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Skorpion und Saturn gehen auf Tuchfühlung

Sternenhimmel im Juli über Brandenburg Skorpion und Saturn gehen auf Tuchfühlung

Die klassischen Sommersternbilder Schwan, Leier und Adler strahlen im Juli am südlichen Himmel. Ende Juli ist auch das schöne Sternbild Skorpion nah am Südhorizont zu sehen, in Tuchfühlung mit dem Saturn. Der hellste Stern in den Sommernächten ist aber Wega im Sternbild Leier. Ganz selten: Im Juli gibt es gleich zwei Vollmonde.

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Der vergangene Frühling spiegelt sich nur noch durch die am frühen Abend sichtbaren Sternbilder Löwe und Jungfrau am Westhimmel wider. Dafür haben die Sommersternbilder mit der Gruppierung Schwan, Leier und Adler den Südhimmel fest im Griff.

Der Stern Wega in der Leier ist der hellste Stern einer Sommernacht im Juli. Heller sind neben dem Mond nur noch die Planeten Venus und Jupiter, deren Abendsichtbarkeit zunehmend schlechter wird. Links von der Wega ist der Deneb im Schwan und nach rechts schließt sich das Sternbild Herkules an.

Sucht man den Großen Wagen auf und folgt der Krümmung der Deichsel, gelangt man zu hellen Stern Arktur im Bootes . Arktur und Deneb sind die Enden einer Sternenkette, deren Abfolge ein Merkspruch beschreibt: „Arktur, Gemma, Herkules – Wega, Deneb merke es – dieses ist die Perlenschnur zwischen Deneb und Arktur.“ Gemma ist dabei der hellste Stern im Sternbild nördliche Krone, welches am Himmel wie eine Schüssel aussieht.

Die Phasen der Venus als Abendstern, skizziert von Galileo Galilei im Jahr 1610.

Quelle:

Zur Monatsmitte, genau am 13. Juli, steht die Venus in ihrem „Größtem Glanz“, wenn auch nur noch bis ca. 22.00 Uhr über dem Horizont. Wer sie jedoch mit dem Feldstecher beobachtet, wird, wie im Jahre 1610 erstmalig Galileo Galilei , feststellen, dass sie ähnlich wie der Mond nur ein Teil der beschienenen Seite uns zuwendet. „Größter Glanz“ ist die Position relativ zu Sonne und Erde, in der die Venus zum einen noch weit genug von der Erde entfernt ist, um möglichst viel der beleuchteten Hälfte zu sehen, auf der anderen Seite muss sie nah genug an der Erde sein, um als möglichst große Fläche am Himmel sichtbar zu sein. Die Position(en) des „Größten Glanzes“ werden sowohl als „Abendstern“ (in diesem Jahr am 13. Juli) als auch ca. 73 Tage später, in diesem Jahr am 19. September, als „Morgenstern“ erreicht. Venus geht dann im Osten vor der Sonne auf.
Der Juli beschert uns in diesem Jahr einen „ Blue Moon “, d.h. einen zweiten Vollmond im Monat. Der Mond wird am 2. Juli und am 31. Juli als Vollmond am Himmel stehen. Demzufolge ist in der Monatsmitte Neumond. In der englischen Sprache bezeichnet man mit der Redewendung „… once in a blue moon…“ etwas sehr Seltenes.

Auffällig wird sein, dass jeder Vollmond im Sommer wesentlich flacher über den Horizont steht, als die Wintervollmonde. Die Erklärung ist sofort verständlich, wenn man bedenkt, dass die Erde bei Vollmond direkt zwischen Sonne und Mond steht. Und die Sonne verschwindet im Sommer nur kurze Zeit und auch nicht allzu tief unter dem Horizont. Daher ist der Vollmond auch nur kurze Zeit und nicht allzu hoch über dem Horizont sichtbar.

Am 26. Juli passiert der Mond das schöne Sternbild Skorpion . In diesem befindet sich zurzeit auch der Ringplanet Saturn . Bei uns ist dieses Sternbild nur bei freier Sicht auf den südlichen Horizont zu sehen, da seine maximale Höhe die 15° nicht übersteigt. Aber bei einem geplanten Urlaub in südlicheren Gefilden sollte man sich auch den Blick auf dieses Sternbild vornehmen, da die Beobachtungsbedingungen besser werden, je weiter man sich dem Äquator nähert.

Daten für Sonne und Mond im Juli:
Sonne:
01.07.2015 Aufgang: 4.48 Uhr Untergang: 21.30 Uhr (lichter Tag: 16 Std. 42 Min.)
31.07.2015 Aufgang: 5.24 Uhr Untergang: 20.59 Uhr (lichter Tag: 15 Std. 35 Min.)
Mond:
Vollmond: 2.7.15;Aufgang: 21.22 Uhr
Letztes Viertel: 9.7.2015; Aufgang: 0.37 Uhr
Neumond: 16.7.2015
Erstes Viertel: 24.7.2015; Untergang: 0.01 Uhr (25.7.)
2. Vollmond: 31.7.2015; Aufgang: 20.38 Uhr

Autor: Uwe Schierhorn, Lehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen, Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.
  Quellen: Daten aus www.calsky.com
  Abbildungen: erstellt mit „Stellarium 12.0“ vom Autor

Von Uwe Schierhorn

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