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So quizzt es sich bei Günther Jauch

RTL-Quizshow So quizzt es sich bei Günther Jauch

In RTLs neuer Quiz-Show „500 – Die Quiz-Arena“ mit dem Potsdamer Moderator Günther Jauch schaffte es MAZ-Volontärin Saskia Kirf auf den Rate-Stuhl. Wie sie mit Jauch über ihre Nachbarschaft plauderte, ihrem Lampenfieber mit Sicherheitsnadeln vorbeugte und wie sie die Sendung für ihre Hochzeit inspirierte, berichtet sie im Interview.

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So sahen die Zuschauer Saskia Kirf auf RTL am Montagabend.

Quelle: RTL

Potsdam. In RTLs neuer Quiz-Show „500 – Die Quiz-Arena“ mit dem Potsdamer Moderator Günther Jauch qualifizierte sich in der zweiten Folge am Montagabend MAZ-Volontärin Saskia Kirf. Der Sender RTL füllt damit die Sommerpause von „Wer wird Millionär?“. Die neue fünfteilige Rate-Show hat komplizierte Regeln, es gibt weder Joker und Sicherheitsstufen noch Antwortvorgaben. Für Saskia Kirf galt es, den Kandidaten Michael Marji abzulösen auf dem Weg, 500 Fragen aus allen Bereichen zu beantworten. Zum Platzwechsel wäre es aber nur gekommen, wenn Marji drei Fragen hintereinander falsch beantwortet hätte. Weil der Student aber die Runde mit Saskia Kirf glimpflich überstand, schied die MAZ-Volontärin aus. Wie sie mit Jauch über ihre Nachbarschaft plauderte, ihrem Lampenfieber mit Sicherheitsnadeln vorbeugte und die Sendung sie für ihre Hochzeit inspirierte, berichtet sie im Interview.

MAZonline: Was war für dich ausschlaggebend, dass du dich bei Jauchs neuer Quiz-Show beworben hast?

Saskia Kirf: Ein guter Freund, der auch beruflich an Quiz-Shows teilnimmt, hat mir im Herbst vom Casting für eine neue Quiz-Show erzählt. Da wurden noch weibliche Teilnehmer gesucht. Es scheint einen unglaublichen Frauenmangel in deutschen Quiz-Shows zu geben.

MAZonline: Wie lief denn das Auswahlverfahren für die Kandidaten ab?

Saskia Kirf: Es gab zunächst Telefoninterviews mit der Produktionsfirma. Einer der Produktionsassistenten rief mich an und ich musste im Schnelldurchgang erst 20, dann 60 Fragen aus allen Wissensbereichen beantworten. Das ging von „Wer war der dritte Bundeskanzler?“ bis hin zu „Wer hat „Faust“ geschrieben?“. Im Oktober gab es dann ein großes Studio-Casting in Hamburg mit Kameras. Und, wer Sendungen wie „Wer wird Millionär?“ kennt, weiß das: Man muss eine Geschichte erzählen können.

MAZonline: Du hast von deiner Gesichtsblindheit erzählt. Kannst du noch einmal erklären, was das ist?

Saskia Kirf: Leute, die noch nicht davon gehört haben, können sich das schwer vorstellen. Wenn ich einen Menschen anschaue, sehe ich, dass er ein Gesicht hat – aber ich erkenne Gesichter als solche nicht wieder. Ich brauche dafür Anzeichen, einen Bart, eine Brille, die Frisur, die Stimme, bestimmte Verhaltensmerkmale. Das ist schon schwierig im Alltag.

Die Nervosität ist der jungen Journalistin nicht anzusehen

Die Nervosität ist der jungen Journalistin nicht anzusehen

Quelle: RTL

MAZonline: Wie hast du herausgefunden, dass du gesichtsblind bist?

Saskia Kirf: Die Diagnose ist jetzt etwa zehn Jahre her. Ich hatte meiner Augenärztin von dem Problem erzählt und sie hat mich daraufhin untersucht. Es gibt einen Test, bei dem man zehn Promi-Gesichter von wirklich weltbekannten Leuten erkennen muss, aber zu sehen ist nur das Gesicht, ohne Frisur. Ich habe ein einziges erkannt. Und das war von Alf.

MAZonline: Und wie hast du dich dann auf die Sendung vorbereitet? Machst du Kneipen-Quiz?

Saskia Kirf: Auf die Sendung nicht zielgerichtet, dafür hatte ich auch keine Zeit. Aber ich gehe jede Woche zum Kneipen-Quiz in Potsdam oder Berlin und nehme einmal im Monat am Deutschlandquiz vom Deutschen Quizverein teil. Das ist wirklich eine Herausforderung, weil man dort, anders als in den Kneipen, ganz allein antritt.

MAZonline: Wie kamst du zum Kneipen-Quiz?

