Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Silvio S.: Jetzt spricht die Mutter
Brandenburg Silvio S.: Jetzt spricht die Mutter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:37 14.12.2015
Dieses Fahndungsbild war auch in der MAZ zu sehen, darauf erkannte S.’ Mutter ihren Sohn. Quelle: MAZ
Anzeige
Potsdam

Astrid S., die Mutter des mutmaßlichen Mörders von Mohamed (4) und Elias (6), hat dem „Spiegel“ ein Interview gegeben. Darin beschreibt sie den Morgen, an dem sie ihren Sohn in der MAZ am 28. Oktober 2015 auf einem Fahndungsbild der Polizei erkennt.

Die 53-Jährige erzählt dem Nachrichtenmagazin ihren Alltag. Jeden Morgen trinke sie zunächst einen Kaffee und liest die „Märkische Allgemeine“. So auch an jenem Mittwoch. Zusammen mit ihrem Sohn und ihrem Mann sitzt sie am Frühstückstisch. Als sie an jenem Tag aber die Seite 7 der MAZ aufschlägt, ändert sich alles.

Der Sohn in der Zeitung

„Was macht Silvio da in der Zeitung“, wundert sie sich. Auch ihr Mann erkennt den Sohn sofort. Doch der Anlass ist schlimm: An jenem Tag hatte die MAZ ein Fahndungsbild der Polizei abgedruckt.

Unter dem Titel „Neue Bilder vom Entführer“ wurde über die Suche nach dem Entführer des kleinen Mohamed berichtet. Und das Bild zeigt offensichtlich ihren Sohn Silvio. Darauf angesprochen, kommt aber nichts über seine Lippen.

Die Eltern sind zunächst davon überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handeln muss. So fährt Astrid S. zur Arbeit und „versucht, die Bilder zu verdrängen“, wie sie dem „Spiegel“ sagt. Doch in der Nacht findet sie keine Ruhe.

Am nächsten Morgen, Donnerstag, 29. Oktober 2015, konfrontiert sie ihren Sohn erneut mit den Bildern. Jetzt bricht er sein Schweigen und gibt die Tat zu. Zusammen wollte man zur Polizei fahren, doch Silvio vertröstete seine Mutter zunächst auf später. Jetzt ruft sie die Polizei. Wenig später wird er abgeführt.

„So viele Warums“

Bis heute findet die Mutter von Silvio S. keine Erklärung für das Verhalten ihres Sohnes. “Da sind so viele Warums, auf die ich keine Antworten habe. Das Ganze lässt sich nicht erklären“, sagte die 53-Jährige dem Nachrichtenmagazin. Als der 32-Jährige auf Nachfrage zugegeben habe, im Fall Mohamed der Gesuchte zu sein, habe sie wissen wollen, warum. “Aber er konnte mir das nicht erklären. Er sagte nur, er habe das nicht geplant.“

Zur Galerie
Viele haben die Hoffnung bis zuletzt nicht aufgegeben, Elias könnte irgendwann gesund zu seiner Mutter zurückkehren. Doch seit Freitag gibt es die traurige Gewissheit: Der 6-Jährige wurde entführt und getötet. Bei einer Gedenkveranstaltung haben sich rund 100 Menschen getroffen, um an Elias und Mohamed zu gedenken.

Sie verstehe nicht, warum sie nichts von Mohamed, den der Tatverdächtige mit in das Elternhaus brachte, mitbekommen habe, erzählte die Mutter laut “Spiegel“. “Kein Kindergeschrei, kein Fußgetrappel. Nichts. Ich hätte auch erwartet, dass unser Hund anschlägt. Gar nichts.“

Nach der wiederholten Veröffentlichung von Fahndungsbildern erkannte die 53-Jährige Ende Oktober ihren Sohn und rief die Polizei. “Ich verdiene kein Lob», sagte sie dazu. Ihr Sohn hätte sich ohnehin gestellt, glaubt sie. Laut “Spiegel“ war es das erste und einzige Mal, dass die Mutter ein solches Interview gab. Der mutmaßliche Doppelmörder sitzt in Untersuchungshaft in Brandenburg an der Havel.

Die Opfer

Elias wurde nur sechs Jahre alt, Mohamed gar nur vier. Silvio S. aus Kaltenborn hatte Elias entführt, getötet und in seinem gepachteten Kleingarten in Luckenwalde vergraben. Die Obduktionsergebnisse ergaben, dass er das Schicksal des kleinen Mohamed teilt.

Der entführte Flüchtlingsjunge Mohamed (4) ist vier Wochen nach seiner Verschleppung tot im Auto seines mutmaßlichen Entführers aufgefunden worden.

Beide sollen missbraucht und stranguliert worden sein.

Zur Galerie
30. Oktober 2015: Am Freitag hat die Polizei damit begonnen in Luckenwalde den Kleingarten von Silvio S. zu durchsuchen. Dort hat er nach eigenen Angaben die Leiche des kleinen Elias vergraben. Die Ermittler haben eine Leiche gefunden, die nun obduziert wird. Am Sonnabend gingen die Untersuchungen auf dem Grundstück weiter.

Von MAZonline

Brandenburg Termingarantie verärgert Mediziner - In Brandenburg künftig schneller zum Facharzt?

Durch eine zentrale Terminservicestelle sollen die Wartezeiten für Arzttermine verkürzt werden. Ein entsprechendes Gesetz war auf Bundesebene im Sommer verabschiedet worden. Ab Ende Januar könnten die Brandenburger von dem Angebot profitieren. Die Kassenärztliche Vereinigung aber äußert Zweifel am Mehrwert des Services.

13.12.2015
Potsdam 37. Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken - Neun Wettbewerbsbeiträge aus Babelsberg

So viel Babelsberg war noch nie beim wichtigsten deutschsprachigen Filmfestival: Mit neun Wettbewerbsbeiträgen sind Nachwuchsregisseure der Filmuniversität „Konrad Wolf“ beim 37. Filmfestival Max Ophüls Preis vom 18. bis zum 24. Januar 2016 in Saarbrücken vertreten.

13.12.2015

Auf dem Lucia Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei am Prenzlauer Berg hat es am Sonntagnachmittag eine Explosion gegeben. Der Platz wurde von der Polizei geräumt. Ersten Angaben zufolge soll an einem Stand eine Gasflasche explodiert sein.

13.12.2015
Anzeige