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Sonnenwende, Sternschnuppen und ein Komet

Sternenhimmel über Brandenburg im Dezember 2015 Sonnenwende, Sternschnuppen und ein Komet

Der Dezember beschert uns zur Wintersonnenwende den kürzesten Tag und die längste Nacht des Jahres. Beste Voraussetzungen für einen Blick in den Sternenhimmel. Der hat viel zu bieten: das Wintersechseck mit dem hellsten Stern des Nachthimmels, den Sternschnuppenstrom der Geminiden und einen erst vor zwei Jahren entdeckten Kometen.

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Der am 31. Oktober 2013 entdeckte Komet Catalina/C2013 US10 soll so hell werden, dass ein Fernglas genügt, um ihn zu sehen.

Quelle: Stellarium

Im Dezember durchläuft die Sonne wenige Tage vor Weihnachten den Sonnenwendepunkt , der uns den kürzesten Tag und die längste Nacht beschert. Die Tageslänge beträgt am 22. Dezember nur sieben Stunden und 42 Minuten. Am 21. Juni des kommenden Jahres wird der der Tag dagegen mit 16 Stunden und 47 Minuten mehr als doppelt so lang sein. Da die Erdachse gegen die Senkrechte zur Erdumlaufbahn um die Sonne um 23,5° geneigt ist, zeigt im Winter die Achse in die der Sonne entgegengesetzte Richtung. In Folge dessen nimmt die maximale Höhe der Sonne über dem Horizont und damit die Länge des Tagbogens der Sonne ab. Am 22. Dezember erreicht die Sonne zu „high noon“ gerade mal geringe 14° (um Sommeranfang im Juni sind es beträchtliche 61°).

Der Sternenhimmel des Winters ist umso schöner, da er viele sehr helle Sterne beinhaltet. Insbesondere das Wintersechseck mit dem hellsten Stern am Nachthimmel, dem Sirius, der flach über dem Horizont die unterste Spitze dieses Gebildes darstellt, ist gegen 21.00 Uhr komplett sichtbar. Im Uhrzeigersinn gehören dazu: Sirius im Sternbild Großer Hund, Prokyon im Kleinen Hund, Pollux (oder auch Kastor) in den Zwillingen, Kapella im Fuhrmann, Aldebaran im Stier und Rigel im Orion. In der Mitte erkennt man rötlich leuchtend den Stern Beteigeuze , die rechte Schulter des Himmelsjägers Orion. Sollten Sie Schwierigkeiten beim Auffinden dieser Sterne haben, hilft ein kleiner Trick: Kneifen Sie die Augen langsam zusammen, es verschwinden immer mehr Sterne bis zum Schluss nur noch die sechs hellen Sterne des Wintersechsecks und Beteigeuze übrigbleiben.

Besonders auffällig ist das Sternbild des Himmelsjägers Orion mit seinen drei Gürtelsternen (v.l.n.r Alnitak, Alnilam und Mintaka), dem besagten Roten Riesenstern Beteigeuze (sein Durchmesser würde über die Marsbahn reichen, wäre er und nicht die Sonne Zentrum unseres Planetensystems) und dem linken „Knie“-Stern Rigel. Unterhalb des Gürtels befindet sich in ca. 1500 Lichtjahren Entfernung ein Kreißsaal für Sterne – der Große Orionnebel M 42 (nach Charles Messier (1730 – 1781), der in seinem Katalog 110 nebelartige Objekte erfasste, u.a. auch M 31 – den Andromedanebel). Da die drei Gürtelsterne selbst ähnlich weit entfernt sind, müssen sie sehr viel Licht abstrahlen: um über diese Distanz noch so hell zu erscheinen. Man schließt daraus, dass sie eher junge Sterne sind und so vermutlich frühe „Produkte“ des Orionnebels, indem auch heute noch Sterne entstehen.

Im Süden machen sich noch die Herbststernbilder breit. Fast direkt über uns können wir mit Hilfe von Andromeda unsere Nachbargalaxie M 31 – die Andromeda-Galaxie – finden. Auf dem mittleren der drei auffälligen Andromedasterne „sitzen“ noch zwei weitere, etwas dunklere Sterne. Schaut man in die Umgebung des Oberen der Zwei, findet man schon mit einem Fernglas einen kleinen Nebelfleck. Das diffuse Licht beendet in diesem Moment seine über zwei Millionen Jahre dauernde Reise von der  Andromedagalaxie zu unserem Auge. Dieses relativ nahe Sternsystem hat eine Entfernung zu uns von ca. 2,3 Millionen Lichtjahren.

Astronomen prognostizieren für die Zeit vom 15. Dezember bis 25. Januar die Sichtbarkeit eines Kometen. Der am 31. Oktober 2013 entdeckte Komet Catalina/C2013 US10 soll in dieser Zeit so hell werden, dass unter Umständen ein Fernglas genügt, um ihn zu sehen. Er wurde im Rahmen der umfangreichen Asteroiden­suchkampagne Catalina Sky Survey quasi als Nebenprodukt gefunden. Seine Herkunft und Bahndaten sind noch unbekannt. Beste Beobachtungs­zeit wird der Morgen sein, da er sich im Sternbild Jungfrau befindet.

Nicht unerwähnt bleiben darf der Meteorstrom der Geminiden. Das Maximum der Geminiden wird am Montag, 14. Dezember, gegen 16 Uhr erwartet. Zu dieser Zeit ist die Sonne bei uns bereits vollständig unter dem Horizont. In diesem Jahr besteht durchaus die Chance sogenannte " Earth Grazer " mit langer Leuchtspur zu sichten. Da der Mond nur drei Tage nach Neumond (Neumond 11. Dezember 11.30 Uhr) sehr schmal ist und dazu noch früh untergeht, können wir uns auf nahezu optimale Bedingungen einstellen. Ursprung der Geminiden ist eine um die Sonne kreisende Staubwolke, durch die sich die Erde bewegt. Die Staubwolke, so vermutet man, stammt von einem nicht mehr existierenden Kometen, der sich bei seinen Sonnenumläufen quasi in seine Bestandteile aufgelöst hat.

Vollmond, der Christmond , ist dann erst am 1. Weihnachtsfeiertag, dem 25.12.2015.

Die Planeten sind am Abendhimmel nicht zu sehen. Jupiter geht als erster zur Monatsmitte gegen Mitternacht im Osten auf. Es folgen Mars nach 2.00 Uhr und Venus gegen 4.30 Uhr. Merkur und Saturn bleiben unsichtbar.

Von Uwe Schierhorn

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen.

Quellen: Abbildungen erstellt vom Autoor mit Hilfe von Stellarium 0.13.01 (Freeware)
  Daten: www.calsky.com

 

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