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Brandenburg So viel kostet das Einfamilienhaus um die Ecke
Brandenburg So viel kostet das Einfamilienhaus um die Ecke
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17:59 22.03.2018
Die niedrigen Zinsen haben das Baugeschäft deutlich belebt. Quelle: dpa
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Potsdam

Obwohl in Brandenburg vielerorts noch immer Häuser und Wohnungen leer stehen, haben die Preise für Eigenheime im vergangenen Jahr noch einmal kräftig angezogen. Ein neues Einfamilienhaus in Potsdam ging 2017 im Durchschnitt für 456 474 Euro weg, das sind 8,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Teurer war es nur noch in Berlin, wo im Durchschnitt 496 221 Euro fällig wurden, was einem Plus von zwölf Prozent entspricht. Das geht aus einer Auswertung des Portals Immobilienscout24 hervor.

Dabei bestätigt sich einmal mehr, dass Berlin-Brandenburg eine Region gegensätzlicher Entwicklungen ist. Auf Rang 3 folgt Brandenburg an der Havel mit Durchschnittspreisen von 299 914 Euro (plus 5,2 Prozent). Deutlich günstiger ist es in der Uckermark. Ein neues Einfamilienhaus ist hier im Durchschnitt für 151 328 Euro zu haben – also für ein Drittel der Potsdamer Marktlage. Das ist sogar um 1,1 Prozent günstiger als im Vorjahr.

Auch in der Prignitz sowie in Spree-Neiße lässt es sich noch vergleichsweise günstig leben. Für die Auswertung wurde ein modellhaftes Einfamilienhaus mit 130 Quadratmetern Wohnfläche und 600 Quadratmeter großem Grundstück zugrunde gelegt, das zwischen 2015 und 2017 errichtet wurde.

Integration in Brandenburg: Die Berliner kommen

Der Immobilienboom dürfte weitergehen, da es immer mehr Berliner in das günstigere Umland drängt. Darauf verwies am Donnerstag auch Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) beim 3. Stadtentwicklungstag in Potsdam. Die Städte müssten sich fit machen für das Wachstum in der Hauptstadtregion. „Wir sind gemeinsam gefordert, Städte der Zukunft und damit Städte für alle zu bauen“, sagte Woidke.

Der Ansturm auf Häuser und Wohnungen jenseits der Berliner Stadtgrenze hat auch Städte der sogenannten zweiten Reihe erreicht. Beispiel Eberswalde (Barnim). Dort ist gerade ein Wohngebiet mit 25 Häusern fertig. „Binnen vier Wochen war alles weg. Das geht inzwischen ruckzuck“, sagte Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP). „Junge Familien zieht es zu uns.“

„Der Druck auf Berlin nimmt zu“

Das bemerkt auch Michael Knape (parteilos), Bürgermeister von Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark). „Der Druck auf Berlin nimmt zu“, sagt er. Auch in seiner Gemeinde entstehen Einfamilienhäuser. Allerdings wirbt die Stadt vielmehr darum, die Menschen in die historische Altstadt zu holen. „Wir wollen belebte Innenstädte“, sagte Knape.

Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) sieht den Ansturm auf Einfamilienhäuser kritisch. Projektentwickler würden durch Brandenburg ziehen und den potenziellen Käufern große Versprechen machen. Einfamilienhäuser würden den Druck auf den Wohnungsmarkt nur unzureichend mildern. „Wir können die Frage nicht allein mit Eigenheimen lösen. Wir brauchen Mehrfamilienhäuser und Geschosswohnungsbau“, sagte Schneider. „Ich will keine Schlafstädte, sondern Städte mit lebendiger Infrastruktur.“

Die Nachfrage nach Wohnraum steigt entgegen allen Unkenrufen besonders im Umfeld des neuen Flughafens BER. Demnach sind derzeit um den Flughafen auf Berliner und Brandenburger Territorium rund 26 700 Häuser und Wohnungen in Bau und Planung, wie aus einer Untersuchung des Beratungsunternehmens Bulwiengesa hervorgeht.

Von Torsten Gellner

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