklärt, auf betriebsbedingte Kündigungen möglichst zu verzichten - sofern Einigkeit über „Freiwilligenprogramme“ erzielt werden kann. Die IG Metall hatte Siemens daraufhin „Vertragsbruch“ vorgeworfen, weil der Dax-Konzern entgegen einer Vereinbarung von 2010 betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen hatte.

Beschäftigte des Siemens-Werks nehmen am 17

Beschäftigte des Siemens-Werks nehmen am 17. November 2017 in Berlin an einer Kundgebung der Gewerkschaft IG Metall gegen die geplante Stellenstreichung des Industriekonzerns teil.

Quelle: dpa

Personalvorstand Kugel sagte zu dem Vorwurf, dieses Abkommen enthalte eine Öffnungsklausel. Demnach würden beide Seiten miteinander sprechen, wenn sich die strukturellen Rahmenbedingungen auf dem Markt ändern. „Das ist der Fall“, sagte Kugel. „Wir haben ja keinen Pakt für die Ewigkeit geschlossen, niemand kann in die Zukunft schauen.“ Die Verhandlungen seien noch gar nicht aufgenommen worden.

Wirtschaftssenatorin unterstützt Arbeitsplatzerhalt

„Wir stehen bereit und unterstützen den Arbeitsplatzerhalt für die Berliner Beschäftigten“, sagte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) der „Berliner Morgenpost“. „Die Messen sind noch nicht gelesen.“ Berlin sei ein wichtiger Standort für Siemens, das Unternehmen wiederum bedeutend für die hiesige Industrie. „Da gibt man sich nicht so einfach geschlagen.“ Dass der Konzern Rekordgewinne einstreiche und dabei Tausende Stellen in Deutschland abbaue, sei kein gutes Beispiel für die soziale Marktwirtschaft.

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Von MAZonline

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