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So geht nichts schief beim Osterfeuer

Nicht jeder darf alles So geht nichts schief beim Osterfeuer

Es ist Ostern! Vielerorts brennen die Osterfeuer - Treffpunkt für den ganzen Ort. Auch im Garten lodern die Flammen. Doch wer sie nicht den örtlichen Behörden gemeldet hat, könnte in einer Zwickmühle stecken. Außerdem birgt der beliebte Brauch Risiken - für Mensch und Tier. Hier ein Leitfaden, damit so wenig wie möglich schief gehen kann.

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Brandenburg. Vielerorts lodern auch in diesem Jahr in Brandenburg wieder die Osterfeuer. Seit 1559 haben sie sich als weltliche Volkssitte etabliert. Der religiöse Hintergrund ist inzwischen längst verschwunden. Vielmehr sind Osterfeuer beliebte Treffpunkte für ganze Orte. Es knistert, wärmt, leuchtet. Doch während die Flammen die Dunkelheit erhellen, kommt es mitunter auch zu Zwischenfällen. Das Feuer kann außer Kontrolle geraten, Feuerwehren sind gefragt. Nicht selten entstehen hohe Sach- oder sogar Personenschäden. 

Brauchtum als Ausnahme des Grundsatzes

Es gibt Regeln für’s Abfackeln: Nicht jeder darf alles. „Der Grundsatz ist, um es zusammenzufassen: In Brandenburg dürfen grundsätzlich keine Garten- und Haushaltsabfälle verbrannt werden. Beim Brauchtum, wie dem Osterfeuer gibt es Ausnahmen“, so Hans-Joachim Wersin-Sielaff vom Umweltministerium in Brandenburg. Er bezieht sich auf Paragraph 7 des Landesimmissionsschutzgesetzes. Osterfeuer müssen bei den örtlichen Ordnungsbehörden angemeldet werden. Die prüfen dann, ob beispielsweise die Sicherheit gewährleistet werden kann. „Oft richten die Freiwilligen Feuerwehren die Osterfeuer selbst aus“, sagt Wersin-Sielaff. In diesem Fall sind die Sicherheitsaspekte meist unbedenklich.

In der Regel lodern die Holzhaufen auf freiem Feld, großen Plätzen oder sogar auf dem Gelände der Floriansjünger selbst. Es gibt klare Vorgaben, was brennen darf – und was nicht. Trocken und naturbelassen sollte das Holz sein. Giftige Stoffe, die Gase entwickeln oder brennbare Flüssigkeiten und Stoffe haben in dem Haufen nichts zu suchen. So werden mögliche Explosionsgefahren oder die Gefahren gesundheitlicher Schäden verhindert.

Todesfalle für Tiere

Der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat zudem die Brandenburger aufgerufen, vorbereitete Holzhaufen vor dem Entzünden des Osterfeuers umzuschichten. "Tiere nutzen diese großen Reisighaufen gern als Unterschlupf oder sogar als Brutmöglichkeit", teilte Nabu-Geschäftsführerin Christiane Schröder in Potsdam mit. Wird das Feuer entfacht, bedeutet das für sie den sicheren Tod. Häufig brüten Zaunkönige, Rotkehlchen und Amseln in dem angehäuften Grünschnitt. Auch die unter Naturschutz stehenden Igel suchen sich in den Haufen ein geschütztes Plätzchen. Am besten sei es daher, das Brennholz erst kurz vor dem Abbrennen aufzuschichten, sagte Schröder.

15. Regeln für ein gelungenes Osterfeuer

Damit beim Osterfeuer das Gefahrenrisiko für Mensch und Tier minimiert wird, haben wir einen kleinen Leitfaden:

1. Egal, ob im eigenen Garten für die Familie oder auf dem Dorfplatz für die gesamte Gemeinde: Vergessen Sie nicht, Ihr Osterfeuer bei der örtlich zuständigen Behörde anzumelden. Brennt es im Garten ohne Anmeldung, kann es sein, dass die Feuerwehr zum Einsatz kommt - und das kostet unter Umständen.  

2. Nicht zögern, wenn das Feuer außer Kontrolle zu geraten droht. Im Zweifelsfall wählen Sie lieber zu früh, als spät den Notruf unter der 112.

3. Die Zufahrt für Rettungskräfte, etwa der Feuerwehr, sollte gewährleistet sein.

4. Nutzen Sie nur trockenes und unbehandeltes Holz und getrocknete Pflanzenreste - der Umwelt und Ihrer Gesundheit zuliebe. Kunststoffe wie Plastiktüten und Autoreifen, aber auch andere Abfälle haben im Osterfeuer nichts verloren.

5. Liegt ihr Holzhaufen zum Verbrennen schon etwas länger, sollte er kurz vor dem Entzünden noch einmal umgeschichtet werden. Tiere nutzen sie häufig als Unterschlupf, etwa die naturgeschützten Igel. So verhindern Sie, dass Ihr Osterfeuer zur Flammenfalle für Tiere wird.

6. Halten Sie wegen Rauch und Hitze ausreichend Sicherheitsabstand, mindestens 100 Meter, zu Gebäuden und Bäumen. Auch sollte das Feuer mindestens 50 Meter Abstand zur Straße haben.

7. Beachten Sie unbedingt die Hauptwindrichtung, sonst könnte das Feuer umschlagen und etwas erfassen, dass Sie gar nicht verbrennen wollten.

8. Lassen Sie Vorsicht beim Anzünden walten! Insbesondere brennbare Flüssigkeiten bergen ein hohes Risiko. Ist das Holz trocken, benötigen Sie gar nicht erst einen Brandbeschleuniger.
 
9. Lassen Sie das offene Feuer nicht aus den Augen und sorgen Sie so dafür, dass die Flammen sich nicht unkontrolliert ausbreiten.

10. Achten Sie auf die Kinder - sie sind schnell vom Feuer fasziniert und unterschätzen häufig die Gefahren.
 
11. Brennen Sie nicht zu viel Material auf einmal ab. So vermeiden Sie gefährlichen Funkenflug.

12. Auch wenn sie sich als Sitzgelegenheit eignen und einen gewissen Charme mitbringen: Strohballen können sich allein durch die Hitzestrahlung entzünden. Verzichten Sie lieber darauf!

13. Ärger mit dem Nachbar lässt sich einfacher vermeiden, wenn Sie die Rauchbelästigung gering halten. Deshalb gilt auch hier: Verwenden Sie kein feuchtes Holz!
 
14. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen: Kleinere Verbrennungen kühlen Sie sofort mit Wasser. Maximal zehn Minuten lang. Zu lange Kühlung kann zur Unterkühlung führen. Bei großflächigen Verbrennungen alarmieren Sie sofort den Notarzt.

15. Haben Sie bis heute Ihr Osterfeuer nicht bei den örtlichen Behörden angemeldet? Verzichten Sie darauf und besuchen lieber ein Feuer ihrer Wahl im Ort.
 
Von MAZonline

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