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Brandenburg Sind Brandenburgs Kunstschätze sicher?
Brandenburg Sind Brandenburgs Kunstschätze sicher?
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06:25 30.03.2017
Besucher im Barberini. Quelle: dpa
Potsdam

Berichte über den spektakulären Raub der 100 Kilogramm schweren Goldmünze im Berliner Bode-Museum hat Christof Krauskopf, Sprecher des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege, natürlich auch gebannt verfolgt. „Ich habe aber nicht gedacht, dass jetzt auch bei uns gleich einer einsteigt“, sagt er. Irritiert war Krauskopf gleichwohl. „Es war eine sehr gezielte, offenbar lange geplante Aktion, die, falls sie Erfolg hat, auch viel Gewinn einbringt. Ich hoffe, dass die Diebe schnell dingfest gemacht werden.“ Das gestohlene Gold wird auf einen Wert von etwa 3,74 Millionen Euro geschätzt.

Dass das Landesdenkmalamt nach dem Berliner Raub trotzdem eher ruhig bleibt, hängt auch mit dem Wert der Berliner Beute zusammen: Im Archäologischen Landesmuseum und in den Depots des Denkmalamtes werden eher historische statt materielle Schätze gehütet. Einen Coup durch den Diebstahl eines einzelnen Gegenstandes könnten Diebe in Brandenburg damit gar nicht landen. Selbst der am 7. November 2016 bei Baggerarbeiten auf dem Gelände des früheren Schlossgutes Altlandsberg gehobene Münzschatz aus 7450 Gold- und Silbermünzen unterschiedlicher Prägungen und Größen bringt es nur auf 2,35 Kilo. Es sind nur ganz wenige Goldmünzen darunter.

Museum Barberini: Sicherheit auf hohem Niveau

Unbewacht bleiben Güter wie dieser kulturgeschichtlich wertvolle Fund zum Beispiel im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg/Havel natürlich dennoch nicht. Selbstverständlich habe man im Museen sehr gute Sicherheitssysteme und natürlich würden die Gegenstände rund um die Uhr von Personal bewacht, sagt Krauskopf.

Dieser wertvolle Monet hängt in Potsdam. Quelle: MAZ/Michael Hübner

Mehr zu holen als in der Domstadt wäre da schon in Potsdam. Das neue Schmuckstück am Alten Markt, das Museum Barberini, beherbergt in 17 Sälen über 170 wertvolle Gemälde. Allein 41 dieser Bilder stammen von den mit Höchstpreisen gehandelten französischen Impressionisten Claude Monet. Wie genau das privat finanzierte Museum seine Kostbarkeiten schützt, verrät Pressesprecherin Mona Wischhoff natürlich nicht. „Zum Sicherheitssystem gehört, das man darüber nicht spricht“, sagt Wischhoff. Nur so viel erfährt man: Selbstverständlich habe sich das gerade fertig gestellte Haus Sicherheitstechnik auf höchstem Niveau angeschafft. Die Zuverlässigkeit ihrer Systeme sei von zwei unabhängigen Institutionen geprüft worden, die selbst höchstes Interesse an deren Funktionieren haben: zum einen die Versicherung, zum anderen die Leihgeber selbst. Zu Letzteren gehört nicht nur Barberini-Stifter Hasso Plattner, sondern auch Microsoft- Mitbegründer Bill Gates. „Die Systeme wurden zu aller Zufriedenheit abgenommen“, sagt Wischhoff. „Gerade die Versicherungen wollen sich ganz sicher sein und bestehen darauf, dass man alles Erdenkliche macht.“

Schlösserstiftung setzt auf ausgefeilte Videotechnik

Etwas offener bei der Erläuterung der Vorkehrungen ist Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten. „Das Besondere an der Schlösserstiftung ist, dass sie voll ausgestattete Einrichtungen hat“, sagt Kallensee. Tatsächlich sind die Innenräume von Sanssouci und Co. voller Schätze, die praktisch von der Antike bis in die Gegenwart reichen. Die Schlösserstiftung hat mit dem „Ungläubigen Thomas“ von Caravaggio in der Bildergalerie zum Beispiel ein Meisterstück der Renaissance und hütet zugleich mit der Popart-Ansicht von Friedrich des Großen ein Andy-Warhol-Gemälde des 20. Jahrhunderts. Den Schutz dieser und anderer Kostbarkeiten lässt sich die Schlösserstiftung etwas kosten. Allein für das Wachpersonal gibt sie pro Jahr 6,3 Millionen Euro aus.

„Unsere Sicherheitszentralen sind sowohl in Berlin wie auch in Potsdam rund um die Uhr besetzt“, sagt Kallensee. Hinzu käme Bewachung direkt vor Ort. „Wir haben ein Kontakt- und Rundensystem, das mit dem Computer nachvollziehbar ist..“ Hinzu käme ausgefeilte Video- und Sicherungstechnik. Trotzdem: „Einen 100-prozentigen Schutz gibt es nicht“, sagt Kallensee, wie das Beispiel Bode-Museum zeige. Auch der Vorläufer der Schlösserstiftung hat seine Erfahrung gemacht. Noch zu DDR-Zeiten waren Gemälde gestohlen worden. Seitdem allerdings blieb Brandenburgs größte Schatzsammlung unangetastet.

Von Rüdiger Braun

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