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Brandenburg So ist Brandenburg für den Notfall gerüstet
Brandenburg So ist Brandenburg für den Notfall gerüstet
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19:28 25.08.2016
10500 Feldbetten sind in Brandenburg für den Ernstfall, etwa für ein Hochwasser, eingelagert. Quelle: imago stock&people
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Potsdam

Brisantes Lagergut in unscheinbaren weißen Hallen nördlich von Berlin, hinter Kiefern und Buchen. Nicht einmal die örtliche Polizei kenne den Ort, an dem einige Tausend Tonnen Getreide, Weizen, Roggen, Hafer im Rahmen der „Bundesreserve Getreide“ in etwa drei Meter hohen, offenen Behältnissen gelagert werden, erklärt ein Mitarbeiter der zuständigen Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Im Not- oder Krisenfall soll aus der Getreidereserve Brot gebacken werden. In benachbarten Hallen stapeln sich Hunderttausende Säcke Reis, Erbsen und Linsen. Sie gehören zur „Zivilen Notfallreserve“ des Bundes.

Getreide muss streng vor Schädlingen geschützt werden

In Brandenburg befinden sich mehrere von deutschlandweit insgesamt 150 dieser geheimen Lager, in denen rund 600 000 Tonnen Getreide für den Notfall angehäuft wurden. Etwa 16 Millionen Euro kostet diese „Notration“ den deutschen Steuerzahler im Jahr. „Das sind gerade mal rund 20 Cent pro Bürger“, rechnet der BLE-Kontolleur und Diplom-Agraringenieur Klaus Müller vor. Das sind Kosten für die Lagerung in den akribisch vor Schädlingen, Mäusen oder Insekten, abgeriegelten Hallen sowie für die sogenannte Umwälzung.

Also wenn das Getreide nach zehn Jahren ausgetauscht und durch neues ersetzt wird. Für dieses Getreide werden übrigens, weil es sehr trocken ist, auf dem Markt gute Preise erzielt. Am 31. Dezember 2015 lagen rund 830 000 Tonnen Getreide in der „Bundesreserve Getreide“ sowie in der „Zivilen Notfallreserve“ 125 000 Tonnen Reis- und Hülsenfrüchte.

Rechnungshof kritisiert Hamstern des Bundes

Im Auftrag des BLE haben private Unternehmer die Lagerung der Notreserve übernommen. Regelmäßig werden Temperatur, Feuchtigkeit und Beschaffenheit der eingelagerten Körnerfrüchte kontrolliert. Trotz Kritik des Bundesrechnungshofes an den Kosten der Vorratshaltung für den Notfall hat der Bund daran immer festgehalten.

Das Land Brandenburg hat kein eigenes Lager mit Nahrungsmitteln für den Ernstfall. Auch, dass die Märker jetzt angesichts des neuen Zivilschutzkonzeptes reihenweise Lebensmittel hamstern, glaubt man im Innenministerium nicht. „Die Brandenburger sind pragmatische Leute“, sagt Ingo Decker, Sprecher des Ministeriums. Wasser, Kerzen, Batterien, ein paar Konserven zu bevorraten, das sei jedoch sinnvoll. „Ein Notgroschen kann auch nicht schaden“, so Decker. „Wenn der Strom ausfällt, funktionieren auch keine Geldautomaten mehr.“

Brandenburg prüft Bundeskonzept und ist misstrauisch

Brandenburg will das am Mittwoch im Bundeskabinett verabschiedete Konzept zur Zivilverteidigung nun genau prüfen. „Es geht nicht, dass sich der Bund bestimmter Verantwortlichkeiten entledigt und auf die Länder überträgt“, so Decker. Konkrete Anhaltspunkte hierfür kann das Ministerium zwar nicht nennen, aber nach den Erfahrungen der Flüchtlingskrise, bei der die Länder anfangs alleine gelassen worden seien, sei man misstrauisch.

Dass das mehr als 20 Jahre alte Zivilschutzkonzept aber überarbeitet wurde, sei nicht zu beanstanden, so Decker. Schließlich seien neue Gefährdungslagen hinzugekommen – etwa durch Cyberattacken.

Feldbetten und Pelzmützen in Beeskow

In Beeskow steht das zentrale Katastrophenschutzlager des Landes. Ein Blick auf die Inventarliste verrät, was dort alles für Ernstfälle wie Überflutungen gehortet wird: 2,6 Millionen Sandsäcke, 250 Pelzmützen, 202 Hüftschaftstiefel, 10500 Feldbetten, dazu mehrere Dutzend Notstromaggregate, Schwimmwesten, Schlauchbote, Ölbindemittel, Werkzeuge und Geschirr. Ein Reservoir, das in Brandenburg regelmäßig zum Abwehr von Flutkatastrophen genutzt wird.

Daneben gibt es laut Gesundheitsministerium eine Arzneimittelreserve, um die Verbreitung von Infektionskrankheiten zu verhindern. So werde Pockenimpfstoff für die Durchimpfung der gesamten Bevölkerung gelagert, erklärt Sprecherin Marina Ringel. Für den Fall einer Influenzaepidemie gibt es Impfstoffe, die für 18,8 Prozent der Bevölkerung reichen sollen.

Von Torsten Gellner und Reinhard Zweigler.

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