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So kreativ sind Brandenburgs Designer

Designtage in Potsdam So kreativ sind Brandenburgs Designer

Heute starten die Designtage Brandenburg – mit dabei ist die Potsdamer Möbeldesignerin Steffi Ribbe, die alten Küchenbuffets neues Leben einhaucht. Auch andere Ausstellungsstücke können sich sehen lassen – und sind international gefragt. Japaner etwa finden märkische Filzpantoffeln toll.

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Steffi Ribbe motzt alte Möbel auf.

Quelle: Diana Bade

Potsdam. Für manche ist es Sperrmüll, für Steffi Ribbe etwas Wertvolles. Als „Möbelretterin“ bezeichnet sich die Potsdamerin, weil sie schäbigen Möbeln neues Leben einhaucht. Beim sogenannten Upcycling – ein englisches Kunstwort aus Auf- und Wiederverwerten – entstehen aus alten Materialien neue Produkte wie Küchenbuffets, Barschränke, Stehlampen oder Nachttischschränkchen. Mit ihrem Label „Farbknall“ gehört Steffi Ribbe zu den Ausstellern der diesjährigen Designtage Brandenburg.

35 Designer, davon mehr als die Hälfte aus Brandenburg, präsentieren sich von Freitag bis Sonntag auf dem Kulturareal Schiffbauergasse in Potsdam mit ihren Produkten. Mehrere tausend Besucher erwarten die Veranstalter in diesem Jahr. Die Produktpalette reicht von Schmuck über Mode bis hin zu Papeterie und Möbeln. Der Gestalternachwuchs trifft mit Absolventen der Fachhochschule Potsdam auf gestandene Brandenburger Modedesigner wie Christin Lau oder eben Produktdesigner wie Steffi Ribbe.

Eine bunte Kommode von Steffi Ribbe

Eine bunte Kommode von Steffi Ribbe.

Quelle: privat

In ihrer Werkstatt auf dem Potsdamer Freiland-Areal stapeln sich alte Lampenschirme, Materialien aus Holz und Möbel, die zu gut für die Tonne waren. Es riecht nach Farbe - und viel Arbeit. Wenn Steffi Ribbe neue Stücke entwirft, schaut sie zunächst den alten Möbeln in die Seele, sieht ihr Potenzial, so runtergekommen sie auch sind. Unter ihren Händen ist auch eine Stehlampe mit Nachttischschränkchen zum Hingucker geworden. „Potthässlich“ sah dieser aus, mit glänzendem Furnier. Jetzt, mit neuem Schliff und beige-weißer Streifenoptik, könnte er in jedem Designmagazin Platz haben.

„Wäre ich ein Junge, wäre ich Tischler geworden“

Begonnen mit dem Herrichten und Umgestalten hat Steffi Ribbe vor zehn Jahren. Eigentlich ist sie gelernte Zahntechnikerin, ein kreativer Beruf, den sie aufgab, um ihre eigene Chefin zu sein, aber auch weil ihr alte Möbel am Herzen liegen. „Wäre ich ein Junge, wäre ich Tischler geworden“, erklärt die Produktdesignerin.

Damit aus einem Aschenputtel- ein Prinzessinnen-Möbelstück wird, arbeitet die Potsdamerin mit einem Tischler zusammen, legt aber auch selber Hand an. Sie schleift, polstert und leimt, immer mit viel Liebe zum Detail. Denn weder die Funktion noch der Typ des Möbelstücks sollen sich verändern. „Ein Sofa bleibt ein Sofa“, sagt sie. Doch wie der Name ihres Labels Farbknall schon sagt, verwandeln sich die alten Stücke vor allem durch einen frischen Anstrich zum Unikat.

Kommt in die Puschen: Filzpantoffeln sind gefragt

Schlappen des Labels Puschn

Schlappen des Labels Puschn

Quelle: privat

Diese Designerin könnte jeden Besucher der Designmesse zum Pantoffelhelden machen: Meike Böhme, Absolventin der FH Potsdam, stellt auf den Designtagen die gemütlichen Schlappen ihres Labels „Puschn“ vor. Die Hausschuhe aus Wollfilz lässt die Potsdamer Produktdesignerin in kleinen deutschen Pantoffelmanufakturen herstellen. Nicht nur deutsche Füße schlüpfen gern in ihre Puschn, besonders Japaner schätzen das Pantoffeldesign aus Potsdam.

Metropolen-Look

Mode aus Zeuthen

Mode aus Zeuthen

Quelle: privat

Mode ist mutig und dazu zählen auch die Schnitte des Mode- und Maßateliers Zobel aus Zeuthen (Dahme-Spreewald). „Wir machen Mode für Individualisten“, sagt die Designerin Friederike Zobel. Ihre Stücke folgen nicht kommerziellen Trends. Vielmehr lässt sie sich von Farben und Figuren aus der Natur sowie vom Leben in einer Metropole wie Berlin inspirieren. Und wohlfühlen soll sich Frau in den Lieblingsstücken, frei nach dem Motto: Ob dünn oder dick, jeder hat ein schönes Kleid verdient.

Küss die Wand!

Immer weiße Wände und Raufasertapete können öde werden. Das Potsdamer Designteam von ArtePassion verkleidet eine Wand mit kreativen Gestaltungsideen. Ob modern-abstrakte Malerei für die Bauhaus-Villa, der mediterrane Ausblick fürs Landhaus oder ein Porträt – wer die eigenen vier Wände auffrischen möchte, kann sich auf den Designtagen am Stand von ArtePassion inspirieren lassen.

Wandschmuck von ArtePassion

Wandschmuck von ArtePassion.

Quelle: pirvat

Wohlfühlfaktor made in Potsdam

Christin Laus Schöpfung

Christin Laus Schöpfung.

Quelle: privat

Unter den Ausstellern auf der Desingmesse am Wochenende wird auch Christin Lau sein. Die studierte Modedesignerin aus Potsdam belegte im vergangenen Jahr den den dritten Platz beim Desigpreis Brandenburg (Kategorie: Produktdesign), der alle zwei Jahre vom Ministerium für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg vergeben wird. Ihr Atelier in der Potsdamer Innenstadt gibt es seit 2004. Ihr Markenzeichen: „Kleidung, in der man sein kann und die berührt.“

Programm bis Sonntag

Vom 25. bis zum 27. November finden die Designtage Brandenburg auf dem Kulturareal Schiffbauergasse in Potsdam statt. Es ist die fünfte Auflage der Veranstaltung bei der Kreative ihre Produkte zeigen. Die Designtage sind keine reine Verkaufsmesse, die Designer können sich in Workshops fachlich austauschen und an der Innovationskonferenz teilnehmen.

Auch für Besucher lohnen sich die Designtage zum Stöbern und Selbermachen. So zeigt das Label Spielmode am Sonnabend zwischen 14 und 18 Uhr und Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr wie sie selber zum Kindermode-Designer werden können. Der Eintritt zu den Designtagen ist frei.

Der Designmarkt (Schinkelhalle) öffnet Freitag 25. 11.: 16 - 20 Uhr,Samstag 26.11.: 12- 20 Uhr und Sonntag, 27.11.: 12 - 18 Uhr.

Von Diana Bade

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