Saskia Kirf: Ich habe zu Studentenzeiten in einer Kneipe in Potsdam gearbeitet und hatte immer montags zwei Stammgäste, die oft bei solchen Quiz gewonnen haben. Die haben mir, dem Mädchen an der Bar, dann die Fragen aus den Quiz gestellt und gemerkt, dass ich mich in verschiedenen Bereichen ganz gut auskenne, zum Beispiel Fußball und Promi-Krempel. Der eine der beiden Stammgäste ist mittlerweile mein Mann, der andere war Trauzeuge und ist jetzt ein Kollege.

MAZonline: Und welche Wissensgebiete sind dir am meisten verhasst?

Saskia Kirf: Was ich überhaupt nicht kann, ist Geografie.

MAZonline: Wie kannst du dir Dinge gut merken?

Saskia Kirf: Mit Geschichten. Wenn ich etwas Lustiges, Absurdes oder Dummes höre. Das merke ich mir besser als Listen.

MAZonline: War der Auftritt bei „500 – Die Quiz-Arena“ deine erste Erfahrung vor der Kamera?

Saskia Kirf: Vor der Kamera hab ich zuvor noch nie gestanden. Ich hatte unterschätzt, wie anstrengend das ist. Der Drehtag ging von 9 bis 22 Uhr. Es ist sehr warm, man schwitzt, ist angespannt. Hauptsächlich sitzt man übrigens den ganzen Tag rum und es wird streng darauf geachtet, wohin man geht.

So sah das Studio bei der Stellprobe für die Kameras aus

So sah das Studio bei der Stellprobe für die Kameras aus.

Quelle: privat

MAZonline: Wie lief es hinter den Kulissen ab?

Saskia Kirf: Ich war insgesamt zwei Tage in Köln. Wir waren 14 Kandidaten und saßen während der Aufzeichnung alle in einem Raum. Es gab Sofas, Essen und Bildschirme mit der Liveübertragung, aber ich konnte da nicht hinsehen. Viele haben die ganze Zeit Listen gelernt. Victoria, die in der ersten Sendung zu sehen war, hatte zum Beispiel ständig einen Zettel mit allen Bundesligavereinen plus Maskottchen und Trainern in der Hand. Da waren Leute dabei, die haben sich die ganze Zeit Fragen gestellt, das konnte ich nicht. Ich habe dann Punkrock gehört und allein in der großen Produktionshalle getanzt, um die Anspannung abzubauen. Im Gegensatz zu „Wer wird Millionär?“ sind Begleitpersonen nicht vorgesehen, was für viele Kandidaten hart war. Viele von uns hatten zwar Begleitpersonen mit in Köln, aber die konnten wir während der Aufzeichnung nicht sehen oder sprechen.

Student Michael Marji erwies sich als schwerer Gegner in der Quiz-Show

Student Michael Marji erwies sich als schwerer Gegner in der Quiz-Show.

Quelle: RTL

MAZonline: Was hattest du für Mitstreiter?

Saskia Kirf: Michi, gegen den ich gespielt habe, war der Listen-Freak. Der ist so stark, der kann sich nur selbst schlagen. Es gab eine Chemiestudentin, eine Frau, die als Rentner-Model arbeitet, obwohl sie noch gar nicht alt ist, einen Rugby-Spieler und Rechtsanwalt aus Berlin, den ich auch vom Kneipen-Quiz her kenne, und Brigitte, die Backkartoffeln auf der Kirmes verkauft. Wir waren alle im gleichen Hotel untergebracht, saßen dort noch lange zusammen, haben gemeinsam gegessen, geredet, uns super verstanden. Wir haben uns alle umarmt am Ende. Das klingt kitschig, aber dieser Rückhalt der anderen Kandidaten hat sehr gut getan.

MAZonline: Du wirktest taff und souverän im Fernsehen. Hattet ihr eine Medienschulung oder gezieltes Kameratraining?

Saskia Kirf: Nein, gar nichts.

Die Maske

Die Maske.

Quelle: Privat

MAZonline: Aber ihr wurdet noch fürs Fernsehen präpariert.

Saskia Kirf: Ich saß eine Dreiviertelstunde in der Maske und bekam HD-fähiges Make-Up. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt. Aber es hat mir so gut gefallen, dass ich es genauso zur Hochzeit Ende Juni hatte.

So viel Make-Up wie bei der RTL-Sendung hatte die MAZ-Reporterin noch nie zuvor

So viel Make-Up wie bei der RTL-Sendung hatte die MAZ-Reporterin noch nie zuvor.

Quelle: Privat

MAZonline: Und dann hieß es: Frau Popp, bitte!

