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Brandenburg So gewieft geben sich Betrüger aus
Brandenburg So gewieft geben sich Betrüger aus
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13:21 21.05.2016
Mit vielen verschiedenen Maschen geben sich Betrüger am Telefon aus. Quelle: dpa
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Potsdam

Es gibt kaum eine Masche, die Betrüger auslassen, um Geld zu ergaunern: Dubiose Anrufe, teilweise sogar mit von Behörden gehackten Telefonnummern, wie zufällig auftauchende vermeintliche Handwerker, offiziell aussehende Schreiben per Post oder Zahlungsaufforderungen per E-Mail – die Liste ist lang. Nach den MAZ-Berichten „Falsche Staatsanwälte bedrängen Rentner“ und „Polizei warnt vor reisenden Dachdeckern“ meldeten sich viele betroffene Leser. Eine Auswahl:

„Professionelle“ Hofreinigung und Versiegelung angeboten

Als ich heute in der MAZ die Überschrift „Warnung vor reisenden Dachdeckern“ las, ist mein Ärger vom 27. April 2016 wieder hochgekocht. Nur mal vorausgeschickt: Mir ist durchaus bekannt, wie die personelle Situation in den Polizeidienststellen aussieht und deshalb sollten diese Zeilen eher an das Innenministerium gerichtet sein. Jedenfalls hatte ich ebenfalls mit diesen „Dachdeckern“ kontakt , nur wollten die bei mir eine „professionelle“ Hofreinigung und Versiegelung durführen. Diese Burschen waren sehr aggressiv in Ihrer Argumentation. Ein mehrfach wiederholtes „Nein, ich will das nicht“ reichte nicht. Dabei machte der zweite Mann fortwährend Notizen auf einem Block. Erst als ich zum Handy griff zogen sie ab. Ich wählte trotzdem die Nummer der Teltower Wache. Hier bekam ich sehr ausweichende Sätze zu hören. Aus diesem Gespräch konnte ich entnehmen, dass ich durchaus nicht der Erste Anrufer war. Ich hatte mir gewünscht, dass eine Bedrängung der Bevölkerung wenigsten mit der Präsenz eines Polizeiwagens begegnet worden wäre. Statt dessen wundert man sich dann vielleicht ein halbes Jahr später, dass reihenweise Häuser ausgeplündert werden. Ingo Bernat, Teltow-Ruhlsdorf

Ein Anruf: 5 000 Schulden, ein anderer Anruf: 56 000 Euro Gewinn

Im vergangenen Sommer hat es mich auch erwischt. Eine Frau rief mich an – den Namen und die Firma hatte ich nicht verstanden –, ich hätte 5000 Euro Schulden, da ich ein Abo bestellt, aber nicht bezahlt hätte und auch auf die Mahnungen nicht reagiert habe. Als ich fragte, was für ein Abo das sein soll, sagte sie, Lotto oder Zeitschrift, sie müssen doch wissen, was sie abonniert haben. Daraufhin versuchte ich ihr klar zu machen, dass ich weder Lotto noch eine Zeitschrift bestellt habe und auch keines von beiden erhalten, weder eine Rechnung noch eine Mahnung erhalten habe. Sie sagte, sie hätten eine Telefonaufzeichnung von der Bestellung. Dies bestritt ich vehement, da das unmöglich war. Dann machte die Frau mir einen Vorschlag: Wir könnten uns ja im Guten einigen, sie hätte einen Rechtsanwalt, der würde die Summe auf 3000 Euro reduzieren. Dies lehnte ich ab und forderte sie auf, mir das alles schriftlich mitzuteilen, damit ich zur Verbraucherberatung gehen kann. Als sie das hörte, hat sie sofort aufgelegt. Ich dachte, das war es jetzt. Doch Anfang Januar bekam ich wieder einen Anruf. Da ich nicht reagiert habe, hat sie das einem Rechtsanwalt übergeben, der mich verklagen wird. „Tun sie das“, sagte ich, „ich habe auch einen Rechtsanwalt“ und habe aufgelegt. Es waren Telefonnummern eingeblendet, die gar nicht vergeben waren. Beim ersten Mal hatte ich nämlich zurückgerufen, weil ich noch mal den Namen hören wollte. Vor Kurzem bekam ich wieder einen Anruf von einer anderen Frau, dass ich 56.000 Euro gewonnen hätte. Ein Verlag hätte für mich Lotto gespielt. Meine Antwort war „Ich will das Geld nicht, das können sie für wohltätige Zwecke spenden“ und habe aufgelegt. Ich habe dann bei meinem Verlag, bei dem ich meine TV-Zeitschrift abonniert habe, nachgefragt, ob die so etwas machen. Die haben das verneint und meinten auch, dass das Betrug wäre. Monika Krüger-Wrosch, Königs Wusterhausen

