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Brandenburg So viel haben Märker von der Rentenangleichung
Brandenburg So viel haben Märker von der Rentenangleichung
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19:58 15.02.2017
Die deutsche Einheit vollzieht sich auf dem Rentengebiet mit Verspätung – im Jahr 2025. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Kompromiss zur Angleichung der Renten in Ost und West wird einigen Rentnern in den kommenden Jahren ein sattes Rentenplus bescheren. Gäbe es heute schon ein auf Westniveau erhöhtes Rentenniveau, wären die Altersbezüge in Brandenburg 6,25 Prozent höher, wie die Rentenversicherung Berlin-Brandenburg auf Anfrage mitteilte. Bezogen auf die märkische Durchschnittsrente von 971 Euro wären das monatlich 60,70 Euro mehr oder auf das Jahr gerechnet zusätzliche 728 Euro. Aktuell gibt es in Brandenburg 687 000 Rentner. Davon erhalten 76 800 eine Erwerbsminderungsrente. Frauen bekommen in Brandenburg im Schnitt 853,97 Euro Altersrente, Männer im Schnitt 1125,82 Euro.

In sieben Schritten sollen die Bezüge bis zum Jahr 2025 auf Westniveau steigen, wie das Bundeskabinett am Mittwoch beschloss. Künftige Rentengenerationen im Osten werden aber schlechter gestellt. Denn bisher erhalten Arbeitnehmer aus dem Osten bei der Berechnung der Renten einen fiktiven Lohnbonus, um die Unterschiede abzufedern. Die Höherbewertung soll bis 2025 abgeschmolzen werden. Die Neuberechnung soll künftig in die jährliche Renteninformation einfließen.

Arbeitsminister Andrea Nahles (SPD) räumte ein, dass die Ost-Arbeitnehmer künftig bei der Bewertung der Renten schlechter abschneiden. Dies sei ein Problem des unterschiedlichen Lohnniveaus in Ost und West. Daher müsse eine vernünftige Strategie entwickelt werden, um die Löhne im Osten entsprechend anzupassen.

Wie stark die Lohnunterschiede bei der Rente ins Gewicht fallen, zeigt eine Berechnung, die die Bundesregierung auf Antrag der Linken vorgelegt hat: Ein ostdeutscher Baugeräteführer verdient nach Tarif aktuell 3071 Euro brutto, sein westdeutscher Kollege 3306 Euro. Während derzeit die Rentenansprüche dank Hochwertung auf etwa gleicher Höhe liegen, würde der ostdeutsche Baggerfahrer ohne die Regelung nach 45 Beitragsjahren 106,61 Euro weniger Rente bekommen als der im Westen. Der Rentenanspruch des Ostdeutschen läge dann bei 1392,31 Euro, der andere bei 1498,92 Euro.

Deswegen stößt der Rentenkompromiss auch bei der Brandenburger Volkssolidarität auf ein geteiltes Echo. „Es ist gut, dass die Rentenangleichung überhaupt kommt. Aber sie kommt zu spät. Laut Koalitionsvertrag hätte die Angleichung bis 2019 erfolgen müssen“, sagte Bernd Niederland, Verbandsratsvorsitzender der Volkssolidarität. Der Wegfall der Höherbewertung bringe für viele Arbeitnehmer Nachteile bei der Rentenberechnung. „Das ist nicht gerecht“, so Niederland. Brandenburgs CDU-Chef Ingo Senftleben forderte: „Die Rentenangleichung muss die Interessen der jetzigen und der künftigen ostdeutschen Rentnergeneration gleichermaßen berücksichtigen.“

Das Kabinett stimmte außerdem Verbesserungen bei der Erwerbminderungsrente zu. Demnach sollen Arbeitsunfähige, die ab 1. Januar 2018 neu in eine Erwerbsminderungsrente gehen, bis zu sieben Prozent mehr erhalten. Insgesamt rechnet Nahles mit Mehrausgaben bis 2030 von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Den Angaben nach kommen jedes Jahr rund 170 000 Menschen nach Unfällen, körperlichen oder seelischen Problemen neu in die Erwerbsminderungsrente.

Von Torsten Gellner

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