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Somalischer Pirat nach Bluttat vor Gericht

Prozess in Potsdam Somalischer Pirat nach Bluttat vor Gericht

Ein Somalier steht seit Donnerstagmorgen vor Gericht, weil er im Frühsommer in einer Flüchtlingsunterkunft einen Landsmann erstochen hat. Er flüchtete, wurde von der Polizei jedoch kurze Zeit später überwältigt – noch immer mit dem Messer in der Hand. Die ersten Aussagen des Mannes waren ebenso erstaunlich und auch der Prozessbeginn war durchaus ungewöhnlich.

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Der Angeklagte am Donnerstag in Potsdam vor Gericht.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Weil er einen anderen Asylbewerber erstochen haben soll, steht ein Somalier seit Donnerstag vor dem Potsdamer Landgericht. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann vor, am 5. Mai 2015 in einem Übergangswohnheim in Teltow (Potsdam-Mittelmark) einen anderen Flüchtling mit 19 Messerstichen getötet zu haben. Das Opfer starb noch am Tatort an Blutverlust und Lungenkollaps.

Der Angeklagte hatte in Vernehmungen gesagt, das spätere Opfer habe ihn mit einer Waffe angegriffen, er habe also in Notwehr gehandelt, sagte Gerichtssprecherin Sabine Dießelhorst. Das Verfahren musste jetzt eröffnet werden, weil der Angeklagte schon lange in Untersuchungshaft sitzt.

Er wurde bei einer Verkehrskontrolle aufgegriffen - er hatte ein Messer dabei mit Blutspuren und einen Pullover mit Blutanhaftungen. In der polizeilichen Vernehmung hatte der Angeklagte gesagt, er habe in Frankreich sieben Jahre in Haft gesessen wegen Piraterie. Im Polizeiverhör gab der Mann außerdem an, er habe in der französischen Haft bereits einen Mann getötet. Die Angaben stammen allerdings nur von dem Angeklagten selbst. Deshalb sei die Belastbarkeit der Angaben fraglich, so Gerichtssprecherin Dießelhorst.

Verwirrung um Identität

Für Verwirrung sorgte am Donnerstag die eigentlich routinemäßige Angabe der persönlichen Daten. So gab der Angeklagte als Geburtsdatum den 1. Januar 1986 an, woraufhin die Richterin anmerkte, in den Akten sei 1980 vermerkt. Daraufhin fragte der Angeklagte, ob er nun sein wahres Geburtsdatum angeben solle. Dann nannte er den 1. Januar 1979. Der Angeklagte soll laut Gerichtssprecherin Dießelhorst unter drei verschiedenen Namen in den vergangenen Jahren aufgetaucht sein.

In der Anklageschrift tauchen drei andere Alias-Namen auf mit drei verschiedenen Geburtsdaten.

Unklar ist auch, was nach einer möglichen Verurteilung mit dem Mann passieren wird. Eigentlich müsste er nach Somalia abgeschoben werden. Das Land gilt aber nicht als sicherer Drittstaat.

Von Ulrich Wangemann

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