Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Skipper haben es in Brandenburg schwer

Freizeitkapitäne auf dem Trockenen Skipper haben es in Brandenburg schwer

Wassertourismus ist zum wichtigen Wirtschaftsfaktor in strukturschwachen Gegenden Brandenburgs geworden. Allerdings blockiert die Bundesregierung den notwendigen Ausbau der Branche. Größere Investitionen fließen nur in Wasserstraßen mit hohem Güterverkehrsaufkommen.

Voriger Artikel
Sehr hoher Krankenstand bei Gefängnispersonal
Nächster Artikel
Student darf in Potsdam nicht Rabbi werden

Motorboote am Ruppiner See.

Quelle: Geisler

Potsdam. Bootsverleiher, Fahrgastschiffer und Hafenbetreiber stehen zu Beginn der neuen Wassersportsaison in Brandenburg vor erheblichen Problemen: Die Bundesregierung tritt bei dringend nötigen Investitionen in Brücken, Schleusen und Uferwände weiter auf die Bremse und verhindert Wachstum in den oft strukturschwachen Regionen.

Hintergrund ist die Unterteilung deutscher Wasserstraßen nach Güterverkehrsaufkommen. So fließen Millionen-Investitionen des Bundes in Rhein-Regionen oder die Elbe nach Hamburg, während ostdeutsche Wassersportreviere finanziell austrocknen.

„Diese Entscheidung fiel ohne Diskussion mit den Beteiligten vor Ort“, ärgert sich Barbara Nitsche, Fachbereichsleiterin bei der IHK Potsdam. Appelle von Kammern sowie Landes- und Kommunalpolitikern seien ungehört verhallt. „Defekte Schleusen hängen ganze Regionen ab und die Gäste bleiben aus. Gerade aber die Durchlässigkeit der Wasserstraßen ist unser Pfund. Die Leute wollen nicht im Kreis fahren.“

Bedrohlich für den Wassertourismus ist laut Nitsche auch das Bundesprogramm „Blaues Band“ zur Renaturierung von Fließgewässern und Auen. „Biotope sollten nur dort wieder hergestellt werden, wo sie den Bootsverkehr nicht beeinträchtigen.“ Auch im Potsdamer Wirtschaftsministerium verfolgt man die Entwicklung mit großer Sorge. „Das Blaue Band läuft den touristischen Interessen zuwider“, so Sprecherin Andrea Beyerlein. In der Region seien 35 000 Motorboote angemeldet. Würden künftig bestimmte Flüsse für sie gesperrt, wäre das dramatisch auch für Gaststätten oder Pensionen in Ufernähe.

Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, Ellen Rußig, kritisiert, dass der Bund nicht bereit sei, die Schleusenbetriebszeiten an der Dahme und den Storkower Gewässern wieder zu verlängern. Vor allem an der Schleuse Neue Mühle bei Königs Wusterhausen, die seit einem Jahr um 18 Uhr und sonntags um 19 statt 22 Uhr dicht mache, stauten sich die Boote. „Viele Gäste sind genervt. Die überlegen sich, ob sie da noch mal langfahren“, so Rußig. Mit Verweis auf Personalmangel und hohe Kosten waren die Öffnungszeiten eingeschränkt worden. Angebote Brandenburgs, Personal zur Umschulung als Schleusenwärter bereit zu stellen, wurden abgelehnt.

Von Volkmar Krause

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg