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Brandenburg Siemens streicht 1400 Jobs in Berlin
Brandenburg Siemens streicht 1400 Jobs in Berlin
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15:00 09.06.2015
Siemens in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

Der geplante Stellenabbau beim Elektrokonzern Siemens trifft Berlin nach Gewerkschaftsangaben noch härter als bislang bekannt. Neben 800 Arbeitsplätzen, die im Gasturbinenwerk wegfielen, stünden 600 Arbeitsplätze im Schaltwerk auf dem Prüfstand, teilte die Industriegewerkschaft Metall am Dienstag in Berlin mit. «Auf dem Prüfstand, das heißt bei denen: Der Abbau ist intern bereits geplant», sagte der Erste Bevollmächtigte Klaus Abel. Damit seien in Berlin 1400 Arbeitsplätze bedroht.
Insgesamt beschäftigt der Konzern an seinem weltweit größten Produktionsstandort und Gründungsort rund 12 000 Menschen. Hintergrund des geplanten Stellenabbaus sind nach Konzernangaben Schwierigkeiten auf dem Markt für große Turbinen. Allein in Deutschland sollen insgesamt 5100 Arbeitsplätze wegfallen. Den Abbau von 2200 dieser 5100 Stellen hatte Siemens erst im Mai bekanntgegeben. Zu einzelnen Standorten hat sich der Konzern noch nicht geäußert.
Betriebsräte und Gewerkschafter verwiesen am Dienstag in Berlin auf den Rekordauftrag aus Ägypten. Siemens baut dort neue Gas- und Windkraftwerke im Wert von rund acht Milliarden Euro, wie vor wenigen Tagen bekanntgegeben wurde. «Das ist doch gewonnene Zeit», sagte Olaf Bolduan, der Sprecher der Berliner Siemens-Betriebsräte und Aufsichtsratsmitglied der Siemens AG. Er forderte eine «Phase des Nachdenkens» über eine Deutschland- und eine Berlin-Strategie.

Bei Siemens in Berlin gehen heute zahlreiche Beschäftigte gegen den geplanten Stellenabbau auf die Straße. Die Industriegewerkschaft Metall rechnet mit 1500 Teilnehmern bei einer Kundgebung vor der Siemens-Verwaltung in Siemensstadt. Anschließend ist eine Demonstration zum Gasturbinenwerk in Moabit vorgesehen.

Kaeser: Stellenabbau unvermeidlich

Siemens-Vorstandschef Joe Kaeser hält den geplanten Stellenabbau im Konzern für unvermeidlich. Dieser werde aber «überlegt und sozialverträglich» verwirklicht, sagte Kaeser in Berlin. An diesem Dienstag protestiert die IG Metall mit einem bundesweiten Aktionstag gegen die Streichung von Arbeitsplätzen. Allein in Deutschland sollen insgesamt 5100 wegfallen. Den Abbau von 2200 dieser 5100 Stellen hatte Kaeser erst im Mai bekanntgegeben.

Turbinen sind nicht mehr gefragt
Hintergrund dieser «zweiten Welle» sei die neue Situation im Stromerzeugungsgeschäft. «In Deutschland ist im Wesentlichen vor dem Hintergrund der Energiewende die Nachfrage für große Gaskraftwerke eingebrochen. Und auch im restlichen Europa ist es so, dass durch das geringe Wachstum dieser Länder und eine höhere Energieeffizienz der Bedarf insgesamt sinkt», sagte Kaeser. Deshalb sei der europäische und deutsche Markt für fossile, große Turbinen «nicht mehr existent». Das Unternehmen müsse «entsprechend eingreifen».

Lob an die "hervorragenden Arbeitskräfte"
Siemens werde das aber nicht überhastet tun. «Wir verzichten auf betriebsbedingte Kündigungen. Dazu gibt es eine Vereinbarung mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat, aber das ist auch einfach eine Frage des respektvollen Umganges mit hervorragenden Arbeitskräften», fügte der Vorstandsvorsitzende hinzu. «Es ist wirklich tragisch, dass wir in Deutschland hervorragend ausgebildete Leute haben, die aber jetzt hier keine Zukunftsbasis mehr haben und woanders gebraucht werden.»

Weiter Investitionen in Deutschland
Der Stellenabbau solle gemeinschaftlich mit den Arbeitnehmervertretern bewältigt werden. Die Versetzung deutscher Mitarbeiter auf andere Stellen im Inland werde aber «nicht immer klappen». Kaeser wies auf die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Deutschland von 2,5 Milliarden Euro in diesem Jahr hin. Zudem werde in die deutschen Fabriken 700 Millionen Euro investiert, in ähnlicher Größenordnung werde das auch 2016 so sein. «Daraus entsteht natürlich auch Bedarf», sagte Kaeser. «Die Zahl unserer Mitarbeiter ist weltweit zuletzt gestiegen, in Deutschland zumindest gleich geblieben.» Ende März waren es nach Siemens-Angaben weltweit 342 000, rund 2000 mehr als ein Jahr zuvor. In Deutschland blieb die Zahl konstant bei 114 000.

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