Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg So denken MAZ-Leser über Flaggen an Schulen
Brandenburg So denken MAZ-Leser über Flaggen an Schulen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:05 19.04.2016
Anzeige
Potsdam

Das geforderte Bekenntnis zur „herausragenden Bedeutung der Bundesflagge“ der AfD-Fraktion in Brandenburg hat im sozialen Netzwerk Facebook in der MAZ-Community eine Debatte ausgelöst. Die konkrete Idee der Partei: An staatlichen Schulen soll täglich die Deutschlandflagge gehisst werden, schließlich sei sie ein „identitätsstiftendes Symbol für Demokratie und republikanischen Geist“.

Man wolle Demokratie „erfahrbar und erlebbar machen“ hieß es seitens AfD-Landeschef Gauland. Nicht wenige Leser folgen seinem Ansatz und sprechen sich dafür aus. „Sehr gut“, „warum nicht“ oder „in anderen Ländern ganz normal“, liest man kurz und knapp. Ein Querschnitt aller Nachrichten bestätigt auch das Resultat der Umfrage, die wir am Montag zu dem Thema gestartet haben. Demnach halten 72 Prozent der rund 800 Brandenburger (Stand: 14.00 Uhr ), die sich an der Umfrage beteiligten, das Hissen der Flagge für eine gute Idee.

Der Zwischenstand bei der MAZ-Umfrage ist eindeutig. Quelle: MAZonline

Auf Facebook begründen einige Nutzer ihre Einstellung zugunsten der Fahne mit dem Nationalstolz. „Ich bin dafür. Wir sollten unseren Kindern beibringen stolz auf ihre Heimat, aber auch tolerant zu sein. Ich finde Patriotismus nicht schlimm. Gibt es in jedem Land. Und ich, geschweige meine Kinder haben mit der damaligen Zeit etwas zu tun. Und ich bin stolz ein Deutscher zu sein“, schreibt etwa Lars Ullrich. Doch was heißt es eigentlich, ein „Deutscher“ zu sein? Robert Brauer hat darauf eine Antwort: „Deutsch zu sein heißt fleißig, pünktlich, zuverlässig, strebsam, ehrlich, hohe Qualität im Allgemeinen und so weiter.“ Deshalb schäme er sich auch nicht für seinen Nationalstolz. Ernst August Müller steuert allerdings dagegen. „Ich habe genug auf das ich stolz sein kann, aber zufällig in einer Nation geboren zu sein, ist nichts, worauf man seinen Stolz aufbauen sollte.“  

Revival des DDR-Fahnenappells?

 

Identität mit Kulturförderung zeigen

„Total absurd“, „die spinnen“,  „Blödsinn“ oder „Quatsch“, so beurteilen einige andere Facebook-Nutzer die AfD-Forderung. „Sehr beschränkte Idee“, schreibt Lukovski. Er meint, dass man Identität mit Kulturförderung, nicht aber mit Fahne zeigen kann. „Statt Innovation bloße Oberflächlichkeit.“ Wenn dann aber doch Flaggen gehisst werden sollten, „dann von allen Nationalitäten die an den jeweiligen Schulen vertreten sind, um den Stolz der Vielzahl zu demonstrieren“, fordert Philipp Kubiak.

In der Diskussion um den Nationalstolz gibt es viele Kritiker. „Überlegen wir doch nochmal kurz, wie weit uns  Nationalismus historisch gesehen bisher gebracht hat“, so Matthias Stern. Er meint, dass Menschen, die heute noch Wert auf Nationen legen, geistig im 18.Jahrhundert hängen geblieben wären.  Robert Bluhm hat einen anderen Ansatz. Er ist stolz auf seine Familie. Das sei etwas handfestes. „So `ne olle Fahne. Was soll ich damit“, fragt er.

Im Schulalltag gibt es Wichtigeres

Die Forderung der AfD zum Bekenntnis von deutscher Identitätsbildung kann so mancher angesichts der Probleme im Schulalltag wenig nachvollziehen. „Wir sollten uns darum kümmern, dass der Unterricht nicht so oft ausfällt und auch in einigen Brandenburger Gebieten die Klassenstärke geringer wird. Gute Schulbedingungen schaffen Potential für Brandenburg. Aber die AfD will, dass wir uns erst einmal mit Fahnenappell und Flaggenkunde beschäftigen“, so Arne Probandt. User Deka Dance greift die Problematik metaphorisch auf:  „Wir müssen ein neues Haus bauen und die AfD kauft schon mal Platzdeckchen für den Esstisch!“

Nationalstolz und gehisste Flaggen: Das Thema ist noch längst nicht ausdiskutiert. Schon bald wird sich der Landtag damit befassen. Doch bis dahin hat eine Userin auf Facebook einen ganz eigenen Appell:

Von MAZonline

Die von Rot-Rot gewollte Kreisgebietsreform in Brandenburg steht auf der Kippe. Bei einer Probeabstimmung am Dienstag in den Landtagsfraktionen von SPD und Die Linke haben sich vier Abgeordnete enthalten. Damit würde es bei einer Abstimmung im Landtag keine Mehrheit für die Reform geben, sollte die Opposition geschlossen dagegen sein.

19.04.2016
Brandenburg Gutachter widersprechen dem Justizminister - Dienstwagenaffäre: Druck auf Markov nimmt zu

Brandenburgs Justizminister Helmuth Markov (Linke) hat einen Transporter für eine Privatfahrt genutzt. Er ist sich keiner Schuld bewusst, sagt, es sei alles rechtens gewesen. Ein Gutachten kommt nun zu einem anderen Schluss. Am Dienstagnachmittag muss Markov im Haushaltsausschuss Rede und Antwort stehen.

19.04.2016
Brandenburg Zwei tödliche Unfälle binnen kurzer Zeit - Zwei Männer verlieren ihr Leben auf der A12

Auf der A 12 ist es am Dienstagmorgen zu zwei tödlichen Unfällen binnen weniger Stunden gekommen. Dabei sind zwei 47-jährige Männer ums Leben gekommen. Beim ersten Unfall war Sekundenschlaf der Auslöser, beim zweiten rasten vier Lastwagen ineinander.

19.04.2016
Anzeige