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Brandenburg Software aus Potsdam berechnet Grexit-Kosten
Brandenburg Software aus Potsdam berechnet Grexit-Kosten
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18:01 30.06.2015
Vielfältige Variablen wirken sich auf den Erfolg von Unternehmen aus – die Software Potsdamer Informatiker verspricht Unternehmen Analysen in Echtzeit. Quelle: Promo
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Potsdam

Europa steht vor dem Grexit, und nicht nur Volkswirtschaftler rätseln darüber, was das kosten würde. Auch in den Chefetagen von Unternehmen wird gerechnet, wie sich der Ausstieg Griechenlands aus der Eurozone in der eigenen Bilanz bemerkbar machen würde. Solch komplexe Szenarien auf dem Papier durchzuspielen, kann allerdings schon mal Wochen dauern. Und in der Zeit kann eine Menge Geld verloren gehen.

Potsdamer Forscher versprechen jetzt jedoch Abhilfe. Informatiker des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam (HPI) haben eine Software entwickelt, mit der Manager in Echtzeit interne Kostenfaktoren analysieren können – anhand von variablen Daten wie Wechselkursen, Rohstoffpreisen und Lohnkosten. „Wir identifizieren diese Wertetreiber und berechnen, wie sie die Entwicklung eines Unternehmens beeinflussen“, erklärt Stephan Müller das Prinzip der Software „Business-Simulator“.

Valsight-Chef Stephan Müller Quelle: Promo

Der 33-Jährige ist Geschäftsführer von Valsight. Das Start-up-Unternehmen ist eine Ausgründung von Informatikern, die am HPI zu„Big Data“ forschen – hinter dem Schlagwort verbergen sich große Datenmengen, die von Hochleistungsrechnern aus verschiedenen Quellen zusammengestellt und aufbereitet werden.

Genau das soll „Business-Simulator“ im Einsatz bei Unternehmen leisten. Für das dritte Quartal hat Valsight den Marktstart der Software angekündigt. „Wir sind schon aktiv in Gesprächen mit Kunden“, sagt Geschäftsführer Müller. Zur Zielgruppe will er nicht nur die international operierenden Konzerne zählen. „Viele Mittelständler versinken in der Datenflut.“ Müller ist überzeugt, auch ihnen mit ständig aktualisierten Berechnungen einen Mehrwert zu liefern.

Was aber ist das Geheimnis der Turbo-Analysen? Es hört auf den Namen „Hana“ und ist eine Hochleistungsdatenbank. Entwickelt hat sie der Software-Gigant SAP um HPI-Gründer Hasso Plattner. Was sich mit rasanten Datenbankabfragen alles anstellen lässt, ist Gegenstand der Forschungen der Potsdamer Informatiker wie Stephan Müller, der am HPI vor seiner Promotion steht. Bestenfalls führt das auch zu neuen Anwendungsgebieten für „Hana“.

Im Fall des Start-ups Valsight scheint diese Rechnung aufzugehen. Stephan Müller und seine drei Co-Gründer haben jedenfalls unter anderem Risikokapital von Hasso-Plattner-Ventures einsammeln können und konnten das Mitarbeiterteam bereits auf zehn aufstocken.

Zurück zur Eurokrise: Sollte Griechenland tatsächlich zur Drachme zurückkehren, hätte das komplexe Auswirkungen auf die Kalkulationen von Unternehmen, die auf diesem Markt agieren – beispielsweise ein international agierender Konsumgüterproduzent, für den Griechenland zugleich Absatzmarkt und Importquelle ist. Die Valsight-Software würde für den Fall geeignete Gegenmaßnahmen berechnen, etwa Preissenkungen, Werbekampagnen und höhere Einfuhren aus Griechenland. So weit zur Theorie – denn fürs erste bleibt der Grexit nur eines von vielen denkbaren Szenarien, die „Business-Simulator“ durchspielen könnte.

Eine Grexit-Tagebuch direkt aus Athen von Marina Kormbaki unter www.MAZ-online.de/tagebuch

Von Bastian Pauly

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