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Sorben wehren sich gegen AfD-Werbung

Wahlkampf Brandenburg und Sachsen Sorben wehren sich gegen AfD-Werbung

Das AfD-Plakat zur Bundestagswahl mit einer Frau in sorbischer Tracht ist bisher nur ein Entwurf, doch löst es bereits Gegenwind aus. Der Domowina-Verband ist alles andere als glücklich von der Vereinnahmung durch die AfD und will sich nicht „für die Diskussion gegen andere Bevölkerungsgruppen und Völker instrumentalisieren lassen“.

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Quelle: AFD

Bautzen. Drei Frauen in traditionellen Trachten sollen für die AfD die deutsche Vielfalt repräsentieren. „Bunte Vielfalt? Haben wir schon“ steht darüber. Das Plakat des Werbers und Autoren Thor Kunkel ist bislang nur ein Entwurf für den Bundestagswahlkampf.

Doch es gibt bereits Gegenwind: Denn die Frau in der Mitte trägt sorbische Festtagstracht, unschwer zu erkennen an der ausladenden Haube. Und die Sorben als nationale Minderheit in Brandenburg und Sachsen sind alles andere als glücklich, derart vereinnahmt zu werden. „Wir möchten uns nicht für die Diskussion gegen andere Bevölkerungsgruppen und Völker instrumentalisieren lassen“, sagt David Statnik, Vorsitzender der Domowina, der MAZ.

Der Dachverband der sorbischen Vereine in Bautzen sieht das Plakat und seinen zweideutigen Slogan nicht als harmloses Feiern der regionalen Unterschiede in Deutschland – sondern als Attacke auf eingewanderte Minderheiten. „Es ist für uns unverständlich, wenn mit dem sorbischen/wendischen Volk, welches als nationale Minderheit in Deutschland anerkannt ist, Wahlwerbung gegen andere Bevölkerungsgruppen betrieben wird“, sagt Statnik.

Er spricht aus eigener, leidvoller Erfahrung: 2014 häuften sich in Sachsen Übergriffe auf Sorben und ihre Einrichtungen. Polizei und Zivilgesellschaft halfen, diese zurückzudrängen. „Anfeindungen gegen gesellschaftliche Gruppen sind nicht akzeptabel“, war damals der Tenor. Das sollte auch im diesjährigen Bundestagswahlkampf gelten, hofft der Domowina-Vorsitzende David Statnik.

Von Jan Sternberg

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