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So fotografieren Sie Ihren Fang richtig

Anleitung für Angler So fotografieren Sie Ihren Fang richtig

Wer angelt und einen richtigen dicken Fisch fängt, der will das auch entsprechend und würdig dokumentieren. Das ist nicht so einfach. Die MAZ hat einen Angelprofi und Fotoexperten gefragt und sich einige Tipps für ein tolles Bild geben lassen. Es kommt nicht nur auf den Fotografen an.

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Hier passt alles: Der Fänger Tobias Norff und sein Fisch füllen das Bild schön aus. Die Belichtung stimmt.

Quelle: Foto: r&r

Potsdam. Leider werden für unsere Aktion zum „Fisch des Jahres“ noch immer Bilder eingesandt, die dem Fang eigentlich nicht gerecht werden. Der „Fisch des Lebens“ soll doch auch so festgehalten werden, dass er angemessen bestaunt werden kann. Für die Angler und alle MAZ-Leser folgt hier ein kleiner Fotokurs:

Gibt es eine schönere Erinnerung an den großen Fang als ein tolles Foto? Damit der Fisch des Lebens auf den Bildern auch wirklich gut rüberkommt, gibt es beim Fotografieren ein paar Dinge zu beachten. Keine Angst: Ich werde Sie hier nicht mit technischen Fachbegriffen bombardieren und auch nicht über Blendenöffnungen oder Verschlusszeiten schreiben. Nein, hier geht es um Dinge, die ein gutes Bild ausmachen – ganz egal, ob es mit der hochwertigen Spiegelreflex oder dem Handy gemacht wird. Oft sind es nämlich kleine, vermeidbare Fehler, die dafür sorgen, dass der tolle Fisch später auf dem Foto plötzlich gar nicht mehr so toll aussieht.

Ein bisschen Technik

Okay, ich habe ein bisschen geschwindelt. Ganz kurz will ich doch technisch werden – für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich eine neue Kamera anzuschaffen. Megapixel und Serienbildgeschwindigkeiten lassen wir mal außen vor. Zwei wichtige Dinge sollte eine Kamera für Angler erfüllen. Erstens: spritzwassergeschützt muss sie sein oder besser gleich richtig wasserdicht! Wäre doch blöd, wenn der Traumfisch im Regen beißt und wir ihn nicht ablichten können, oder? Frisch sehen Fische auf den Bildern immer am besten aus. Wer wie ich oft alleine unterwegs ist, wird ein schwenkbares Display schnell lieben lernen. Bei einigen Modellen lässt es sich um 180 Grad in die Höhe klappen und ist dann auch von vorne zu sehen – eine unschätzbare Hilfe für „Selfies“ mit Fisch.

Ein schwenkbares Display ist praktisch für Selfies

Ein schwenkbares Display ist praktisch für Selfies.

Quelle: MAZ

Die dritte Hand

Selbstauslöser ist ein gutes Stichwort. Wer hält eigentlich die Kamera, wenn wir beide Hände voll Fisch haben? Ein Stativ! Es muss ja kein Profigerät sein. Wichtig ist nur, dass es nicht allzu wackelig steht und sich etwa bis auf Brusthöhe des knieenden Anglers ausfahren lässt. Wird zu weit von unten fotografiert, sieht’s nachher nämlich auch komisch aus. Wer noch ein bisschen Geld übrig hat, kann sich überlegen, es in einen programmierbaren Fernauslöser zu investieren. Gibt’s ab etwa 30 Euro für nahezu jede Kamera. In den Fernauslöser können wir die gewünschte Anzahl der Bilder und auch die Abstände einprogrammieren, in denen die Kamera auslösen soll. Die Übertragung läuft je nach Modell über Funk oder ein langes Kabel. So, genug der Technik. Schauen wir uns an, was sowohl der Fotograf als auch der glückliche Fänger für ein gelungenes Bild tun können.

Auch ein Stativ und ein Fernauslöser sind praktisch

Auch ein Stativ und ein Fernauslöser sind praktisch.

Quelle: MAZ

Was der Fotograf beachten sollte

Gegenlicht meiden: Niemals gegen die Sonne fotografieren. Das täuscht die Belichtungsmessung der Kamera. Das eigentliche Motiv wird viel zu dunkel. Das kann übrigens auch dann passieren, wenn Sie mit der Sonne fotografieren, aber der Hintergrund sehr hell ist (viel heller Himmel oder Wasserflächen).

