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Brandenburg Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt angekommen
Brandenburg Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt angekommen
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14:53 07.09.2015
Am Montagmorgen sind in Eisenhüttenstadt viele Flüchtlinge mit dem Zug angekommen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Eisenhüttenstadt

Brandenburg hat wie viele andere Bundesländer jetzt auch aus Ungarn eingereiste Flüchtlinge aufgenommen. Ein Sonderzug kam am Montagmorgen kurz nach 8 Uhr planmäßig in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) an. Laut Innenministerium saßen darin rund 900 Flüchtlinge. Am Morgen war man noch von knapp 1000 ausgegangen. Bis zum Mittag reiste ein Teil von ihnen weiter nach Berlin.

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Am Montagfrüh sind in Eisenhüttenstadt 1000 Flüchtlinge mit einem Sonderzug aus Budapest eingetroffen. Die meisten der Vertriebenen werden in Eisenhüttenstadt versorgt, einige werden nach Berlin weiterreisen.

Der Zug war am Sonntagabend in München gestartet. Nach der medizinischen Erstversorgung vor dem Bahnhof wurde die Mehrheit der Flüchtlinge in die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt gebracht. Etwa 310 Menschen reisten weiter nach Berlin, vor allem Familien.

– Ein Inder ist in Eisenhüttenstadt rassistisch beleidigt und von einem Angreifer verletzt worden.
Die ganze Meldung gibt’s hier.

In der Erstaufnahmestelle werden die Flüchtlinge registriert. Von dort sollen sie relativ schnell auf Landkreise und Kommunen verteilt werden.

Bürokratische Hürden wurden für die Einreise gesenkt

Am Wochenende waren Tausende Menschen nach tagelangem Ausharren in Ungarn über Österreich nach Deutschland gelangt. Die Regierungen in Berlin, Wien und Budapest hatten zuvor entschieden, dass sie ausnahmsweise ohne bürokratische Hürden einreisen können.

– Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke forderte am Montag, dass der Bund die Länder und Kommunen mit mehr Geld für die Flüchtlingshilfe unterstützen solle.
Die ganze Meldung gibt’s hier.

Viele der Menschen, die in Eisenhüttenstadt aus dem ICE stiegen, kommen aus Syrien. Viele waren übermüdet von den tagelangen Strapazen. Einige hüllten sich in Decken ein. Eltern trugen ihre Kinder auf dem Arm. Anders als in anderen Städten gab es keine Willkommens-Aktionen am Bahnhof. Nur vereinzelt beobachteten Einwohner das Geschehen. Der Bahnhof ist weiträumig abgesperrt. Anwohner fragen, was denn überhaupt los sei. Nur wenige Menschen stehen am Rande des Vorplatzes und beobachten das Geschehen. Lange war am Wochenende unklar, wann die ersten Flüchtlinge kommen würden.

Einige Anwohner regen sich über Ankunft der Flüchtlinge

Bürgermeisterin Dagmar Püschel (Linke) ist am Morgen am Bahnhof, sie will ein Zeichen setzen und kündigt an, dass Eisenhüttenstadt den Flüchtlingen helfen wolle. Aber es gibt auch die andere Seite. In einem Café in der Innenstadt unterhält sich eine Gruppe und regt sich dabei darüber auf, dass der Bahnhof abgesperrt sei. Und dass jetzt in Eisenhüttenstadt bald mehr Flüchtlinge als Einwohner leben würden. In der Stadt wohnen 28.000 Menschen.

Viele Kinder unter den Flüchtlingen

Nach Angaben des Innenministeriums waren unter den Ankömmlingen mehr als hundert Kinder unter acht Jahren. „Viele syrische Familien sind zunächst in die Türkei und in den Libanon geflohen und haben gehofft, dass sich die Lage zu Hause wieder beruhigt“, erläuterte Ministeriumssprecher Ingo Decker. „Wo sie jetzt sehen, dass diese Hoffnung vergeblich ist, kommen sie zu uns.“

Innenminister spricht von aktivierten Notreserven

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte, Brandenburg stelle sich auf eine große Zahl weiterer Flüchtlinge ein, die über die Balkan-Route nach Deutschland kämen. „Wir haben jetzt die Notreserven aktiviert“, sagte der Minister. So seien in einem Übungshaus der Landesfeuerwehrschule in Frankfurt (Oder) 200 Schlafplätze eingerichtet worden. „Nun müssen wir schnell und kreativ weiteren Platz schaffen“, meinte Schröter. Dies gehe teilweise nur in Zelten oder Turnhallen. Auch die Kommunen prüften jede Möglichkeit für neue Unterkünfte auch in leerstehenden Supermärkte oder Produktionsstätten.

Der „Königsteiner Schlüssel“ regelt, wie viele Flüchtlinge ein Bundesland aufnimmt. Dabei wird die Bevölkerungszahl berücksichtigt. Am Samstag hatte das Innenministerium noch mit bis zu 200 Flüchtlingen gerechnet. Weil danach aber immer mehr Menschen nach Bayern einreisten, wurde die Zahl erhöht.

Zwei Brände in Asylunterkünften in Thüringen und Baden-Württemberg

Während am Montag die Flüchtlinge in Eisenhüttenstadt angekommen sind, hat in der Nacht zu Montag in zwei Bundesländern in Flüchtlingsunterkünften gebrannt.

Bei einem Brand in einer Unterkunft für Asylbewerber in Rottenburg (Landkreis Tübingen) sind in der Nacht zum Montag fünf Bewohner verletzt worden. Vier von ihnen kamen ins Krankenhaus, wie eine Polizeisprecherin sagte. Zwei Menschen hatten Rauchgas eingeatmet. Drei Bewohner verletzten sich, als sie aus dem Fenster sprangen oder kletterten. In der Unterkunft sind derzeit 84 Menschen gemeldet. Der Brand war gegen zwei Uhr gemeldet worden. Wie es zu dem Feuer kommen konnte, war zunächst noch völlig unklar. Das müssten die weiteren Ermittlungen zeigen, sagte die Sprecherin.

Auf eine mögliche Asylbewerberunterkunft im thüringischen Ebeleben (Kyffhäuserkreis) ist ein Brandanschlag verübt worden. Ein technischer Defekt könne ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin in Nordhausen. Am Montagmorgen waren gegen 3.30 Uhr im Ortsteil Rockensußra die Dachstühle von drei Wohnblöcken in Flammen aufgegangen. Die Ermittler gehen von einem politisch motivierten Brandanschlag aus. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen niemand.

Entgegen ersten Angaben der Polizei ist noch nicht endgültig entschieden worden, ob die Wohnblöcke als Domizil für Flüchtlinge genutzt werden. Zunächst hatte es geheißen, die Häuser würden derzeit saniert, um dort Asylsuchende unterzubringen. Dies stimme nicht, sagte ein Polizeisprecher wenig später.

Von MAZonline

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