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So wird Brandenburgs Landwirtschaft umgepflügt

Folgen des Tierschutzplans So wird Brandenburgs Landwirtschaft umgepflügt

Ein Landestierschutzplan für Brandenburg war eine der zentralen Forderungen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung. Vor knapp einem Jahr nahm die Arbeitsgruppe die Gespräche auf, nun steht der Tierschutzplan kurz vor der Veröffentlichung. Die Umsetzung der Empfehlungen könnte die Agrarlandschaft Brandenburgs grundlegend umkrempeln.

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Die Preise für Landwirtschaftsprodukte könnten steigen, wenn mehr Tierwohl in die Ställe einzieht.

Quelle: epd

Potsdam. Ein Landestierschutzplan für Brandenburg war eine der zentralen Forderungen des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung. Vor knapp einem Jahr nahm die Arbeitsgruppe die Gespräche auf, nun steht der Tierschutzplan kurz vor der Veröffentlichung. Die Umsetzung der Empfehlungen könnte die Agrarlandschaft Brandenburgs grundlegend umkrempeln.

Was sind die grundlegenden Empfehlungen?

Michael Wimmer, Sprecher des Aktionsbündnisses Agrarwende, sieht vor allem in der Empfehlung zum Ausstieg aus dem Kupieren von Schweineschwänzchen einen großen Fortschritt. Ab 2018 soll es zunächst freiwillig, ab 2019 dann schrittweise verpflichtend sein. Außerdem sollen Ställe tiergerechter umgebaut und der Einsatz von Antibiotika reduziert werden. Langfristig könnte der Aufbau von Demonstrationshöfen, die beispielhaft tierwohlgerechte Haltungsmethoden erproben sollen, die Höfelandschaft in Brandenburg verändern. Als bereits gelöst gilt der Streit um die Ferkelkastration bei vollem Bewusstsein. Die betäubungslose Kastration ist ab Januar 2019 bundesweit verboten.

Wie soll den Landwirten bei der Umsetzung geholfen werden?

Mit der schrittweisen Umsetzung des Tierschutzplans wird bei den Bauern ein großer Beratungsbedarf einhergehen, sagt Stefan Heidrich, Landestierschutzbeauftragter. Er empfiehlt den Einsatz eines unabhängigen Beraterdienstes. Außerdem sollen Modellvorhaben gezielt gefördert werden. Wie das finanziell gelöst wird, ist aber noch unklar.

Was hat es mit den Demonstrationshöfen auf sich?

Es soll landesweit Modell- und Demonstrationshöfe geben, an denen die „Machbarkeit tierschutzgerechter Haltungsverfahren unter Beweis gestellt werden soll“, erklärt Rainer Brunsch, Direktor des Leibnitz-Instituts für Agrartechnik und Bioökonomie, das die Entwicklung des Tierschutzplans beratend begleitet hat. Für Bauernpräsident Henrik Wendorff sind diese Höfe eine Art Lackmustest dafür, wie sich die Forderungen nach mehr Tierwohl in der Praxis unter welchen Förderbedingungen umsetzen lassen. „Dafür brauchen wir Betriebsleiter, die bereit sind, dass ihre Höfe als Schaufenster fungieren.“ Agraraktivist Michael Wimmer setzt darauf, dass sich Landwirte anhand der Modellbetriebe überzeugen lassen, ihre Tierhaltung umzustellen: „Wenn ein Berufskollege sagt, dass es bei ihm funktioniert, ist man eher bereit sich dem anzuschließen.“

Was bedeutet mehr Tierwohl für die Verbraucher?

Wenn Landwirte in größere, besser belüftete Ställe investieren müssen oder die Zahl ihrer Tiere verringern müssen, damit diese mehr Platz haben, steigen zwangsläufig die Produktionskosten. Höhere Preise wären die Folge. Die Sorge des Bauernverbands ist es, dass märkische Landwirte nicht mehr konkurrenzfähig werden.

Wie lange wird die Umsetzung der Empfehlungen dauern?

In zwei Wochen wird Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) den Empfehlungskatalog offiziell in Empfang nehmen; bis dahin sind also noch inhaltliche Änderungen möglich. Vor Weihnachten soll er dem Landtag zugeleitet werden, der dann noch Änderungen vornehmen kann. Der Plan wird nicht vor Frühjahr 2018 verabschiedet. Die Umsetzung wird allerdings dauern. Michael Wimmer spricht von einer Herkulesaufgabe, die man frühestens in 15 Jahren umsetzen kann.

Von Torsten Gellner

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