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Brandenburg Silberschatz von Lebus ist 100.000 Euro wert
Brandenburg Silberschatz von Lebus ist 100.000 Euro wert
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12:39 23.01.2016
Hochrandpfennige heißen die Münzen. Sie gehören zum größten jemals in Brandenburg gemachten Silbermünzfund. Quelle: Foto: dpa
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Lebus

Händler ziehen durchs Land, Warenströme fließen zwischen Ost und West, Nord und Süd. Im 11. und 12. Jahrhundert war das heute beschauliche Städtchen Lebus, zehn Kilometer nördlich von Frankfurt (Oder), ein wichtiger Knotenpunkt. „Lebus war eine Metropole, ein Marktplatz mit florierendem Handel“, sagt Archäologe Felix Biermann. Im Heimatmuseum liegt ein Teil der Münzen aus der Slawenzeit, die der Hobby-Archäologe Frank Slawinski im Herbst, etwa 950 Jahre später, fand. Der Schatz wurde am Freitag für einen Tag erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Vermutlich hatte ein reicher Bürger ihn vergraben.

Frank Slawinski ist der Finder der Münzen und ehrenamtlicher Beauftragter des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege und Ärchäologischen Landesmuseums. Quelle: dpa-Zentralbild

Es handelt sich um den bisher größten Silberschatz, der in Brandenburg geborgen wurde, berichtet das Landesamt für Denkmalpflege. Die knapp 2200 Silbermünzen steckten in einem Keramikgefäß, umwickelt mit Leinen. Alles war vergraben in einem abschüssigen Hang. Den heutigen Wert des Fundes schätzen Experten auf rund 100 000 Euro.

Keine Gabe an die Götter

„Wahrscheinlich hat der Besitzer die Münzen im Beutel am Körper getragen und das leere Gefäß in der Hand. So ist er unauffällig gegangen und hat einen einsamen, abgelegenen Platz gesucht“, sagt Biermann. „Es war keine Gabe an die Götter, sondern ein Gelddepot.“ Aufgrund des agilen Lebens in der Stadt überrasche der Fund nicht. Lebus, späterer Bischofssitz, lag laut Biermann strategisch günstig. Es gab eine Oder-Furt. Handelsstraßen von der Ostsee in den Donauraum führten durch die Stadt, auf deren Burgberg polnische Fürsten herrschten. „Lebus war ein Drehkreuz“, sagt der Wissenschaftler von der Universität Göttingen, der bei den Ausgrabungen dabei war. „Da ist jemand sehr reich geworden.“

Einige der Münzen im Detail. Quelle: dpa-Zentralbild

Die Münzen stammen aus der Saale-Region

Die Münzen, wegen ihres hohen Randes auch Hochrandpfennige genannt, stammten von der Saale, aus der Region Meißen und Magdeburg. Etwa 2,4 Kilogramm wiegen die Münzen, sagt Finder Slawinski. Der Hobby-Archäologe hatte den Schatz im Herbst mit einer Sonde aufgespürt. Für die Nutzung des Detektors hat der 56-jährige Trockenbauer eine offizielle Genehmigung des Landesamtes für Denkmalpflege.

Slawinski hatte 2003 auch den Bronze-Hort von Lebus, eine Sammlung bronzener Beile, aufgespürt. Seit mehr als zehn Jahren geht er regelmäßig im Oderland auf Suche. Finderlohn erhält der ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger aus Lebus nicht. Die Schätze muss er dem Landesamt abliefern. Wie das Amt berichtet, wird der Fund restauriert, dokumentiert und historisch eingeordnet. Es werde eine Publikation geben, und die Münzen würden im Pauli-Kloster in Brandenburg an der Havel ausgestellt. Die Lebuser würden sie gern in ihrem Heimatmuseum zeigen. Doch das geht aus Sicherheitsgründen nicht.

Von Steffi Prutean

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