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Skelett im Brunnen: Acht Jahre Haft gefordert

Tod eines Geschäftsmannes Skelett im Brunnen: Acht Jahre Haft gefordert

Ein Skelett in einem Brunnenschacht schockierte 2015 Dorfbewohner in der Uckermark. Der Tote war sechs Jahre zuvor verschwunden. Die Spur führte von Mecklenburg-Vorpommern über Brandenburg nach Sachsen. Die Anklage fordert nun acht Jahre Haft für den Angeklagten – wegen Totschlags.

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Der Angeklagte Meik E. vor dem Landgericht Neuruppin.

Quelle: dpa

Neuruppin. Im Prozess um den Tod eines Geschäftsmannes in der Uckermark hat die Staatsanwaltschaft acht Jahre Haft für den Angeklagten gefordert. „Der 34-Jährige hatte die Gelegenheit, ein Motiv und gegen ihn spricht sein Nachtatverhalten“, sagte Staatsanwalt Torsten Sauermann am Freitag vor dem Landgericht Neuruppin. Vom anfangs erhobenen Mordvorwurf rückte er jedoch ab und forderte eine Verurteilung wegen Totschlags. Dafür wisse man zu wenig über die Umstände der Tat.

Der Angeklagte war der Lebenspartner des späteren Opfers, das einen Sonderpostenmarkt in Neubrandenburg hatte und den 34-Jährigen angestellt hatte. 2008 war der Angeklagte mit Bekannten auf ein Gehöft nach Schönermark bei Prenzlau (Uckermark) gezogen. Dorthin zog auch das spätere Opfer. „Der Geschädigte hatte sich zur Tatzeit im Sommer 2009 aber von dem Angeklagten trennen wollen, weil er einen neuen Mann in Cottbus kennengelent hatte“, erklärte Sauermann.

Das habe der Angeklagte nicht zulassen wollen. Er habe das Opfer aus Eifersucht und finanziellen Sorgen erschlagen und in einen Brunnen nahe dem Gehöft geworfen. Der 1985 geborene Mann verschwand im Juli 2009 spurlos. Die skelettierte Leiche wurde erst 2015 durch Zufall in dem Brunnenschacht gefunden.

„Ein Sachverständiger hat ermittelt, dass der Mann an einem schweren Schlag mit einem Werkzeug gegen den Kopf starb“, sagte der Staatsanwalt. Das sei vermutlich im Juli 2009 in dem Haus in Schönermark passiert. Das Opfer sei nur mit einem Slip bekleidet und in mehrere Decken gewickelt in den Brunnen geworfen und dann noch mit Steinen beschwert worden. Schon kurz danach hatte der Angeklagte den Ermittlern zufolge ein Konto des Opfers abgeräumt, sich selbst eine Generalvollmacht ausgestellt, den Markt weiterbetrieben, das Auto weitergenutzt und sogar einen weiteren Markt eröffnet.

Der aus Neustrelitz (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) stammende Verdächtige war erst 2016 in Dresden verhaftet worden, wohin er gezogen war. Umfangreiche Telefonüberwachung hatte die Ermittler von seiner Schuld überzeugt. Dabei soll der Angeklagte versucht haben, dass Zeugen einen anderen Bekannten als Täter ins Spiel bringen, der inzwischen gestorben war. Außerdem habe er den Ausweis des Toten und auch dessen Scheckkarten benutzt und sich am Handy des Opfers als dessen Eigentümer ausgegeben.

Der Staatsanwalt räumte Pannen bei den Ermittlungen ein. So war zunächst nur ein Teil des Skeletts geborgen worden. Inzwischen sei der Brunnen noch einmal gründlich durchsucht worden und das Skelett vollständig. Der Angeklagte ist mehrfach vorbestraft und war im Sommer 2009 auf Bewährung frei.

Die Verteidigung hat bisher eine Schuld ihres Mandanten bestritten, der sich nicht in dem Prozess äußerte. Die Plädoyers von Nebenklage und Verteidigung sollten am Freitagnachmittag folgen. Das Urteil wird nach jetziger Planung am 20. Dezember erwartet.

Von MAZonline

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