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Sommerbaustellen in Berlin und Brandenburg

Sanierungsarbeiten in der Urlaubszeit Sommerbaustellen in Berlin und Brandenburg

Ob auf Autobahnen, Bundesstraßen oder im Schienennetz - während der Sommerferien wird in Berlin und Brandenburg kräftig gebaut. Zum Teil finden die Maßnahmen gezielt in diesem Zeitraum statt: „Sommerzeit ist Baustellenzeit“ – mit Einschränkungen für Daheimgebliebene. Dabei haben Berlin und Brandenburg noch Glück gehabt.

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Quelle: dpa

Potsdam. Während der Sommerferien wird auf hunderten von Kilometern Straßen- und Schienennetz gebaut. “Es bietet sich an, Deckschichterneuerungen, die innerhalb weniger Wochen erledigt werden können, in der Ferienzeit unter Vollsperrung auszuführen“, sagt die Sprecherin des Landesbetriebs Straßenwesen in Hoppegarten, Cornelia Mitschka. Schulbusse fahren in dieser Zeit nicht und es seien auch deutlich weniger Pendler unterwegs. In Tourismus-Regionen wie dem Ruppiner Land oder dem Spreewald verböten sich solche Aktionen allerdings.

Probleme auf Berliner Ring wahrscheinlich

Die größten Probleme zum Beginn und Ende der Sommerferien in der Region erwartet das Landesamt im Bereich des südlichen Berliner Rings sowie auf der Autobahn A12 . Dort werde auf 6 bis 13 Kilometer östlich des Dreiecks Spreeau grundlegend die Fahrbahn ausgebaut. Das solle bis 2018 dauern. Nach Mitschkas Erfahrung könnte es auch Probleme auf den Bundesautobahnen A11 , A13 und A24 sowie mehreren Zubringerstrecken geben.

Mit Baustellen müssen auch Verkehrsteilnehmer in Potsdam rechnen. Besonders zu den Hauptverkehrszeiten bestehe an verschiedenen Orten Staugefahr, informiert Stadtsprecher Jan Brunzlow.

Die Stadt verfügt den Angaben zufolge über 630 Kilometer Straßennetz, 60 Kilometer Straßenschienen, knapp 1000 Kilometer Wasserrohre, 600 Kilometer Stromleitungen, 160 Kilometer Fernwärmeleitungen sowie mehr als 1500 Kilometer Telekommunikationskabel. Die müssten gewartet, saniert, teilweise ausgebaut und neu angelegt werden.

Pro Jahr würden bis zu 7000 Anträge auf verkehrsrechtliche Anordnung mit Eingriffen in den Straßenverkehr aufgrund von Baumaßnahmen gestellt. “Sommerzeit ist Bauzeit auf Potsdams Straßen“, erklärt Brunzlow. Aufgrund der Urlaubszeit seien in Spitzenzeiten bis zu 20 Prozent weniger Autofahrer unterwegs.

Ähnliche Überlegungen führen auch in anderen Städten zur Verlegung der Bauarbeiten speziell in die Ferienzeit. Zum Beispiel in Cottbus beginnen in der Thiemstraße sowie am Berliner Platz Straßen- und Gleisbauarbeiten bewusst während der Sommerferien, wie eine Sprecherin des Cottbusverkehr mitteilt. In die Maßnahmen investiere allein die Verkehrsgesellschaft rund 900 000 Euro.

Auch in Frankfurt (Oder) finden während der Ferien im Zentrum Gleis-, Straßen- und Tiefbauarbeiten statt, wie der Geschäftsführer der städtischen Verkehrsgesellschaft, Wolfgang Worf, informiert. Im August würden dort unter anderem die Schienen in der Wendeschleife Messegelände erneuert sowie die Gleis- und Weichenentwässerung in der Fürstenwalder Poststraße, August-Bebel-Straße und Heilbronner Straße instand gesetzt. Es gebe aber auch langfristige Vorhaben. Sie könnten nur bei günstiger Witterung erledigt werden.

Bundeshauptstadt hat Glück

Wer im Sommer zuhause in Berlin geblieben ist, stand in den letzten Jahren oft im Stau. Dieses Jahr können die Berliner Autofahrer auf eine etwas entspanntere Ferienzeit hoffen.

Durch die umfangreichen Bauarbeiten an der Stadtautobahn im vergangenen Sommer sei der Sanierungsbedarf in diesem Jahr geringer, sagte Martin Pallgen, Sprecher der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. “Daher rechnen wir in diesem Jahr mit etwas weniger Einschränkungen im Straßenverkehr.“

Für die Ferienzeit sind bei der Stadt bislang 20 Straßenbaustellen geplant. Dazu kommen allerdings noch Bauarbeiten an den Nebenstraßen, die von den Bezirken durchgeführt werden. Mit massiven Verkehrsbeeinträchtigungen rechnet die Senatsverwaltung vor allem in Mitte: Hier werden Arbeiten an der Potsdamer Brücke durchgeführt, die noch bis zum November durch die Sperrung einzelner Spuren den Verkehr beeinträchtigen können. Bis Anfang September kann sich wegen Bauarbeiten der Verkehr außerdem auf der Gotzkowskystraße stauen.

Berlin und Brandenburg im Bundesvergleich

Bezogen auf die Autobahnbaustellen trifft es Berlin in diesem Sommer besser als anderen Bundesländer: Nur zwei der beim Bundesverkehrsministerium für die Ferienzeit gemeldeten Baustellen liegen in der Hauptstadt: Auf der A100 (Buschkrugallee) und der A 113 (Johannisthaler Chaussee - Adlershof) sollten Autofahrer zwischen dem 25. Juli und dem 4. September mehr Zeit einplanen.

Auch in Brandenburg soll die Autobahn nur an elf Stellen erneuert werden - ein überschaubares Vorhaben verglichen mit der Zahl der geplanten Baustellen etwa in Hessen (62), Bayern (98) oder Nordrhein-Westfalen (138). Insgesamt rechnet das Bundesverkehrsministerium zwischen Juli und Mitte September mit 548 Arbeitsstellen auf dem 13 000 Kilometer langen Autobahnnetz. Im vergangenen Jahr waren für Juli bis Ende August nur 366 Baustellen gemeldet worden.

Zudem gilt zur Entlastung der Autobahnen im Juli und August ein Fahrverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen und Lkw mit Anhänger auch samstags - und nicht nur wie generell an Sonn- und Feiertagen. Ziel seien weniger Staus, mehr Platz für Autos und eine stressfreiere Fahrt in den Urlaub, hatte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) gesagt.

Auch die Bahn baut

Nicht nur Auto-, Bus- oder Straßenbahnverkehr sind von Baumaßnahmen betroffen, auch im S-Bahn- und Zugverkehr kommt es zu Einschränkungen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn sagt. Noch bis Ende Juli wird auf der S-Bahnlinie S 2 zwischen den Bahnhöfen Blankenburg und Bernau gebaut. Im August ist dann die Strecke Berlin–Dresden im Rahmen einer 16-monatigen Vollsperrung zwischen Wünsdorf und Elsterwerda an der Reihe. “In der Sperrpause wird die Strecke einschließlich aller Sicherungsanlagen und der Bahnübergänge umgebaut“, so der Sprecher.

Von Christian Bark

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