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Brandenburg Skipper haben es in Brandenburg schwer
Brandenburg Skipper haben es in Brandenburg schwer
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20:23 28.03.2016
Motorboote am Ruppiner See. Quelle: Geisler
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Potsdam

Bootsverleiher, Fahrgastschiffer und Hafenbetreiber stehen zu Beginn der neuen Wassersportsaison in Brandenburg vor erheblichen Problemen: Die Bundesregierung tritt bei dringend nötigen Investitionen in Brücken, Schleusen und Uferwände weiter auf die Bremse und verhindert Wachstum in den oft strukturschwachen Regionen.

Hintergrund ist die Unterteilung deutscher Wasserstraßen nach Güterverkehrsaufkommen. So fließen Millionen-Investitionen des Bundes in Rhein-Regionen oder die Elbe nach Hamburg, während ostdeutsche Wassersportreviere finanziell austrocknen.

„Diese Entscheidung fiel ohne Diskussion mit den Beteiligten vor Ort“, ärgert sich Barbara Nitsche, Fachbereichsleiterin bei der IHK Potsdam. Appelle von Kammern sowie Landes- und Kommunalpolitikern seien ungehört verhallt. „Defekte Schleusen hängen ganze Regionen ab und die Gäste bleiben aus. Gerade aber die Durchlässigkeit der Wasserstraßen ist unser Pfund. Die Leute wollen nicht im Kreis fahren.“

Bedrohlich für den Wassertourismus ist laut Nitsche auch das Bundesprogramm „Blaues Band“ zur Renaturierung von Fließgewässern und Auen. „Biotope sollten nur dort wieder hergestellt werden, wo sie den Bootsverkehr nicht beeinträchtigen.“ Auch im Potsdamer Wirtschaftsministerium verfolgt man die Entwicklung mit großer Sorge. „Das Blaue Band läuft den touristischen Interessen zuwider“, so Sprecherin Andrea Beyerlein. In der Region seien 35 000 Motorboote angemeldet. Würden künftig bestimmte Flüsse für sie gesperrt, wäre das dramatisch auch für Gaststätten oder Pensionen in Ufernähe.

Die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Seenland Oder-Spree, Ellen Rußig, kritisiert, dass der Bund nicht bereit sei, die Schleusenbetriebszeiten an der Dahme und den Storkower Gewässern wieder zu verlängern. Vor allem an der Schleuse Neue Mühle bei Königs Wusterhausen, die seit einem Jahr um 18 Uhr und sonntags um 19 statt 22 Uhr dicht mache, stauten sich die Boote. „Viele Gäste sind genervt. Die überlegen sich, ob sie da noch mal langfahren“, so Rußig. Mit Verweis auf Personalmangel und hohe Kosten waren die Öffnungszeiten eingeschränkt worden. Angebote Brandenburgs, Personal zur Umschulung als Schleusenwärter bereit zu stellen, wurden abgelehnt.

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