Schatten vermeiden: Achten Sie beim Fotografieren mit der Sonne unbedingt auf Ihren eigenen Schatten. Den wollen Sie ja nicht mit auf dem Bild haben. Auch Bäume, Büsche oder Angelruten werfen oft äußerst störende Schatten auf das Motiv.

Blitzen: Die Sonne scheint, da muss ich ja nicht blitzen – so denken viele. Ist aber verkehrt. Gerade bei starker Sonneneinstrahlung bilden sich harte Schatten auf dem Gesicht des Fängers. Ganz schlimm ist es, wenn dieser auch noch eine Schirmmütze trägt. Der Blitz der Kamera hellt die Schatten etwas auf. Im Grunde macht es bei jedem Wetter Sinn, zu blitzen.

Hintergrund beachten: Auf einem Bild ist niemals nur der Fänger mit dem Fisch. Achten Sie auch auf den Hintergrund. Sollen die Mülltonne, der Gartenzwerg oder das Toilettenhäuschen am See wirklich zusammen mit Ihrem Traumfisch verewigt werden? Sicher nicht! Am schönsten werden Bilder immer am Wasser. Können Sie Ihren Fang erst zu Hause ablichten, dann am besten draußen vor einem hübschen Busch oder Baum.

Bildausschnitt wählen: Fisch und Fänger sollten das Bild gut ausfüllen. Wir wollen ja keine Landschaftsaufnahme, auf der irgendwo eine Person als kleiner Punkt zu sehen ist. Aber unbedingt darauf achten, dass nichts angeschnitten ist. Schnell passiert das mit der Schwanzflosse des Fisches oder dem Kopf des Anglers.

Zeit lassen: Nehmen Sie sich Zeit beim Fotografieren. Schauen Sie sich das Bild bewusst auf dem Kameradisplay oder im Sucher an, bevor Sie abdrücken. Dabei achten Sie auf die bereits erwähnten Punkte. Lieber einmal perfekt abdrücken statt zehnmal daneben.

Zeitnehmen – ein wichtiger Punkt fürs richtige Foto

Zeitnehmen – ein wichtiger Punkt fürs richtige Foto.

Quelle: MAZ

Wie der Fänger helfen kann

Richtig vorhalten: Wird ein Fisch vorgehalten, wirkt er auf dem Bild größer. Kann er auch ruhig, denn er spielt ja die Hauptrolle und darf gerne imposant erscheinen. Aber wir sollten es dabei nicht übertreiben, denn dann sieht’s schnell komisch aus.

Fische halten: Halten Sie den Fisch nicht zu hoch. Ihr Gesicht sollte noch ganz zu sehen sein. Zu tief wirkt auch nicht schön. Am besten etwa auf Brusthöhe halten. Achten Sie außerdem auf Ihre Hände. Sie sollten möglichst wenig vom Fisch verdecken.

Bitte lächeln: Viele Angler wirken auf Bildern, als würden sie ihren Fisch regelrecht hassen. Lassen Sie die Fangfreude raus und lächeln Sie in die Kamera. Das macht sehr viel aus!

Blut und Dreck entfernen: Ganz wichtiger Punkt. Blätter, Gras oder Blut auf dem Fisch ruinieren jedes Bild. Waschen Sie den Fang vor dem Fotografieren mit frischem Wasser ab.

Frisch fotografieren: Tote Fische verlieren innerhalb kürzester Zeit ihre Farbe, das sollte bedacht werden – machen Sie daher so schnell wie möglich nach dem Fang das Foto.

Der Autor: Tobias Norff arbeitete über 20 Jahre für das Angelmagazin Rute & Rolle, zuletzt als Chefredakteur. Seit April 2016 betreibt der Hamburger zusammen mit weiteren Kollegen aus der Branche das Internetportal www.doctor-catch.com. Leicht verständlich und gut bebildert werden hier Angeltechniken und Reviere vorgestellt.

So kann ein gutes Foto aussehen Fänger Tobias Norff und sein Fisch füllen das Bild schön aus

So kann ein gutes Foto aussehen Fänger Tobias Norff und sein Fisch füllen das Bild schön aus. Die Belichtung stimmt.

Quelle: R&R

Von Tobias Norff

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