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Brandenburg So leiden Brandenburger Orte unter Lärm
Brandenburg So leiden Brandenburger Orte unter Lärm
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22:40 24.04.2016
Wer in der Stadt lebt, muss oft auch mit Lärm leben. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Viele Kommunen in Brandenburg leiden ungeachtet aller Gegenmaßnahmen unter erheblicher Lärmbelastung. Dabei sind besonders die Orte entlang den Einflugschneisen und Autobahnen betroffen, wie eine dpa-Umfrage ergab. „Gerade an den Hauptverkehrsstraßen in den größeren Städten ist es laut“, sagt Hartmut Jonas vom Landesumweltamt und verweist dabei auf die von seiner Abteilung erstellte Lärmkarte aus dem Jahr 2012, die alle fünf Jahre entworfen wird. Die für 2017 sei in Arbeit. Am 27. April wird zum 19. Mal der „Internationale Aktionstag gegen Lärm“ begangen.

In Potsdam ist es besonders an der S-Bahn-Strecke lauf

Straßen-, Bahn- und Schiffslärm peinigt besonders die Einwohner der Landeshauptstadt Potsdam, wie ihr Sprecher Jan Brunzlow berichtet. Dazu trage auch die steigende Zahl der Einwohner- und damit auch Berufspendler bei. Zu den lautesten Orten zählten der Bereich entlang der S-Bahn-Strecke Potsdam-Berlin, aber auch Hauptstrecken wie die Zeppelinstraße, Heinrich-Mann-Allee, Breite Straße oder Nuthestraße.

Um gegenzusteuern erstellt die Stadt seit einigen Jahren sogenannte Lärmaktionspläne, zuletzt im Jahr 2011. Aktuell wird der Plan laut Brunzlow fortgeschrieben. Als unmittelbare Maßnahme zur Lärmminderung seien auf einzelnen Strecken Tempo-30-Zonen eingerichtet worden. Daneben erhofft sich die Stadt durch den Ausbau des Park-and-Ride-Systems sowie des Nahverkehrs- und Radwegenetzes leisere Zeiten.

Cottbus hat einige Maßnahmen gegen den Lärm getroffen

Auch Brandenburgs zweitgrößte Stadt Cottbus hat etwas gegen die Lärmbelastung getan. War in der Lärmkarte vor neun Jahren noch die Bahnhofstraße als besonders geräuschstark markiert, so wurde das Problem nach Angaben eines Stadtsprechers mittlerweile entschärft. So fahre dort etwa die Straßenbahn in einem separaten Gleisbett. Auch die Umleitung des Verkehrs aus der Innenstadt habe in den vergangenen Jahren zu weniger Lärm im Zentrum geführt.

Ein Mittel gegen das laute Quietschen von Straßenbahnen sind sogenannte Kurvenschmieranlagen. Zuletzt sei damit die Schienenkurve an der Oberkirche ausgestattet worden, sagt eine Sprecherin des kommunalen Betriebes Cottbusverkehr. „Die Schmiere schont nicht nur die Gehörgänge der Anwohner, sondern auch unsere Straßenbahnen.“

Besonders im Speckgürtel wird es häufiger laut

Nicht nur die Großstädte, sondern auch kleinere Orte - gerade in Nähe des Berliner Rings - haben in der Mark mit Lärm zu kämpfen - zum Beispiel die Gemeinde Nuthetal (Potsdam-Mittelmark), auf deren Territorium das gleichnamige Autobahndreieck liegt. Der eigens ausgearbeitete Lärmaktionsplan stößt derweil bei Bürgermeisterin Ute Hustig auf Kritik: Weil die Verursacher von Lärm keine Beiträge zu dessen Minimierung geleistet hätten und die Grenzwerte selbst festlegten, seien solche Pläne nicht zielführend.

Nach den berechneten Grenzwerten nämlich gebe es an Autobahnen, Bahnschienen und Einflugschneisen kein oder wenig Lärm. Der aber sei sehr wohl zu hören. Obwohl von der Gemeinde angeregt, bestehe keine nächtliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Autobahn. Zudem habe man versucht, über einen privaten Investor eine Lärmschutzwand mit Photovoltaikanlage bei Fahlhorst errichten zu lassen. „Das ist bisher am Nichtmitwirken des Landes gescheitert“, sagt Hustig.

Flughafen-Gemeinde Schönefeld leidet nicht nur unter Flugzeugen

Unter den verschiedensten Lärmarten hat die Gemeinde Schönefeld (Dahme-Spreewald) zu leiden. Der Geräuschpegel von bis zu 30 Metern tieffliegenden Flugzeugen, der nahen Autobahn und ihren Zubringerstraßen sowie des Bahnverkehrs macht der Gemeinde schon seit Jahren zu schaffen, wie Bürgermeister Udo Haase nüchtern feststellt. Zudem würden die Straßen immer stärker belastet: Auf den innerhalb der Gemeindegrenzen verlaufenden Autobahnen sind es jeweils täglich einige zehntausend Fahrzeuge.

Trotzdem gingen die meisten Schönefelder nicht auf die Barrikaden, sagt Haase. „Viele haben sich an den Lärm gewöhnt.“ Als früher die Russen über Schönefeld flogen, sei es noch viel lauter gewesen. Obendrein seien umfangreiche Lärmschutzmaßnahmen ergriffen worden wie die Dämmung hunderter Wohnungen, Tempolimits auf den Ortsstraßen oder auch der Ausbau des Schallschutzes am Flughafen. Zudem profitiere Schönefeld von seiner verkehrsgünstigen Lage. Haase: „Hier sind jede Menge Arbeitsplätze entstanden.“ In den kommenden Jahren rechnet das Gemeinde-Oberhaupt mit einem erheblichen Einwohnerzuwachs - trotz des Lärms.

Von Christian Bark und Alexandra Stahl

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