Das Paket kam prompt – aber mit zu viel Inhalt und zu hoher Rechnung

Ja, auch ich habe leider Erfahrung mit „Gewinnen“, die nie ausgezahlt wurden, und da ich ohnehin keinen „Verlust“ mehr einfahre, schicke ich zum Beweis das Original mit, das mit einem großen Gewinn mit hundertprozentiger Gewissheit zugesprochen hat. Ich habe bei der Firma „Schöner Leben“ mehrfach gekauft. So auch am 31. März 2016. Das Paket kam prompt, sogar mit mehr Inhalt, als ich bestellt hatte und mit entsprechend angehobener Rechnung. Auf den „so sicheren Gewinn“ warte ich heute noch. Eine Beschwerde vom 15. April an die Firma gesichtet und eine weitere am 21. April an die vertretenden Rechtsanwälte wurde bis heute nicht beantwortet. Die Firma „Schöner Leben“ steht stellvertretend für weitere Versandhäuser, und es ist wohl an der Zeit, dass derartigen Betrügereien ein Ende gesetzt wird! Ich bin 87 Jahre alt und damit einverstanden, dass meine Zuschrift mit Namen und Anschrift veröffentlicht wird. Renate Peschel, Kleinmachnow

„Gegen Sie liegt eine Pfändungsklage vor“

Wir hatten am 2., am 3. und am 19. Mai 2016 Anrufe von der Rufnummer 0711/09 09 09 mit folgendem Inhalt: „Justizvollzugsanstalt Hamburg. Gegen Sie liegt eine Pfändungsklage vor. Drücken Sie die Ziffer 1, wenn Sie eine außergerichtliche Einigung wünschen, drücken Sie die Ziffer 2, wenn Sie anwaltlich vertreten werden wollen.“ Mein Mann hat die Vorwahl herausgesucht, sie stammt aus dem Raum Stuttgart – nicht Hamburg. Vielleicht haben auch andere diese Anrufe erhalten. Cornelia Pfaff, Potsdam

Seit dem Griff zur Trillerpfeife haben wir Ruhe

Auch ich und meine Familie wurden über Jahre hinweg wegen eines angeblich nicht gekündigten Lottospielvertrages von vorgeblichen Lottoagenturen, Inkassobüros, Anwaltskanzleien und Staatsanwälten per Telefon belästigt und mit immer höheren Forderungen konfrontiert. Meine entsprechenden Hinweise auf fehlende Vertragsbindung, Forderung nach schriftlichen Forderungen blieben dabei völlig wirkungslos. So bat ich denn beim letzten entsprechenden Anruf vor ca. 3 Monaten um deutliche Wiederholung des Sachverhaltes, griff mir eine Trillerpfeife und betätigte diese mit voller Lautstärke am Telefon. Seitdem haben wir keine vergleichbaren Belästigungen mehr hinnehmen müssen. Bernd Keichel-Enders, Freienhagen

Von MAZonline

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