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So nutzt Brandenburg alte Militärflächen

10 Prozent belastet durch Munition und Schadstoffe So nutzt Brandenburg alte Militärflächen

Flugplätze, Kasernen, Bunker: 90 000 von einst 100 000 Hektar einstiger Militärflächen in Brandenburg werden zivil genutzt. Doch die restlichen 10 Prozent der Flächen haben es in sich. Munition und Schadstoffe belasten die Gebiete. Was passiert nun mit den belasteten Gebieten?

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Spuren sowjetischer Truppen in Brandenburg.

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Die Überführung einstiger militärischer Flächen in eine zivile Nutzung ist in Brandenburg zum überwiegenden Teil abgeschlossen. Nur noch 10 Prozent der Flächen sind 25 Jahre nach der Deutschen Einheit nicht verwertet, wie das Finanzministerium zum Abschluss des Konversionssommers 2015 in dieser Woche mitteilte.

Die Nutzung ehemaliger Militärflächen im Überblick

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Was ist eigentlich aus den ehemals riesigen Militärflächen in Brandenburg geworden? Seit dem Abzug der russischen Armee hat das Land gut 90000 Hektar verkauft. Ein großer Teil wird heute zivil genutzt – zehn Prozent bleiben aber noch immer. Und die haben es in sich. Wir geben einen Überblick.

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Einige Areale sind keine „Filetstücke“

Doch ausgerechnet diese restlichen Flächen – rund 10 000 Hektar verteilt im ganzen Land – haben es in sich. Aus zwei Gründen: Die Areale sind mit Munition und Schadstoffen teils hochbelastet. Und es gibt heftigen Streit, was auf diesen Liegenschaften entstehen soll. „Es sind eben keine Filetstücke, die noch zur Verfügung stehen“, sagt Finanzminister Christian Görke (Linke). Trotzdem werde man nicht nachlassen, auch hier Vermarktungsstrategien zu entwickeln und die Flächen weiterhin anbieten, betonte Görke.

Beispiel: die Liegenschaft rund um Sperenberg im Landkreis Teltow-Fläming. Land und angrenzende Gemeinden, auch untereinander, sind sich bis heute nicht einig, was auf dem 3600 Hektar großen, denkmalgeschützten Gelände entstehen soll. Flugplatz und Garnison wurden bis 1994 von der Westgruppe genutzt. Dazu gehört auch der frühere Schießplatz Kummersdorf-Gut. Kummersdorf gehörte bis 1945 zur Heeresversuchsstelle der Wehrmacht. Die Liegenschaft war erst 2012 vom Bund an das Land übertragen worden. Bis 2006 war Sperenberg Ersatzstandort für den künftigen Flughafen in Schönefeld. Der Bau eines Erneuerbare-Energien-Kraftwerks ist ebenso im Gespräch wie ein „Museum in der Natur“. Das Land favorisiert eine Mischnutzung.

Das entstand auf den Ex-Militärflächen

Seit dem Abzug der Westgruppe der Sowjetischen Truppen (WGT) im Jahre 1994 wurden 90 000 Hektar veräußert. Das Land nahm insgesamt 300 000 Euro als Kaufpreise ein. Verkauft wurden in den vergangenen 20 Jahren ehemalige Flugplätze, Truppenübungsplätze, Kasernen, Radaranlagen, Wohngebäude und Bunker. Die Areale, die zum großen Teil von der 2006 privatisierten Brandenburgischen Bodengesellschaft (BBG) verwaltet und verwertet werden, gingen an private Investoren, öffentliche Einrichtungen oder die umliegenden Gemeinden. Durch die Umwandlung der ehemals militärisch genutzten Flächen (Konversion) entstanden neue Wohnungen, Gewerbe- und Behördenzentren, Windparks, Heilstätten oder Naherholungsgebiete.

Wie lange es noch dauern wird, bis auch die restlichen Flächen veräußert sind, ließ das zuständige Finanzministerium offen. Das Forum für Konversion und Stadtentwicklung im Land Brandenburg (FOKUS) spricht von der „Jahrhundertaufgabe Konversion“. Unklar ist auch, wie viel Geld in den nächsten Jahren überhaupt noch für anstehende Konversionsprojekte zur Verfügung stehen. Die bisherige Förderung aus EU-Töpfen – es gab zwischen 2007 und 2013 insgesamt 22 Millionen Euro für Konversion – ist im Sommer 2014 ausgelaufen. Nun sollen, allerdings reduziert, Konversionsprojekte über den Stadt-Umland-Wetttbewerb gefördert werden. Den zu Ende gegangenen Konversionssommer mit zahlreichen Veranstaltungen finanzierte indes das Wirtschaftsministerium mit 56 000 Euro. Fest steht nur: Im nächsten Jahr soll es weniger werden.

Görke trifft Grinin

In Potsdam wurden bis 1994 von der Westgruppe der Truppe (WGT) genutzt. Die Pläne des Landes zur zivilen Nutzung der Flächen will Finanzminister Christian Görke (Linke) heute dem russischen Botschafter in Deutschland, Wladimir M. Grinin, bei einem Rundgang erläutern. Am Jungfernsee entstehen unter anderem ein Hochtechnologiestandort und ein Wohnviertel.

Ein Anlass des Treffens ist der Abzug der russischen Truppen vor 21 Jahren und das Ende des diesjährigen Konversionssommers (findet seit 1998 statt).

Von Igor Göldner

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