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So diskutieren MAZ-Facebook-Leser über den Mathe-Abi-Eklat

Abiturprüfung in Brandenburg So diskutieren MAZ-Facebook-Leser über den Mathe-Abi-Eklat

Von „Lächerlich“ bis „besser als nichts“: MAZ-Leser bewerten die Entscheidung des Bildungsministeriums, das teils unlösbare Mathe-Abi zu wiederholen, sehr kontrovers. Der Eklat war in dieser Woche das Thema, worüber auf der MAZ-Facebook-Seite am heftigsten diskutiert wurde.

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Die Beiträge zum diesjährigen Mathe-Abitur in Brandenburg waren in dieser Woche das meistdiskutierte Thema auf der MAZ-Facebook-Seite.

Quelle: Facebook

Potsdam. In diesem Jahr stöhnten besonders viele Schüler in Brandenburg über unlösbare Mathe-Abituraufgaben. Freitag fiel die Entscheidung: Das Mathe-Abi wird wiederholt. „Das jetzige Verfahren erscheint intransparent und unfair. Es muss dringend geändert werden“, kommentiert Henry Lohmar, stellvertretender MAZ-Chefredakteur. Und so kommentieren Leser den Eklat auf der MAZ-Facebook-Seite:

Ludwig Brandt findet die Entscheidung: Lächerlich.

Erik Manteufel schreibt: Immerhin besser als nichts.

Anja Penzold stellt die Option, die Prüfung wiederholen zu können, nicht zufrieden: Trotzdem ein Armutszeugnis, schreibt sie. Und fordert: Bildungspolitik bundeseinheitlich mit gleichen Rahmenlehrplänen in den Hauptfächern! Gleiche Mindeststundenzahl in GK und LK und bitte nichts mehr abwählen lassen. Das Allgemeinwissen ist schrecklich.

Niklas Zimmermann schreibt: Das Problem ist, dass Personen von höchster Instanz behaupten, dass alle gefragten Inhalte im Lehrplan standen. Jedoch bleibt den Lehrkräften überhaupt nicht mehr die Zeit, die Inhalte so tiefgründig zu behandeln, dass ein Lösen der Abituraufgaben überhaupt möglich ist. Denn der Unterricht wurde von fünf auf vier Wochenstunden verkürzt, die Kurse werden von 15 auf 25-30 Schüler pro Kurs aufgestockt und der Lehrplan wird so gut wie gar nicht auf diese Veränderungen angepasst. Es sollten sich einige überlegen, ob es soviel Sinn macht, jetzt die Schuld bei den Lehrern zu suchen. Denn nichts anderes ist die angekündigte „Untersuchung“.

Paul Aurin : Ich bin sehr gespannt, welche Schulen tatsächlich zurückmelden, dass sie nicht nach dem gültigen Rahmenlehrplan unterrichtet haben. Hier sollte für den Schüler entschieden werden; allerdings sollte noch einmal betont werden, dass die Logarithmusfunktion eine Wahlaufgabe war. Sollten Schüler also nicht vollständig in diesem Bereich unterrichtet worden sein, hatten sie die Möglichkeit, die andere Aufgabe zu wählen.

Karsten Hansch : Jeder weiß doch, was im (frei zugänglichen) Rahmenlehrplan steht. Wenn man etwas (was ich nicht glaube) nicht behandelt hat, muss man sich eben erkundigen.

Susann Behrendt ist Mutter einer betroffenen Schülerin und erklärt: In den vier Wochenstunden Mathematik in der Sek II war es unmöglich, den Lehrplan umzusetzen. Lehrer und Schüler gerieten ständig an ihre Grenzen. Es wurden Aufgaben gestellt, deren Stoff flächendeckend in Brandenburg nicht unterrichtet wurde. Ich habe kein Problem mit einem zentralen Abitur. In diesem Jahr hat man aber das Ende an den Anfang gesetzt. Voraussetzung wäre doch, zunächst Lehrpläne und Stundenanzahlen anzugleichen. Meine Tochter war zwölf Jahre lang kontinuierlich fleißig und hat auch Dank Nachhilfe gute und sehr gute Leistungen in Mathematik erzielt. Sie hat sich anhand der Abiturprüfungen der letzten Jahre intensiv vorbereitet. Jetzt bangt sie um ihr Abitur. Danke an die Aktionisten im zuständigen Ministerium.

Georg R. kommentiert: Ich habe mich mit sämtlichen Mathe-Abitur-Aufgaben Brandenburgs der letzten vier Jahre vorbereitet. Meiner Meinung nach ist das alles ein schlechter Scherz. Als ich die Prüfung bekommen habe, konnte ich etwa 25 Prozent gar nicht bearbeiten (von der Aufgabe, die ich wählen MUSSTE), weil wir das noch nie im Unterricht ansatzweise behandelt haben (das ging allen so). Ich hatte, wenn man so will, gar keine Wahl, da die andere „Wahlaufgabe“ zu 100 Prozent aus Stoff bestand, den wir nachweislich nie hatten. Wir Schüler, die dieses Abitur geschrieben haben, bleiben so oder so jetzt trotzdem die Angearschten. Es ist immer wieder schön zu sehen, wie mit uns herumexperimentiert wird und wurde.

Dies hat Lisa Ma auf dem Herzen: Selbststudium in allen Ehren, aber ich glaube schon, dass man als Abiturient erwarten darf, dass die geforderten Inhalte des Abiturs in der Schule unterrichtet werden. Wenn es soweit kommt, dass ich mir die Inhalte unaufgefordert(!) selbst beibringen muss, müsste ich auch nicht mehr zur Schule gehen.

Oliver Quaas urteilt ironisch: Am besten, im Abitur kommen nur noch Additionsaufgaben mit ganzen Zahlen ran. Dann schafft auch jeder das Abitur mit 1,0! Im Leben gibt es doch auch keinen Lehrplan.

Für Hans Fiedler ist klar: Dass systematisch zu wenig Unterrichtsstunden für den zu vermittelnden Lernstoff eingeplant wurden, lag einzig und allein in der Verantwortung der Landesregierung, die ihren Bildungsauftrag sträflich vernachlässigt hat. Das Problem ist nur leider nicht auf die Schnelle mit Unmengen an zusätzlichem Geld zu lösen, sondern hier werden berufliche Perspektiven junger Menschen zerstört. Eine Lösung dieses Problems ausgerechnet von dem Minister zu fordern, der es selbst verursacht hat, dürfte fehlschlagen.

Helmut Balke fordert: Der einzig klare Weg zu einer einheitlichen Bildung kann nur sein, in ganz Deutschland einheitliche Bedingungen zu schaffen. Gleiche Schuldauer, gleiche Stundenzahl, gleicher Lehrstoff, gleiche Abiprüfungen. Und das auf einem entsprechend hohen Niveau. Nur so haben alle Schüler/innen auf Dauer auch die gleichen Chancen – in Deutschland, in Europa, in der Welt.

>> Wie sehen Sie das, liebe Leser? Schreiben Sie uns Ihre Erfahrungen und Argumente gern per Mail an: leserbriefe@MAZ-online.de

Von MAZonline

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