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So gut sind die Pflegeheime in Brandenburg

Mängelbericht So gut sind die Pflegeheime in Brandenburg

Angehörige wollen ihre Lieben in einem Pflegeheim in guten Händen wissen. Doch die offiziellen Pflegenoten der Heimkontrolleure im Auftrag der Kassen bieten oft nur wenig Orientierung. Eine umfangreiche Untersuchung bringt nun Licht ins Dunkel. Die MAZ dokumentiert die Ergebnisse.

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Die offiziellen Noten des Pflege-Tüvs geben nur wenig Aufschluss darüber, ob sich Bewohner in Heimen wohlfühlen können.

Quelle: dpa

Potsdam. Gibt es genug Zuwendung, stimmen Versorgung und Hygiene? Angehörige möchten ihre Lieben in einem Pflegeheim in guten Händen wissen. Doch die offiziellen Pflegenoten der Heimkontrolleure im Auftrag der Kassen bieten oft nur wenig Orientierung. Das Recherchebüro Correctiv hat die relevanten Pflegedaten aus 380 Kreisen und Städten untersucht. Brandenburgs Heime schneiden dabei im Schnitt besser ab als jene im Rest der Republik. Aber auch hier gibt es Mängel. Die MAZ dokumentiert die Ergebnisse.

Große Kostenunterschiede

Für einen Patienten mit Pflegestufe 3 kostet die vollstationäre Versorgung in Brandenburg im Schnitt 2818,21 Euro, das sind knapp 200 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt. Es gibt regional große Unterschiede: Pflegestufe 3 kostet in einem Seniorenheim in Teltow 3270 Euro, in einem Heim in Wiesenburg/Mark ist der Platz für 1000 Euro weniger zu haben. Rückschlüsse auf die Qualität lassen derartige Unterschiede aber oft nicht zu, so das Ergebnis von Correctiv.

Schmerzbehandlung

Die Versorgung mit Schmerzmitteln scheint in Brandenburg relativ gut zu funktionieren. 16 Prozent der Heime haben in dieser Kategorie bei Kontrollen nicht die volle Punktzahl erhalten, haben also potenziell Probleme. Im Bundesschnitt sind es 25 Prozent. Am schlechtesten schnitten bayrische Einrichtungen ab.

Inkontinenzversorgung und Wundliegevorsorge

Nur 3,57 Prozent der untersuchten Häuser erreichen in Sachen Inkontinenzversorgung nicht die volle Punktzahl, das ist ein sehr guter Wert. Im Bundesschnitt fallen 23,7 Prozent der Einrichtungen negativ auf. Ähnlich gut sind die Werte bei der Wundliegevorsorge. Der Landkreis Elbe-Elster landet sogar auf Rang 1 unter den 380 Kreisen und Städten. Brandenburgweit gibt es Mängel in etwa jedem sechsten Fall, bundesweit in jedem dritten.

Ernährung

Die Nahrungsversorgung in Brandenburg scheint gut zu funktionieren. Gleich mehrere märkische Kreise teilen sich im Bundesvergleich Rang eins: Prignitz, Cottbus, Oder-Spree und Elbe-Elster. 8 Prozent der Heime in Brandenburg haben bei der Essensversorgung Mängel aufgewiesen, im Bund sind es 32 Prozent.

Medizinische Versorgung

Hier liegt schon mehr im Argen. 39 Prozent der kontrollierten Häuser erreichten bei der medizinischen Versorgung nicht die volle Punktzahl, weißen also potenziell Mängel auf. Im Bundesvergleich (53,6 Prozent) ist das ein noch relativ guter Wert. Die Heime in der Prignitz (Rang 3), Havelland (4) und Brandenburg/Havel landen im Landkreisranking mit besten Werten in den Top Ten.

Mehrbettzimmer

Der Anteil der Betten in Mehrbettzimmern gemessen an der Gesamtbettenzahl liegt in Brandenburg bei 32 Prozent (Bund: 39 Prozent). Das heißt: Es gibt vergleichsweise viele Einzelzimmer, die sich Patienten oft wünschen. Schlecht schneidet Ostprignitz-Ruppin ab mit einer Mehrbettquote von 63 Prozent. Zum Vergleich: Potsdams Mehrbettquote liegt bei 26,1 Prozent.

Überbelegung

Die Zahl der Pflegebedürftigen wird in Brandenburg in den kommenden Jahren stark ansteigen. Noch ist die Mark gut aufgestellt. Es gibt keine Versorgungslücken. In Potsdam gab es 2013 etwa 1320 Pflegebedürftige bei 1380 Plätzen. In Oberhavel standen 2091 Betten rund 1740 Patienten gegenüber. Ein Grund könnte sein, dass in Brandenburg die meisten Patienten zu Hause betreut.

Teilzeitkräfte

Frankfurt (Oder) ist die Stadt mit den meisten Teilzeitkräften in ganz Deutschland, es gibt hier nur 92 Vollzeitkräfte bei 665 Pflegerinnen. Auch insgesamt hat Brandenburgs Heimlandschaft überdurchschnittlich viele Teilzeitpfleger (70 Prozent). Ein derart hoher Anteil kann auch ein Indiz für eine schlechtere Pflegeversorgung sein, weil die Gewöhnung für die Bewohner schwieriger wird. Dies muss aber nicht so sein. Teilzeitkräfte bieten den Vorteil, dass Arbeitgeber flexibler auf den Schichtdienst reagieren können.

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Von Torsten Gellner

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