Saskia Kirf: Ja, genau. Zum Zeitpunkt der Aufzeichnung war ich noch nicht verheiratet und hieß noch Popp. Ich hatte bei dem Auftritt meine Klamotten mit Sicherheitsnadeln aneinandergeheftet, um nicht daran herumzuzuppeln, was ich immer mache, wenn ich nervös bin. Dann hat mich einer gepudert, einer hat das Mikro gerichtet, einer hat völlig unnötig mit einer Fusselrolle die Kleidung abgebürstet und einer hat mir noch einen Schluck Wasser gegeben. Das war wie bei einer Anziehpuppe.

MAZonline: Gab es denn Vorgaben vonseiten der Produktion? Anweisungen für den Auftritt vor der Kamera? Ein Script?

Saskia Kirf: Es war nichts gescripted, das hat mich überrascht. Dennoch spielt man da eine Rolle. Wenn man dann dran ist, vergisst man, dass Millionen Menschen zusehen. Du stehst dann da und Jauch macht und man reagiert einfach darauf.

MAZonline: Wie war die erste Begegnung mit Günther Jauch?

Saskia Kirf: Es gab eine Stellprobe für die Kamera, wir standen alle nebeneinander und dann hat sich einer dazugestellt. Es hieß dann, das sei Günther Jauch. Er hat uns allen die Hand gegeben. Er war absolut professionell und extrem gut vorbereitet. Und er war sehr witzig und wirklich nett.

MAZonline: Hattet ihr Gelegenheit, über Potsdam oder Brandenburg zu sprechen?

Saskia Kirf: Es gab eine Werbepause, da hat er mich gefragt, wo ich wohne. Auf Jauchs Moderationskarte stand, dass ich auch aus Potsdam komme, aber es gab einen Tippfehler bei der Postleitzahl. Er fragte: Wo ist das? Und ich sagte, ich wohne quasi bei ihm um die Ecke. Das sind Luftlinie nur ein paar hundert Meter, uns trennt nur der See.

MAZonline: Worüber habt ihr noch geredet?

Saskia Kirf: Er meinte noch, er kann das Problem mit der Gesichtsblindheit gut nachvollziehen, weil er beruflich so viele Leute trifft, dass er sich nicht alle merken kann.

MAZonline: Wie war denn das Feedback, das du nach der Sendung bekommen hast?

Saskia Kirf: Ich habe unglaublich viele SMS bekommen, von Arbeitskollegen, Quiz-Kollegen, Nachbarn, Grundschulfreunden. Die waren alle sehr lieb und schrieben so was wie: Ach cool, du bist im Fernsehen. Und ich habe wenig Michael-Jackson-Witze gehört, das Blackout bei der Frage nach seinen Nummer-1-Hits war mir wirklich unangenehm.

Diesen Schnappschuss hat Saskia Kirf von einem Freund geschickt bekommen

Diesen Schnappschuss hat Saskia Kirf von einem Freund geschickt bekommen.

Quelle: Privat

MAZonline: Wo hast du denn die Ausstrahlung der Sendung gesehen?

Saskia Kirf: Ich habe sie gar nicht gesehen, ich war beim Rammstein-Konzert. Ich werde sie mir auch nicht ansehen, ich war ja dabei. Aber die nächsten Folgen will ich schauen.

MAZonline: Würdest du wieder an einer Quiz-Show teilnehmen?

Saskia Kirf: Ja, ich würde noch mal an einer Fernseh-Quiz-Show teilnehmen, aber an einer, die ich kenne. Die Herausforderer bei „500 – Die Quiz-Arena“ haben keine Chance. Die Regeln lassen das nicht zu. Mir war nicht bewusst, wie hart das ist und wie schnell das geht. Wir kannten die Sendung ja vorher auch nicht, zumindest nicht so, wie sie im deutschen Fernsehen läuft.

MAZonline: Was nimmst du für Erfahrungen mit?

Saskia Kirf: Es hat Spaß gemacht, das waren überwiegend positive Erfahrungen. Es gab aber auch Kandidaten, die fünf Tage dort waren und nicht dran kamen. Das wussten wir vorher nicht. Wir haben untereinander immer noch viel Kontakt und eine eigene Facebookgruppe, da kommentieren wir auch die Sendung.

MAZonline: Was hättest du denn mit dem Geldgewinn gemacht?

Saskia Kirf: Mein vorbereiteter Satz war: Ich würde mir ein Brautkleid kaufen, aber das hatte sich dann schon erübrigt, weil vom ersten Casting bis zur Aufzeichnung rund zehn Monate vergangen sind. Ich habe erst auf dem Weg nach Köln zur Sendung über den Gewinn nachgedacht. Unter 25.000 Euro kann man gar nicht gewinnen. Auch wenn es langweilig klingt: Ich hätte es wohl klassisch aufs Sparbuch gepackt und meinen Eltern etwas Schönes geschenkt. Es ist aber auch völlig in Ordnung, dass ich ohne etwas nach Hause gegangen bin. Michi, der ja am Ende unserer Sendung noch immer auf der Bühne stand, hat seinen Gewinn absolut verdient.

Von Michaela Grimm

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