Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Somalischer Pirat in Potsdam vor Gericht
Brandenburg Somalischer Pirat in Potsdam vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:49 15.10.2015
In Potsdam wird der ungewöhnliche Fall verhandelt. Quelle: dpa-Zentralbild
Anzeige
Potsdam

Spektakulärer Prozess in Potsdam: Ein ehemaliger somalischer Pirat muss sich ab dem 5. November vor dem Potsdamer Landgericht wegen Totschlags verantworten. Der etwa 35jährige Mann soll im Mai dieses Jahres in einer Flüchtlingsunterkunft in Teltow (Potsdam-Mittelmark) einen 21Jährigen, der ebenfalls aus Somalia stammt, durch einen Stich in die Halsschlagader tödlich verletzt haben. Nach der Bluttat im Asylbewerberheim war der Verdächtige zunächst zu Fuß geflüchtet – immer noch mit dem Messer in der Hand. Eine Autofahrerin alarmierte die Polizei, die den Mann festnahm.

Angeklagter mit brisanter Vorgeschichte

Nachdem der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft saß, erfuhren die Beamten, dass es sich bei dem Somalier offenbar um einen ehemaligen Piraten handelt. Eine Sprecherin des Potsdamer Landgerichts bestätigte einen entsprechenden Bericht des RBB. Der Beschuldigte berief sich demnach auf Notwehr. Das glaubt die Staatsanwaltschaft aber nicht. Ein DNA-Abgleich der Tatwaffe ergab, dass an dem Messer nur das Blut des Angeklagten klebte.

Laut Anklageschrift soll der Mitbewohner dem Tatverdächtigen „zu nahe“ gekommen sein. Der Ex-Pirat habe angegeben, dass er so „trainiert“ sei, dass er eben töte, wenn ihn jemand angreife.

Bereits in Frankreich in Haft

Er soll bereits in Frankreich in Haft gesessen haben und mehrere Identitäten angenommen haben. Deswegen sei auch unklar, wie alt der Angeklagte wirklich ist. Unter Umständen muss das vor Gericht geklärt werden. Für den Prozess sind zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt.

Abenteuerlich ist auch die Geschichte, die gegenwärtig vor dem Landgericht verhandelt wird. Auch hier geht es um eine Messerstecherei im Asylbewerberheim: Im März stach in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ein Iraner auf einen Landsmann ein. Erst zum Verhandlungsauftakt kam nun heraus, was offenbar hinter der Tat steckt: Demnach soll der Angeklagte mit seinem Opfer um die Beute eines Raubüberfalls gestritten haben, die noch aus ihrer gemeinsamen Zeit in Teheran stammt.

Abschiebung schwierig

Die beiden Männer hätten in der iranischen Hauptstadt auf dem Basar einen Mann niedergeschlagen und 300 Goldmünzen geraubt, schreibt der RBB. Zwei Mittäter wurden dort festgenommen, das übrige Duo floh nach Europa, wo es schließlich in Ludwigsfelde landete.

Ob der Angeklagte nach Verbüßung seiner Haftstrafe abgeschoben werden kann, ist fraglich: Der Angeklagte gab vor Gericht an, er sei inzwischen zum Christentum konvertiert. Und im Iran drohen Muslimen, die vom Glauben abgefallen sind, die Todesstrafe.

Von Torsten Gellner

Brandenburg Mitgliedschaft in rechtem Club - Obskurer Verein: AfD-Politiker unter Druck

Andreas Kalbitz, Brandenburger Landtagsabgeordnete der AfD, gerät wegen seiner Mitgliedschaft in einem rechten Verein unter Druck. Dort hat er den Vorsitz. Gegründet wurde er von einem NPD-Mitglied. Die Grünen fordern, dass Kalbitz aus der AfD-Fraktion ausgeschlossen wird. Würde Kalbitz ausscheiden, käme aber ein unbeliebter Nachzügler.

15.10.2015
Kultur Versteckte politische Botschaften in der Serie - Künstler halten "Homeland" zum Narren

Lange hat das Team um die US-Erfolgsserie Homeland in Berlin und Brandenburg die fünfte Staffel gedreht. Nun wurden die ersten Folgen in den USA ausgestrahlt – und plötzlich lacht die ganze Welt über die Serie. StreetArt-Künstler, die eigentlich das Set authentischer erscheinen lassen sollten, haben die Chance genutzt und politische Botschaften versteckt.

15.10.2015

Das Treffen zwischen einem SPD-Landrat und Landtagsabgeordneten der rechtspopulistischen AfD hat unter den Sozialdemokraten für viel Aufregung gesorgt. Doch davon geht das Abendland nicht unter, meint MAZ-Redakteur Igor Göldner in seinem Kommentar. Allerdings ist das Treffen für die AfD ein unerwarteter Erfolg.

15.10.2015
Anzeige