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So steht es um den Brandenburger Wald

Waldzustandsbericht So steht es um den Brandenburger Wald

Dem Wald in Brandenburg geht es überwiegend gut – aber es gibt Ausnahmen. Außerdem zieht von Süden eine seltene Erkrankung auf. Das geht aus dem Brandenburger Waldbericht hervor.

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Wald bei Boitzenburg in der Uckermark

Quelle: Peter Geisler

Potsdam. Dem Wald in Brandenburg geht es überwiegend gut – aber es gibt Ausnahmen. Außerdem zieht von Süden eine seltene Erkrankung auf. Ein Überblick über den nun veröffentlichten Waldzustandsbericht 2017:

Schneisen der Verwüstung

Die Herbststürme Xavier und Herwart haben in den Brandenburger Wäldern Holz im Wert von 42 Millionen Euro umgeworfen oder abgeknickt. Das entspricht einer Million Kubikmetern. Da aber vieles davon noch verwertet werden kann, geht die Forstverwaltung von einem deutlich niedrigeren wirtschaftlichen Schaden aus.

Gefahr durch den Klimawandel

Brandenburgs Wäldern geht es ansonsten gut, doch durch den Klimawandel drohen neue Gefahren. Mehr als 90 Prozent der märkischen Waldflächen wiesen keine großen Schäden auf, der überwiegende Teil davon sei schadensfrei, sagte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) bei der Vorstellung des Berichts 2017 in Potsdam. Seit den 90er-Jahren sei eine „enorme Verbesserung“ zu verzeichnen, betonte der Minister: „Der Brandenburger Wald ist in seiner Existenz nicht bedroht.“ Dem Bericht zufolge weisen wie im Vorjahr 46 Prozent der Waldflächen keine Schäden auf. Bei neun Prozent der Baumbestände wurden deutliche Schäden erfasst, ein Prozentpunkt mehr als 2016.

Sorge um die Eichen

Bei den Eichen, die auf rund zwölf Prozent der Waldflächen wachsen, weisen nur 28 Prozent gar keine Schäden auf, im Vorjahr waren es 33 Prozent. Damit sind Eichen die am heftigsten heimgesuchte Baumart Brandenburgs. Hintergrund seien längere Trockenperioden, heißt es in dem Bericht. 22 Prozent sind deutlich geschädigt. Die Erholung, die sich noch 2016 abzeichnete, habe sich „leider nicht fortgesetzt“, so Minister Vogelsänger. Dennoch zeigten Eichen laut Bericht eine „nach Jahren der Schädigung durch Luftschadstoffe wieder erlangte Vitalität“.

Buchen erholen sich

Dafür geht es den Buchen, die auf 3,4 Prozent der Waldfläche im Land stehen, wieder besser. Nach den heißen Sommern 2015 und 2016 tragen die Kronen mehr Laub. Als schadensfrei gelten 61 Prozent der Buchen – eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Als „sehr gut“ sei sogar der Zustand dieser Baumart einzuschätzen, heißt es in dem Bericht.

Dominierende Kiefer

Mit einem Anteil von 72 Prozent dominiert in Brandenburgs Wäldern weiter die Kiefer. Dort weisen unverändert fünf Prozent der Bestände deutliche Schäden auf.

Schädlinge kosten Millionen

Pro­bleme bringt laut Agrarminister Vogelsänger der Klimawandel. Denn zur Bekämpfung eingeschleppter Schadinsekten wie der Kieferbuschhornblattwespe und dem Eichenprozessionsspinner hätten in den vergangenen Jahren Millionenbeträge aufgewendet werden müssen.

Kiefernpilz in Südbrandenburg

Neue Gefahren vor allem für verschiedene Kiefernarten bringe unter anderem die durch einen Pilz verursachte „Dothistroma-Nadelbräune“, hieß es. Die Krankheit sei in Brandenburg erstmals 2015 im Forstbotanischen Garten in Eberswalde an exotischen Kiefern festgestellt worden, 2017 seien jedoch auch befallene Schwarzkieferbestände vor allem in der Region Drebkau (Spree-Neiße) registriert worden. Damit sei nun auch eine europäische Kiefernart befallen. Bei der klassischen märkischen Kiefer seien jedoch noch keine Schäden durch den Pilz aufgetreten, der sich durch das wärmere und feuchtere Klima inzwischen auch nach Nordeuropa ausbreite.

Kritik an Monokulturen

„Fast jeder zehnte brandenburgische Baum weist deutliche Schäden auf – da von einem ,guten Zustand’ zu sprechen, halte ich für verfehlt“, sagt der Grünen-Waldexperte Benjamin Raschke. Die märkischen Wälder litten unter trockenen Böden und dem hohen Anteil von Monokulturen, so der Landtagsabgeordnete. „Hier ist ein konsequenter Waldumbau weg von den Kiefernmonokulturen hin zu weniger stressanfälligen Mischwäldern weiterhin das Mittel der Wahl“, sagte Raschke. Die Landesregierung müsse außerdem dem Forstpersonal eine stabile Perspektive bilden. Das stehe nach dem Scheitern der Kreisreform aus, sagte Raschke. Die Forstangestellten seien verunsichert.

Von Ulrich Wangemann

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