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So heiß ist Brandenburg auf musikalische Bildung

Höhere Förderung für Musikschulen So heiß ist Brandenburg auf musikalische Bildung

Ob Klavier- oder Gitarrenunterricht - immer mehr Brandenburger besuchen in ihrer Freizeit eine Musikschule. Um dem wachsenden Bedarf entsprechen zu können, fordern die Einrichtungen seit Jahren mehr Geld vom Land. Das will ihnen ab 2017 entgegenkommen.

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Musikunterricht in Brandenburg: Immer mehr Märker lernen Instrumente an Musikschulen.

Quelle: dpa

Potsdam. Der Bedarf an musikalischer Bildung wächst in Brandenburg. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab, verzeichnen sowohl private als auch öffentliche Musikschulen im Land seit Jahren steigende Schülerzahlen. „Die Zahl der Musikschüler ist trotz rückläufiger Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Schulen von rund 25 000 im Jahr 2000 auf mittlerweile rund 45 000 gestiegen“, sagte die Sprecherin des Landesverbands der Musik- und Kunstschulen, Katja Bobsin. Der Verband vereinigt aktuell 35 öffentlich geförderte Musik- und Kunstschulen unter seinem Dach, darunter 21 reine Musikschulen.

Immer mehr Musikschulen in Brandenburg

Von ähnlichen Tendenzen berichtet auch der Bundesverband Deutscher Privatmusikschulen für die Mark: Dort werden aktuell rund 40 000 Schüler musikalisch ausgebildet, was eine Steigerung von 50 Prozent gegenüber dem Jahr 2006 sei. „Die Tendenz für Neugründungen privater Musikschulen ist steigend“, sagte Verbandssprecherin Susann Krieger. Derzeit gebe es im Land 40 private Musikschulen, wovon 9 im Verband organisiert seien. Damit habe sich die Zahl der Musikschulen im Verband seit 2006 mehr als verdoppelt.

Nach Angaben der Sprecherin gibt es auch in ländlichen Gebieten zunehmend mehr Musikschulen, zum Beispiel in Orten wie Bad Saarow oder Luckau sowie in den Berliner Randgebieten.

Förderung in den vergangenen Jahren konstant

Ungeachtet des gestiegenen Bedarfs an musikalischer Bildung in Brandenburg sei der der Anteil der Landesförderung von ehemals 15 auf 9 Prozent gesunken, moniert Katja Bobsin. Die Mehrkosten seien zu Lasten der Eltern und Kommunen gegangen.

Die direkte jährliche Förderung der Musikschulen sei mit derzeit rund 3,73 Millionen Euro seit mehreren Jahren konstant geblieben, heißt es hingegen aus dem Potsdamer Kulturministerium. Über das Brandenburgische Musik- und Kunstschulgesetz stehe jährlich eine Gesamtfördersumme von rund 2,63 Millionen Euro für alle staatlich anerkannten Musikschulen zur Verfügung. Unter den geförderten Einrichtungen befinden sich laut Susann Krieger auch zwei private Musikschulen.

Im Rahmen des Förderprogramms „Musische Bildung für alle“ erhalten die Musikschulen nach Angaben von Ministeriumssprecher Stephan Breiding zudem jedes Jahr Projektförderungen in einem Gesamtumfang von 1,1 Millionen Euro. Der Landesverband werde für Fortbildungen und Musikschultage mit knapp 100 000 Euro im Jahr bedacht.

Musikschulen sollen doppelt so viel Geld erhalten

Vom kommenden Jahr an soll sich die Förderung der Musikschulen jedoch nahezu verdoppeln, kündigt Breiding an. Sie werde von derzeit 2,63 Millionen Euro auf dann rund 4,73 Millionen Euro aufgestockt. Das Vorhaben stößt beim Landesverband auf wohlwollende Worte. „Wir sind sehr erfreut über das klare Bekenntnis des Parlaments zu einer umfassenden und qualitativ guten musischen Bildung im Land“, lobt Sprecherin Bobsin. Dabei verweist sie auch auf den im vergangenen Jahr vom Landtag gefassten Beschluss, eine jährliche Förderung von 400 000 Euro für die Kunstschulen gesetzlich zu verankern.

„Wir sehen den Beschluss als Ergebnis gemeinsamer Bemühungen um die geeigneten Rahmenbedingungen für eine nachhaltige, künstlerisch hochwertige und pädagogisch qualitätvolle Bildungsarbeit an den Musik- und Kunstschulen an“, erklärte die Sprecherin. Die Förderung sei jedoch das Ergebnis von insgesamt vier Volksinitiativen, die seit 1999 um die gesetzliche Sicherung sowie um eine angemessene Beteiligung des Landes an der Förderung gekämpft hätten.

Von Christian Bark

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